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Alte Häckselmaschine im Museum wird repariert

Jänickendorf Alte Häckselmaschine im Museum wird repariert

Gerhard Fröhlich (81) kann das Werkeln nicht lassen. Zurzeit repariert er in der Museumsscheune eine alte Häckselmaschine aus dem Jahr 1802. Der Senior wohnt jetzt in Eisenhüttenstadt und kommt immer wieder gern nach Jänickendorf zurück, denn dort ist er zur Schule gegangen.

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Gerhard Fröhlich (l.) und Manfred Bölke reparieren in der Museumsscheune eine alte Häckselmaschine.

Quelle: Elinor Wenke

Jänickendorf. Am wohlsten fühlt sich Rentner Gerhard Fröhlich, wenn er mit allerlei Werkzeug an alten Landwirtschaftsgeräten und Maschinen herumhantieren kann. Dafür geht er auch mal in die Knie oder klettert in das Innenleben der Maschine rein. Zurzeit repariert der 81-jährige gelernte Schmied in der Museumsscheune Jänickendorf eine alte Häckselmaschine aus dem Jahr 1802.

Manfred Bölke, der gemeinsam mit seiner Frau Gisela im Namen des Heimat- und Geschichtsvereins Nuthe-Urstromtal das kleine Museum betreibt, hat die alte Maschine vor 15 Jahren aus Ruhlsdorf gerettet. „Dort sollte sie verschrottet werden“, berichtet der 78-Jährige. Er weiß, wie die Häcksler damals funktionierten: „Die Bauern zerkleinerten damit das Futter für ihre Tiere – Rüben und Brennnesseln für die Schweine, Stroh für die Pferde.“ Mit einer Tretvorrichtung wurde das Gerät angetrieben. Wenn das nicht reichte, gab es zusätzlich eine Handkurbel.

Gerhard Fröhlich kniet sich im wahrsten Sinne in die Arbeit

Gerhard Fröhlich kniet sich im wahrsten Sinne in die Arbeit.

Quelle: Elinor Wenke

„Später kam ein Riemenantrieb für den Elektromotor dazu“, erzählt Gerhard Fröhlich, „deshalb wurde der mechanische Tretantrieb abgebaut und war an dem Exemplar nicht mehr vorhanden.“ Gerhard Fröhlich baut einen neuen nach historischem Vorbild. Seit drei Tagen werkelt, schraubt und montiert er. Manfred Bölke geht ihm dabei zur Hand.

Als Kind ist Gerhard Fröhlich in Jänickendorf zur Schule gegangen. In den 60er Jahren kehrte er dem Dorf zunächst den Rücken. Jetzt lebt der Senior in Eisenhüttenstadt, doch es zieht in immer wieder in seine alte Heimat zurück. Anfangs zu den Klassentreffen; später erfährt er, dass es die Museumsscheune gibt und wird dort Stammgast. „Manchmal, wenn ich im Bett liege und über das Leben nachdenke, fallen mir die schönen Erinnerungen an die Jugend und an Jänickendorf ein“, sagt er.

Gerhard Fröhlich brachte schon einige Ausstellungsstücke

Gisele Bölke (73) freut sich über den auswärtigen Gast. „Er hat uns immer mal wieder ein Exemplar für die Scheune hergebracht, zum Beispiel unser ältestes Gerät, einen Torfspaten aus dem 10. bis 11. Jahrhundert“, sagt sie. Bereits im Jahr 2008 hat er ein altes Bindegerät für Backreisig gebaut. „Darin werden Zweige und Äste als Feuerung für den Backofen zusammengebunden“, sagt Manfred Bölke und führt die Funktion vor, „ähnlich wie heutzutage die Weihnachtsbäume in Netzen verpackt werden.“

Mehrere tausend Ausstellungsstücke in der Museumsscheune spiegeln die Entwicklung auf dem Lande wider. Wenn eines der in die Jahre gekommenen Geräte repariert werden muss, kann das eigentlich nur jemand, der es aus eigenem Erleben kennt. Gerhard Fröhlich und Manfred Bölke sind sich sicher, dass sie die uralte Häckselmaschine in Kürze wieder in Gang bringen können. „Es ist schön, wenn wir die Technik unseren Besuchern auch vorführen können“, freut sich Gisela Bölke.

Von Elinor Wenke

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