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Alles für den Glockenklang

Förderverein wollte erst nur den Turm sanieren. Längst steht die abgerissene Kirche wieder Alles für den Glockenklang

Die Kirche in Heinsdorf steht wieder – zwar kleiner als früher, aber ganz neu. Gegenwärtig sind die Maurer mit dem Innenputz beschäftigt. Vereinsvorsitzender und Ortsvorsteher Günter Ukro erläutert, was seit 2007 alles passiert ist, als nur der Turm saniert werden sollte.

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Günter Ukro zeigt, wo die Bühne der abgerissenen Kirche in Heinsdorf entstehen soll.

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Heinsdorf. Die Fördervereinsmitglieder aus Heinsdorf brennen für ihre Idee. Das ist Günter Ukro anzumerken. Der Ortsvorsteher ist seit 2012 Vorsitzender im Förderverein „Sanierung Kirche Heinsdorf“. Dabei ging es bei der Vereinsgründung vor acht Jahren zunächst nur um den Turm. Doch jetzt gibt es nicht nur den Turm, sondern auch ein ganzes Kirchenschiff.

„Wir wollten eigentlich nur die Glocken mit dem wundervollen Ton wieder läuten hören“, sagt Ukro. Das ging nicht. Der Turm war seit 1995 gesperrt, das Glockenläuten war nicht mehr möglich. Die Kirche war 1970 bis auf eine Mauerhöhe von 2,50 Meter abgerissen worden. Dabei war der Turm zwar saniert und um acht Meter verkürzt worden.

„Günter Schliebener hat dann schlafende Hunde geweckt“, beschreibt Günter Ukro die Gründung des Vereins. „Das ist ein Fullltime-Job, besonders im Herbst, wenn die Aquise der Geldgeber zu meistern ist“, sagt er und ergänzt, dass er erst im Rentenalter den Vereinsvorsitz übernehmen konnte. Nötig war der Wechsel, weil Günter Schliebener aus gesundheitlichen Gründen 2012 einen Nachfolger benötigt hat.

Die Glocken können schon bald läuten

Die Glocken können schon bald läuten

Quelle: Behrendt

Da war der Turm längst saniert, die Glocken läuten schon 2010. „In den ersten Wochen gingen überall die Fenster auf, weil sie viele hören wollten“, freut sich der Vereinschef noch heute. Damit war das Vereinsziel eigentlich erreicht. „Wir mussten aber zur Turmsanierung Teile des Kirchenschiffbodens freilegen, um an das Fundament des Turms zu kommen“, erläutert Ukro und zeigt auf den großen Feldstein-Haufen, den damals Ein-Euro-Jobber per Hand und Karre aus dem Boden geholt haben.

So entstand der kleine Raum eher zufällig. Doch nun war es vorstellbar, einen Teil des Schiffs wieder zu nutzen. „Beim Turm war es viel einfacher. Da war die Denkmalbehörde unser Ansprechpartner. Beim Schiff war alles komplizierter, es war ein Neubau.“ Da hatten viele mitzureden. Im vergangenen Jahr wurde schließlich das Dach fertiggestellt.

Jetzt sind zwei Firmen dabei, im achten und neunten Bauabschnitt das kleine Kirchenschiff wetterfest zu machen. Es wird komplett verglast. Die kleineren Scheiben des Lichtbandes hat die Dahmenser Firma Strehlow bereits eingebaut. Am Mittwoch soll es weitergehen. Die Maurer des Zellendorfer Unternehmens Ehrenberg bringen Schlemmputz auf, damit die Struktur der Steine sichtbar bleibt. Und Heiligabend können sich dann alle davon überzeugen, wie toll es ist, die verglaste Kirche vor der Haustür zu nutzen.

Drei bis vier Veranstaltungen im Jahr finden in der Kirche statt. Die nächste ist am 11. Oktober, wenn der Raduga-Chor auftritt. Zum Tag des offenen Denkmals im September wird wohl auch geöffnet sein.

Im Turm gibt es eine Ausstellung über die Geschichte des Hauses. Ein Foto der Familie Schwarm fehlt dort allerdings. Denn diese gehört auch zur Historie der Kirche dazu. „Das Paar hat in der Kirche von der grünen über silberne und goldene bis zur diamantenen Hochzeit alle Jubiläen begangen“, sagt der Ortsvorsteher. In der Ausstellung sind auch Bilder vom Inventar der abgerissenen Kirche zu sehen. „Niemand weiß, wo es hingekommen ist“, bedauert Ukro. Nicht nur er hofft, dass sich eine Spur findet.

Mehr Glück hatte der Verein bisher mit dem Auftreiben der finanziellen Mittel. „Von der Landeskirche bekommen wir nichts“, sagt Ukro, der versteht, dass erst mal vorhandene Gotteshäuser berücksichtigt werden. Dennoch seien bis zum siebten Bauabschnitt gut 135 000 Euro aufgebracht worden. Bis zum Jahresende könnten 160 000 Euro verbaut werden, auch der Kreis, der hiesige Gastwirt und viele andere halfen. Ukro zeigt auf die Mauer am Ende des Kirchenschiffs. „Hier kommt eine kleine Bühne hin“, sagt er.

Um an Geld zu kommen, wurde an jede Tür geklopft. „Die Hermann-Reemtsma-Stiftung hat uns mehrmals sehr gut unterstützt. Auch bei der Friede-Springer-Stiftung haben wir nicht vergeblich gefragt“, sagt Ukro. Aus Heinsdorf kamen auch 12 000 Euro zusammen. „Manche Familien haben 500 Euro gegeben“, sagt der Vereinschef. Günter Ukro hofft, dass die Sponsoren zum Herbstfest kommen. Dort können sie sehen, was mit ihrem Geld passiert ist. Vielleicht legen sie dann noch ein wenig für den fehlenden Fußboden nach.

Von Gertraud Behrendt

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