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Allstar-Treffen im Kulturquartier

Jüterbog Allstar-Treffen im Kulturquartier

Beim 18. Jüterboogie-Festival wurde zusammen gejammt und getanzt. Fans zeigten sich begeistert von den Musikern zum Anfassen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr lockte die Veranstaltung dieses Mal sogar wieder mehr Besucher ins Haus.

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Der Auftritt von Sänger Henry Heggen, Schlagzeuger Micha Maass und Pianist Henning Pertiet.

Jüterbog. „Wer von euch ist seit dem ersten Mal hier?“, fragte Micha Maass am Samstagabend in das Publikum. Mehrere Hände gingen daraufhin nach oben. Zum 18. Mal begrüßte der Veranstalter und gebürtige Jüterboger seine Gäste beim Jüterboogie-Festival im Kulturquartier Mönchenkloster. „Ich habe eine Tochter, die gerade 18 geworden ist“, erklärt Maass daraufhin verblüfft.

Publikum reagiert begeistert auf die erste Künstlerin

Kurz darauf nahm er gewohnt am Schlagzeug Platz, um die erste Künstlerin bei dem großen Allstar-Treffen zu begleiten. Kat Baloun packte die Zuhörer ab der ersten Minute mit ihrer kraftvollen Stimme.

Die in Texas geborene und in Ohio aufgewachsene Blues-Sängerin lernte von ihrer Mutter das Violinenspiel und Singen. Anfang der siebziger Jahre entdeckte sie dann den Blues für sich und fing mit nur 13 Jahren an Mundharmonika zu spielen – das macht sie bis heute.

Seit 1994 lebt die 61-Jährige Amerikanerin in der deutschen Hauptstadt. „Ich kam nach Berlin und war sofort verzaubert. Ich fühlte mich angekommen und zu Hause“, erzählt die Sängerin gerührt. Für sie ist allein die Erinnerung daran noch immer ein höchst emotionaler Moment.

Ihr wichtigster Song gilt einer Frau

Kat Baloun covert nicht nur, sondern schreibt auch ihre eigenen Songs. Oft spielen darin Männer eine Rolle. Ihr wichtigster Song jedoch ist „Blues for Mary Lou“. In ihm widmet sie sich einer Frau – ihrer Mutter, die 2006 verstarb. „Er ist irgendwie dunkel, aber lustig“, erklärt Baloun.

Obwohl die Sängerin und ihre Mutter bis zuletzt eine große Liebe verband, war es für die Blues-Sängerin nicht immer leicht. „Meine Mutter war Alkoholikerin, hat aber aufgehört. Früher als Kind war es schwierig“, erklärt sie.

Balouns Mutter Mary Lou arbeitete als Musikerin und Krankenschwester. Der Job im Krankenhaus habe ihre Mutter kaputt gemacht, erzählt die 61-Jährige. „Das ganze Leid, vor allem bei Kindern, war für sie schwer zu ertragen“, so Baloun.

Kat Baloun begeisterte mit ihrer charakterstarken Stimme

Kat Baloun begeisterte mit ihrer charakterstarken Stimme.

Quelle: Isabelle Richter

Gerade wegen dieser Vergangenheit gelingt es ihr vielleicht besonders die Zuhörer mitzureißen. Denn Kat Baloun ist nicht nur technisch eine hervorragende Sängerin. Bei ihr stimmt auch das Gefühl. Mit ebenfalls bekannten Größen des Blues und Boogie Woogie, der übrigens nur „eine schnellere Form des Blues“ ist, wie Besucherin Ruth Zehner aus Kleinmachnow erklärt, ging es weiter.

Pianist beeindruckt mit seiner Schnelligkeit

Überzeugen konnte dabei auch Henning Pertiet mit seinen unglaublich schnellen Fingern am Klavier. „Ich bin ganz begeistert. Er hat sich vom Anfang so dermaßen gesteigert und wirklich besondere Elemente drinnen gehabt“, sagt Ruth Zehner.

Auch die beiden Berliner Uli und Volker sind echte Bluesfans, erzählen sie. „Das ist handgemachte Musik und kein musikalischer Matsch. Die können auch ohne Verstärker spielen“, sagt Uli. Kumpel Volker nickt.

In Jüterbog sind die beiden Freunde das erste Mal. Die Kulisse gefällt. „Wir kommen nächstes Jahr wieder“, kündigt Volker an. Dann sind sie wieder Teil des immer größer werdenden Publikums – mit 230 verkauften Karten kamen dieses Jahr wieder mehr Gäste als im vergangenen.

Von Isabelle Richter

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