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Alt und gepflegt werden im Quartier

Luckenwalde Alt und gepflegt werden im Quartier

Die seit fast einem Jahr bestehende „Fachstelle Altern und Pflege im Quartier“ (Fapiq) führte am Donnerstag ihr erstes Dialogform zu Fragen des Alterns im vertrauten Wohnumfeld durch. Die erste Station war Luckenwalde. Weitere Veranstaltungen dieser Art sollen in den anderen brandenburgischen Landkreisen folgen.

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Sozialministerin Diana Golze (Linke, l.) begrüßte die Teilnehmer des Dialogforums im Luckenwalder Kreistagssaal.

Quelle: Hartmut F. Reck

Luckenwalde. Die Zahl der Alten und Pflegebedürftigen steigt, dafür sinkt die Zahl der Gesamtbevölkerung und somit auch die der Pflegefachkräfte. Um diesem Teufelskreis zu entrinnen, versucht das brandenburgische Sozialministerium Lösungen zu finden, die außerhalb der üblichen stationären Pflegeheime liegen. Ziel ist es, das Altern und die Pflege so lange wie möglich im gewohnten Lebensumfeld der Menschen zu gestalten.

Hintergrund

103 000 pflegebedürftige Menschen leben in Brandenburg. Das sind 4,2 Prozent der Gesamtbevölkerung. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 3,3 Prozent.

174 000 pflegebedürftige Brandenburger dürften es bis 2040 sein, wenn sich die Bedingungen nicht ändern. Das wären acht Prozent der Gesamtbevölkerung.

36 000 Menschen sind im Kreis Teltow-Fläming älter als 65 Jahre. Das sind 22 Prozent der Gesamtbevölkerung. 16 Prozent sind älter als 70 Jahre.

Bis 2020 wird die Zahl der Personen im berufsfähigen Alter um neun Prozent zurückgehen und bis 2030 um ein Viertel sinken. Die Über-65-Jährigen werden bis 2030 um 57 Prozent zunehmen.

Dazu hat Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze (Linke) eine Pflegeoffensive gestartet, wozu das Modellprojekt „Fachstelle Altern und Pflege im Quartier“ (kurz: Fapiq) gehört. Diese gibt es seit einem knappen Jahr und führte am Donnerstagnachmittag ihren ersten Fachdialog zu diesem Thema im Luckenwalder Kreishaus durch. Knapp 50 Vertreter von Kommunen, Sozialverbänden und Pflegeeinrichtungen aus dem Landkreis Teltow-Fläming und einzelne aus dem Nachbarkreis Dahme-Spreewald nahmen daran teil. Weitere Fachdialoge sollen in den anderen Landkreisen Brandenburgs folgen.

Niemand bereitet sich so richtig darauf vor

Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) stellte die rhetorische Frage: „Wer von uns will nicht so lange wie möglich in seinem Umfeld bleiben?“ Jeder wisse, was auf ihn zukomme, aber niemand bereite sich so richtig darauf vor, meinte die Landrätin, was entsprechende Beratungs- und Hilfsstrukturen umso wichtiger mache. Im Landkreis Teltow-Fläming sei fast jeder fünfte Einwohner älter als 65 Jahre – mit steigender Tendenz, rechnete Wehlan vor. Besonders betroffen vom demografischen Wandel seien die ländlichen Regionen. „Dahme und Jüterbog sind die ältesten Kommunen“, berichtete sie.

Ziel der Kreispolitik sei es, eine starke Seniorenarbeit zu leisten. So stehe man nicht mehr am Anfang beim Thema altersgerechte Gestaltung von Wohnraum und Umfeld. Gemeinsam mit Seniorenbeauftragten, der Kreishandwerkerschaft und Gesundheitsdienstleistern baue man ein Netzwerk auf. Wehlan wies auf den Pflegestützpunkt in der Kreisstadt hin, der Besucher berate, aber auch die Menschen zu kostenlosen Beratungsgesprächen aufsuche. Weiteren Impulsen stehe man offen gegenüber.

Pflege der Zukunft

„Die Pflege der Zukunft ist eine der größten sozialpolitischen Herausforderungen unserer alternden Gesellschaft“, sagte Diana Golze zum Auftakt der Veranstaltung. Das betreffe vor allem die Kommunen, weil die Menschen dort alt und gepflegt werden wollen, wo sie leben und ihr Zuhause haben. „Die Pflege der Zukunft ist die Pflege im Quartier“, sagte die Ministerin. Um die dafür notwendigen alternsgerechten Strukturen zu schaffen, brauche man Unterstützungsangebote vor Ort. Die neue Fachstelle unterstütze seit diesem Jahr Kreise, Kommunen und lokale Initiativen dabei. Wichtig sei, die Pflegebedürftigkeit erst gar nicht entstehen zu lassen beziehungsweise sie durch gesundheitspolitische Maßnahmen zurückzudrängen. Dazu könnten auch Betriebe mit Fitnessräumen oder ähnlichem beitragen. Die Dialogforen sollten Denkprozesse auslösen.

Dabei wolle die Fapiq Impulsgeber sein, sagte Fachstellenleiterin Anja Ludwig. An drei Tischen diskutierten die Teilnehmer über die Fragen „Gibt es ideale Wohnform im Alter?“, „Unterstützung im Alltag – Eine Frage der Motivation Ehrenamtlicher?“ und „Wer kümmert sich um alternsgerechte Strukturen im Wohnumfeld?“

Von Hartmut F. Reck

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