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Alltag im Spiegel junger Autoren

Rangsdorf Alltag im Spiegel junger Autoren

Beim kreisoffenen Dichterwettstreit für Schüler in Rangsdorf ging es um Missachtung, Gewalt und eine Überraschung zum Valentinstag. 16 Mädchen und Jungen hatten ihre Texte eingereicht, die durch ihren genauen Blick auf traurige Realitäten verblüfften.

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Mobbing in der Schule wählte Charlotte Hielscher (stehend) als Thema – und gewann damit.

Quelle: Andrea von Fournier

Rangsdorf. Zum Dichterwettstreit hatte die Gedok Brandenburg am Wochenende in den Rangsdorfer „Kunstflügel“ geladen. Beiträge Heranwachsender der Altersgruppe der Fünft- bis Dreizehntklässler waren zu einem Stichtag eingesandt und von einer fachlich versierten Jury geprüft worden. Der gehörten die Autorin Yvonne Zitzmann, Journalistin Elke Höhne, beide aus Rangsdorf, sowie die bekannte Potsdamer Kinderbuchautorin Christa Kozik an.

16 Schreibbegeisterte fanden sich nun mit Familienangehörigen und Freunden, aber auch Rangsdorfer Neugierigen zum Lesen ihrer Texte ein. Am Schluss entschieden die Zuhörer per Stimmabgabe, wer in den beiden Altersgruppen der bis Achtklässler und der Älteren das beste „Gesellenstück“ zum Thema „Spuren“ ablieferte. Mit ein wenig Lampenfieber erwarteten Melissa Geßler, Berit Halle und Jule Pickenbach den Wettstreit.

Spannung bei einem fiktiven Chatprotokoll

Melissa hatte bereits 2016 teilgenommen und ein Gedicht zum damaligen Thema „Unterwegs“ eingereicht. Diesmal startete sie mit der Prosa „Unter den Lebenden“. Berit und Jule hatten gemeinsam einen fiktiven Chatverlauf geschrieben, den sie mit verteilten Rollen lasen und den das Publikum gespannt verfolgte. „Ein unvergesslicher Valentinstag“ wird den beiden jungen Frauen im Chat zuteil, als eine der beiden merkt, dass sie in ihrer Wohnung nicht allein ist. Sie bittet ihre Freundin, ihr zu Hilfe zu kommen. Als die Freundin eintrifft, werden Fußspuren auf dem Flur und Blutspritzer an der Küchenwand entdeckt. Am spannendsten Punkt kommt die Entwarnung: In der Küche sitzt der Freund der Wohnungsinhaberin am festlich gedeckten Tisch und hat das Lieblingsessen – Nudeln mit Tomatensoße – gekocht. Daher die roten Spitzer an der Wand.

Es gab Lachen und viel Beifall von den Zuhörern, doch so leicht und humorvoll gab sich kein anderer Beitrag. „In diesem Jahr haben auffallend viele Texte mit Gewalt, Depressionen und Aggressivität zu tun“, so Elke Höhne. Die ernsten Töne waren nicht nur bei den älteren Schülern zu hören. Charlotte Hielscher schrieb über Mobbing in der Schule. Ver- oder Missachtung durch Mitmenschen, Nachbarn, Passanten kam in mehreren Stücken zum Ausdruck, ebenso Gewalt in der Familie, die Pflegeelternproblematik, Drogen, Mord und Unfalltod.

Einige Texte zeugten bereits von Reife und Tiefgang. Bei den meisten konnte man nur hoffen, dass sie der Fantasie des Autoren entstammten. „Es ist schön, dass ihr in einer Zeit von Internet und TV zum Schreiber greift und kreativ werdet!“, lobte Christa Kozik alle Teilnehmer. Die Gewinner am Ende waren Charlotte Hielscher und bei den älteren Teilnehmern Vivien-Shamaine Bode.

Von Andrea von Fournier

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