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Teltow-Fläming Alles Gute zum Jahr des Affen
Lokales Teltow-Fläming Alles Gute zum Jahr des Affen
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00:17 11.02.2016
Darf bei keinem Tet-Fest fehlen: Der traditionelle Drachentanz mit maskierten Kindern. Quelle: Stephan Laude (2)
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Ludwigsfelde

Rund eine Milliarde Menschen, die meisten davon in China, haben am Sonnabend mit dem Tet-Fest das neue Jahr begrüßt, das Jahr des Affen – einige Dutzend feierten auch in Ludwigsfelde. Anders als in Asien haben die Mitglieder des Vereins Vifalu (Vietnamesische Familien in Ludwigsfelde) aber nicht drei Tage gefeiert, sondern nur einen.

Aber das Wichtigste eines jeden Tet-Festes gab es im City Treff von Ludwigsfelde trotzdem, zum Beispiel den Drachentanz und die traditionellen Speisen wie Klebreiskuchen. Auch ein Gebet gehörte dazu. In Vietnam zünden die Menschen dazu in einem Tempel Räucherstäbchen an, der Rauch soll die Gebete an die Vorfahren überbringen. Das Fest fing pünktlich um 18 Uhr an, also zur Mitternacht in Vietnam.

Das Neujahrsfest ist das wichtigste Ereignis im Jahreslauf des Landes. Es beginnt am Vortag des ersten Neumondes nach der Wintersonnenwende und fällt damit zwischen den 21. Januar und den 12. Februar. Die Wochen davor sind in Vietnam mit hektischem Treiben ausgefüllt. Üblich ist es zum Beispiel, Streitigkeiten nach Möglichkeit zu beenden und Schulden zu begleichen. Kinder bekommen in einem dekorierten Umschlag Geld. Die Wohnungen werden geschmückt, am ersten Tag des Festes dürfen sie aber nicht gefegt werden, da man ansonsten, so heißt es, das Glück aus dem Haus kehre.

Zum Verein Vifalu gehören 35 Familien mit 130 Mitgliedern. Die meisten leben im Landkreis Teltow-Fläming. Der Verein pflegt nicht nur die vietnamesische Kultur, er bringt sich auch ganz aktiv in Ludwigsfelde ein, wie Bürgermeister Andreas Igel (SPD) hervorhob. Igel überreichte dem Verein einen Gutschein über 100 Euro. Damit werden vietnamesische Kinderbücher gekauft. Denn die Kinder sollen, auch wenn sie in Deutschland geboren sind, die vietnamesische Sprache nicht vergessen. „Damit sie sich auch mit ihren Großeltern unterhalten können“, sagte der Vereinsvorsitzende Manh Thei Tran. So könnten die Großeltern ihre Enkel wirklich als Enkel wahrnehmen, nicht womöglich als Fremde aus Deutschland.

Der Verein spendete seinerseits für Flüchtlinge. Unzählige Tüten mit Kleidung waren am Sonnabend zusammengekommen. Außerdem sammelten die Vietnamesen Geld für Behinderte. Es wird der Zweigstelle Ludwigsfelde der Wünsdorfer Behindertenwerkstätten übergeben.

Die Vietnamesen bilden nach den Polen die zweitgrößte Migrantengruppe in Ludwigsfelde. Ihr Verein hat seine Wurzeln bei den vietnamesischen Vertragsarbeitern im IFA-Automobilwerk – daran erinnert auch das „ifa“ im Vereinskürzel. 500 Vietnamesen waren es, die in den 1980er Jahren bei der Produktion der Lastwagen W 50 und L 60 dabei waren. Der Vereinsvorsitzende war Betreuer und Sprachmittler. Heute arbeiten die Vietnamesen, die in Ludwigsfelde und Umgebung geblieben sind, vor allem in der Gastronomie, im Einzelhandel, als Markthändler, in Änderungsschneidereien und Nagelstudios. Die meisten ihrer Kinder aber studieren, andere machen eine Ausbildung.

In Vietnam wird seit etwa 20 Jahren neben dem Tet-Fest auch das Neujahrsfest am 1. Januar gefeiert. Und die vietnamesischen Familien in Deutschland feiern auch Weihnachten. „Wir wollen nicht nur unsere alte Kultur pflegen“, sagt Manh Thai Tran, „denn unsere Kinder sind ja deutsche Bürger.“

Von Stephan Laude

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