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12:05 05.04.2016
Katzen-Deko Wünsdorf: Inhaberin Silvia Gizinski (l.) und ihre Tochter Jola Maria. Quelle: Christian Zielke
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Wünsdorf

Ein bekannter Tierfutterhersteller warb einst mit dem Spruch, dass Katzen ausschließlich seine Produkte kaufen würden. Könnten sich Katzen aussuchen, wie sie wohnen, würden sie das womöglich mit Möbeln „Made in Wünsdorf“ tun. Dort stellt die Firma Katzen-Deko Kratzbäume und Körbe her, die Verkaufsschlager in der ganzen Welt sind.

Familienbetrieb seit über 20 Jahren

Die Geschichte des Familienunternehmens begann vor mehr als 20 Jahren. Silvia Gizinski nähte damals Gardinen im Vogtland, doch die Geschäfte liefen wegen der Konkurrenz der Möbelhäuser immer schleppender. „Ich hatte immer weniger zu tun“, sagt die 66-Jährige. Auf einer Katzenausstellung kam dann die Wende.

Dort bot Silvia Gizinski zum ersten Mal selbstgenähte Gardinen für die Käfige, in denen die Katzen ausgestellt wurden. „Plötzlich wollten immer mehr Leute unsere Sachen haben“, erinnert sie sich. Auch die ersten selbst hergestellten Kissen gingen weg wie geschnitten Brot. „Unsere ersten 100 Gardinen waren an einem Wochenende ausverkauft“, sagt sie. Im Gegensatz zu der übrigen damals erhältlichen Ware konnten ihre Sachen bei hohen Temperaturen gewaschen werden. „Wenn man bedenkt, wie oft sich Katzen übergeben, war das ein großer Fortschritt“, sagt Tochter Jola Maria. Den Hygiene-Vorteil haben die Produkte bis heute. Alle Körbe, Kissen und Bezüge der Kratzbäume überleben Waschgänge bei 60 Grad. Sie sind aus Mikrofaser oder Baumwolle gefertigt – in Wünsdorf.

Holzbauteile aus Behinderten-Werkstätten

Fritz Hille und Bastian Borchert bilden die Produktionsabteilung. Aus Holzplatten, Pappröhren und Edel-Sisal bauen sie die Kratzbäume zusammen. Einige der Holzeile werden in den Wünsdorfer Werkstätten von behinderten Menschen vorgefertigt. Dass die Katzen es kuschelig haben, dafür sorgen Marzena Pyda und Beate Woblack. Die beiden Näherinnen machen aus Baumwoll- und Mikrofaser-Stoffbahnen Kissen, Bezüge und Höhlen.

Fritz Hille (l.) und Bastian Borchert stellen Kratzbäume für Katzen her. Quelle: Christian Zielke

Für Beate Woblack ist die Arbeit ein Traumberuf. Bis zum Mauerfall nähte sie für die Deutsche Reichsbahn. Als nach der Wiedervereinigung die volkseigene Textilwirtschaft am Boden lag, kämpfte sie ums Überleben, hatte immer wieder andere Jobs und hielt sich mit Brautkleidern und kleinen Aufträgen über Wasser. Als sie vor dreieinhalb Jahren die Stelle bei den Gizinskis bekam, sei das wie ein Volltreffer gewesen. Dort könne sie ihre Liebe zu Katzen und die Leidenschaft fürs Nähen miteinander verbinden. Ihre drei eigenen Katzen sind eine Art Entwicklungsabteilung des Unternehmens. „Sie mögen am liebsten Baumwolle“, sagt Beate Woblack. Katzenbesitzer bevorzugen die pflegeleichte Mikrofaser, die sich anfühlt wie ein Plüschtier und nicht fusselt.

Kratzbäume für die ganze Welt

Ideen für neue Produkte kommen oft von den Kunden. Die Kratzbäume aus Wünsdorf sind auf der ganzen Welt gefragt. Sogar in der Schweizer Botschaft in Dubai steht einer. Die Klettertürme tragen die Namen der Städte, in denen sie sich am besten verkauft haben oder zu denen es eine besondere Geschichte gibt. So trägt ein Kratzbaummodell den Namen Monte Carlo.

Prinzessin Caroline von Monaco am Kratzbaum-Stand

An die Stadt in Monaco haben die Gizinskis ganz besondere Erinnerungen. Als sie vor ein paar Jahren zur Messe waren, wurde ihr Wohnmobil mit einer Polizeikolonne zur Ausstellung eskortiert – vorbei am Jachthafen und den Schauplätzen des Formel-Eins-Rennens. Höhepunkt war der Besuch von Prinzessin Caroline von Monaco am Stand. „Wir haben sogar ihre Hand geschüttelt. Das war Wahnsinn“, sagt Jola Maria Gizinski. Seit sie Kind war, ist sie mit ihren Eltern in Europa unterwegs. Um mit den Kunden in Kontakt zu kommen, hat sie sich zur Fremdsprachenassistentin ausbilden lassen, spricht fließend französisch und englisch und betreut die Internetseite des Unternehmens.

In der kommenden Woche geht es nach Frankreich, dann in die Niederlande und nach Norwegen. Daran, dass sie höchstens ein Wochenende im Monat zu Hause ist, hat sich die 26-Jährige mit einem Faible für die Musik und Kleidung der 50er Jahre gewöhnt. „Es macht mir Spaß. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen.“

Von Christian Zielke

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