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Aldi steigt aus Projekt „Große Straße“ aus

Jüterbog Aldi steigt aus Projekt „Große Straße“ aus

Überraschende Mitteilung des Aldi-Konzerns in einer Jüterboger Ausschusssitzung: Der Discounter zweifelt am Projekt des geplanten Einkaufszentrums an der „Großen Straße“, weil der Entwickler dahinter den Kontakt abgebrochen habe. Stattdessen äußert Aldi nun ebenfalls Interesse an einem Neubau am Standort „Fuchsberge“.

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Die Simulation des Einkaufszentrums an der Großen Straße in Jüterbog.

Quelle: tm.es architekten

Jüterbog. Die Discounter-Kette Aldi steigt aus dem Projekt eines Einkaufszentrums im Jüterboger Stadtzentrum aus. „Am Mittwoch hat Aldi die Entscheidung getroffen, dass wir uns vom Standort ,Große Straße‘ verabschieden. Stattdessen wollen wir von der Promenade an den Standort in der Straße ,Fuchsberge’ umziehen“, sagte Ulf Gottschalk, der von der Geschäftsführung der Konzernniederlassung in Mittenwalde zu dieser Mitteilung beauftragt worden war. Die Nachricht erfolgte direkt im Anschluss an die gemeinsame Beratung zum neuen Einzelhandels- und Zentrenentwicklungskonzept (EZEK) von Bau- und Wirtschaftsausschuss am Mittwochabend.

Hintergrund

Im Umkreis von 500 Metern um den geplanten Nahversorgungsstandort Fuchsberge leben 1580 Menschen mit einer Kaufkraft von 2,7 Millionen Euro für Nahrungs- und Genussmittel.

Das Gutachten hinter dem Einzelhandelskonzept sieht bei den Lebensmittelmärkten in Jüterbog eine „intensive Wettbewerbssituation“ bei unterdurchschnittlicher Kaufkraft. Trotzdem werden durch einen zusätzlichen Markt „keine unmittelbaren Betriebsaufgaben“ erwartet.

Als Grund nannte Gottschalk die mangelnde Zusammenarbeit mit dem Projektentwickler der Großen Straße, dem Jüterboger Mario Felgentreu, und die generelle Dauer des Verfahrens. „Seit acht Jahren bemühen wir uns, eine Alternative für den Standort an der Promenade zu finden. In anderen Städten geht das bedeutend schneller“, sagte Gottschalk. Der letzte Kontakt mit Felgentreu lag noch vor der Präsentation des städtebaulichen Wettbewerbs zur „Großen Straße“ im September. „Das Ergebnis wurde Aldi nie zur Kenntnis gegeben und mit uns als Nutzer besprochen“, sagt Gottschalk.

Vorwürfe zurück gewiesen

Felgentreu weist die Vorwürfe zurück. „Mit dem Bauamt ist ausgemacht worden, dass wir den Entwurf des Wettbewerbssiegers bis Mai intern überarbeiten“, sagt Felgentreu. Diese Frist hat Bauamtsleiterin Kira Wenngatz der MAZ bestätigt. Man sei noch im vereinbarten Zeitfenster für die Vorlage der Entwürfe. Die Überarbeitung ist laut Felgentreu durch den hohen Anteil an Grünflächen und Stellplätzen bei gleichzeitigen Anforderungen an Verkehrslogistik, Bewohner und Denkmalschutz sehr kompliziert. Zur Kommunikation mit den künftigen Nutzern sagte Felgentreu nichts. Im Abschied von Aldi aus dem Projekt sehe er „kein Problem“. Dann laufe es nur auf Rewe als Lebensmittelmarkt, sowie Kik und Rossmann als weitere Händler hinaus, sagt er.

Höchste Priorität

Die Mitglieder der Ausschüsse kommentierten die Mitteilung von Aldi nicht. Sie hatten gerade das EZEK beraten, das schon Ende März beschlossen werden soll. Darin wird dem Einkaufszentrum „Große Straße“ die höchste Priorität bei der Entwicklung des Zentrums zugewiesen, weil es fußläufig angebunden sei und Menschen in die Stadt ziehe. Der zweite Schwerpunkt des EZEK liegt darin, die Versorgungslücke im Norden der Stadt mit dem neuen Nahversorgungsstandort an der Straße Fuchsberge zu schließen. Dort gibt es durch Aldi nun schon drei Interessenten. Das Unternehmen Lidl bestätigt, dass es attraktive Standorte in Jüterbog prüfe. Ein Sprecher der Handelskette „Norma“ sagte der MAZ, dass man in Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern am Standort Fuchsberge stehe, aber noch keine Übereinkunft geschlossen habe.

Wer sich am Ende durchsetzen wird, hängt nicht nur vom Preis ab, sondern auch vom EZEK. Dieses sieht am Nahversorgungsstandort Fuchsberge eine Obergrenze von 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche vor. Eine Bedingung von Aldi für den Umzug in den Norden ist laut Gottschalk jedoch eine Verkaufsfläche von 1200 Quadratmetern – dies entspricht den bisherigen Planungen des Neubaus an der Großen Straße. Eine Anhebung der Obergrenze ist aber nicht vorgesehen. „Es handelt sich beim EZEK um ein Gutachten, das nachweist, wie viele solche Märkte und wie viel Verkaufsfläche gut für unsere Stadt sind. Mehr Fläche hätte negative Auswirkungen auf den Einzelhandel“, sagte Kira Wenngatz. Schon die jetzige Obergrenze sorgt laut EZEK für erhebliche Verschiebungen bei den Discounter-Umsätzen.

Von Peter Degener

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