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Alte Schollen werden neu aufgeteilt

Flurneuordnung im Niederen Fläming Alte Schollen werden neu aufgeteilt

Die oft unklaren Eigentumsverhältnisse auf den Äckern und die oft fehlende Anbindung ans Wegenetz ist deren Bewirtschaftern im Niederen Fläming seit langem ein Dorn im Auge. Mit der Anordnung zur Flurneuordnung bekommen sie nun vom Land Rückendeckung. Etwa zehn Jahre wird das bürokratische Verfahren dauern.

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Rappelvoll war es zur Informationsveranstaltung im Speisesaal der Werbiger Ludwig-Achim-von-Arnim-Grundschule.

Quelle: Uwe Klemens

Werbig. In Reih und Glied standen die knapp 200 Stühle im Speisesaal der Werbiger Grundschule, kaum einer davon blieb frei. Denn das Thema der Flurneuordnung ist für die meisten Besitzer von Ackerflächen zwischen Schlenzer, Nonnendorf und Welsickendorf derzeit ein Buch mit sieben Siegeln. Am Ende der amtlich verfügten Neuordnung sollen auch die Flure ordentlich in Reih und Glied unter den Flächenbesitzern aufgeteilt werden, um das derzeitige Katasterwirrwarr zu beenden. Wo keine gütliche Einigung erzielt werden kann, soll dies in letzter Konsequenz per Anordnung erfolgen.

Die Zusammenkunft in Werbig diente als Informationsveranstaltung über den genauen Ablauf des Verfahrens. „Wenn alles gut geht“, so die zuständige Regionalteamleiterin für Bodenordnung im Landesamtes für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF), Iris Reppmann, „ist das Verfahren in etwa zehn Jahren mit den entsprechenden Änderungen in den Grundbüchern und einer neuen Flurkarte abgeschlossen.“

Initiator des Verfahrens sind die Pächter der fast ausschließlich landwirtschaftlich genutzten Äcker, die seit langem über unstimmige Grenzziehungen, die Zerrissenheit der bewirtschafteten Flächen und fehlende Wege klagen. Versuche, diese Störfaktoren individuell zu beseitigen, sind praktisch zum Scheitern verurteilt, weil es zu viele Beteiligte gibt.

Rückendeckung dafür, die für sie günstige Flurneuordnung letztendlich sogar gegen den Willen der Eigner durchzusetzen, erhalten die Pächter vom Land. Eine einmalige Chance, das vor allem zu LPG-Zeiten entstandene Chaos zu beenden und zugleich die Infrastruktur innerhalb der Gemarkung, beispielsweise durch Wegebau und Maßnahmen gegen die Bodenerosion, zu verbessern, nennen es die Befürworter. Denn sämtliche Planungs-, Vermessungs- und Katasterkosten werden zu einhundert Prozent, die Kosten für Wegebau, Grenzsteinsetzung und Ähnlichem immerhin zu 75 Prozent vom Land Brandenburg getragen. Welche Maßnahmen genau am Ende in der jeweiligen Gemarkung realisiert werden, entscheiden dann die Flächenbesitzer, die als sogenannte Teilnehmergemeinschaft aus ihrer Mitte einen Vorstand wählen, der die Vorstellungen bündelt und am Ende darüber entscheidet.

Vor allem zum Thema Geld gab es in der abschließenden Diskussionsrunde viele Anfragen. „Beim Geld wird’s schwierig. Was hagen.

„Das haben wir bereits vor zwei Jahren versprochen und auch mein Nachfolger wird sich daran halten“, lautete die Erwiderung vom früheren Geschäftsführer der Agrar GmbH Werbig, Norbert Mönnich. Auch die gleichlautenden Zusagen der übrigen Pächter wurden von Iris Reppmann ins Protokoll genommen.

Vermutlich im kommenden Frühjahr wird nach dem amtlichen Anordnungsbeschuss zur Neuordnung die Vorstandswahl erfolgen. Danach erfolgen die Wertermittlungen sowie die Anhörungen zu den Wünschen. Im Anschluss daran wird mit der Ausarbeitung der neuen Flurkarten begonnen. Gegen diese können Betroffene zwar Widerspruch einlegen, werden letztlich aber bei Nichteinigung zur Duldung gezwungen. „Mitgehangen – mitgefangen“, so bringt es Iris Reppmann plastisch auf den Punkt. Einen anderen Weg, die zu DDR-Zeiten entstandene Schieflage zu beenden, sieht die Regionalteamleiterin für Bodenordnung nicht.

Von Uwe Klemens

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