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Altar der Dorfkirche Siethen wird 400 Jahre alt

Siethen Altar der Dorfkirche Siethen wird 400 Jahre alt

Seit 1616 hat die mittelalterliche Dorfkirche in Siethen einen Altar. Das wird am 1.Oktober mti einer Festveranstaltung gefeiert. Das Renaissance-Stück ist der einzige Kirchenteil, der noch restauriert werden muss. Sein Holz ist wurmstichig, die Farben brauchen dringend eine Kur.

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Innen und außen ist in der aus dem Mittelalter stammenden Feldsteinkirche alles saniert, nur der Altar fehlt noch.

Ludwigsfelde. Wer den Altar in der Kirche Siethen geschaffen hat, das wissen selbst die beiden Frauen an der Spitze des Gemeindekirchenrates nicht. „Und das, obwohl wir uns nun wirklich seit so vielen Jahren mit der Kirche, ihren Details und wegen der Sanierung auch mit ganz vielen historischen Dokumenten befasst haben“, sagt Vize Yvonne Wendtland. Was sie und Vorsitzende Gabi Felgentreu jedoch genau wissen: In diesem Jahr wird der hölzerne Renaissance-Altar 400 Jahre alt. Und das soll gefeiert werden.

Festveranstaltung geplant

Für den 1. Oktober plant die Kirchengemeinde eine Festveranstaltung. „Vielleicht gelingt es uns ja damit, den Anstoß zu geben, um auch dieses letzte Stück unserer Kirche noch restaurieren lassen zu können“, so Wendlandt. Die 53-Jährige ist in Siethen groß geworden. Und auch wenn sie inzwischen in Ludwigsfelde wohnt, fühle sie sich mit Siethen nach wie vor sehr verbunden.

Der Altar ist der letzte unsanierte Teil der Kirche

Rund eine halbe Million Euro an Sanierungskosten stecken bereits in der Dorfkirche, deren älteste Teile aus dem 13. Jahrhundert stammen. Für die Sanierung des Feldsteinbaus mit Glockenturm hatten engagierte Kirchenmitglieder und -freunde nach dem Mauerfall einen Förderverein gegründet. Der ist zwar wie berichtet wegen eines Streits im Dorf inzwischen wieder aufgelöst. Doch die Sanierung aller Kirchenteile hat darunter nicht gelitten. Nun sind der Turm einschließlich der Uhr, das Turmdach mit dem Glockengestühl und das Dach des Kirchenschiffs saniert, der Innenraum ist gemalert. Nur dem Altar fehlt eine Grundsanierung: „Er wurde zwar im 19. Jahrhundert mal überarbeitet“, erzählt Yvonne Wendtland, „aber das Holz ist wurmstichig und die Farben müssten dringend erneuert werden“.

Gestiftet 1616

Der reich verzierte Altar war 1616 von zwei Familien gestiftet worden: von der Groeben – den sogenannten Erbsassen in Siethen , Alteingesessenen mit Grundbesitz  – und von Stüsseln. Das Markante dieses Dorfaltars sind seine reiche ornamentale Verzierung und der aufwendige architektonische Aufbau. Zur Bemalung heißt es in Kirchenunterlagen: „Die Gemälde weisen eine typische reformatorische Anordnung auf: Abendmahl, Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt.“

Sanierung der Kirche von vielen unterstützt

Weitere Details zur Geschichte des Altars sollen zur Festveranstaltung zu hören sein, ist in der Ankündigung zu lesen. Und beim anschließenden gemeinsamen Kaffeetrinken werde man sich auch darüber unterhalten, wie das Geld für die Restaurierung dieses Jubiläums-Altars zu beschaffen sein könnte, da sind sich die beiden Frauen Wendtland und Felgentreu ziemlich sicher. Beide sind übrigens gern im Innenraum der Kirche mit seinen markanten Details: den Bleiglas-Fenstern, die so gern als Fotomotiv genommen werden, dem Gestühl, der Empore, dem Kronleuchter oder der Kanzel mit ihrem geschnitzten Treppengeländer. Bei deren Renovierung in den Jahren 1914 und -15 hatte sich der Künstler stilistisch an den damals 300 Jahre zuvor geschaffenen Renaissance-Altar angenähert.

Die bisherige Sanierung der Siethener Kirche war neben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz auch von einheimischen Mittelständlern und vielen Privatpersonen unterstützt worden.

Von Jutta Abromeit

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