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Alte Taubenhäuser und ihre Geschichte

Ausstellung in Dahlewitz Alte Taubenhäuser und ihre Geschichte

Im Bürgerhaus Dahlewitz ist am Freitagabend die Ausstellung „Alte Taubenhäuser und ihre Geschichten“ eröffnet worden. Carsten Preuß hat die Taubenhäuser fotografiert. Einige von ihnen stehen unter Denkmalschutz, einige wurden liebevoll saniert, viele von ihnen sind jedoch sanierungsbedürftig, und kaum eines wird noch zur Taubenhaltung genutzt.

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Anke Treffkorn (r.) vom Verein und Carsten Preuß, der die Taubenhäuser dokumentiert hat.

Quelle: Orth

Dahlewitz. Mal mit Satteldach, mal mit dekorativem Freigespärre: die Ausgestaltung der Taubenhäuser in Teltow-Fläming ist reich an Varianten. Seit vergangenen Freitag ist im Dahlewitzer Bürgerhaus die Ausstellung „Alte Taubenhäuser und ihre Geschichten“ zu sehen, organisiert vom Verein historisches Dorf Dahlewitz.

Carsten Preuß hat die Taubenhäuser fotografisch dokumentiert. Die Fotoserie geht auf eine Broschüre zurück, die er für den Landkreis 2004 erstellt hat. Der studierte Landwirt weist in der Eröffnungsveranstaltung auf die historische und kulturelle Bedeutung der Taubenhaltung hin. „Heute hat die Taube ein schlechtes Image“, sagt Preuß. Besonders im Hinblick auf die Verunreinigung in Großstädten. Dass dies nicht immer so war, belegen die architektonisch aufwendigen Bauten, die man vor rund 100 Jahren auf großen Guts- und Herrenhöfen gestaltet hat. Oft wurden sie auch kombiniert genutzt, als Plumsklo, Hundehütte oder Abstellkammer. Die Alleinstellung der Häuser hatte auch einen praktischen Grund. Taubenmist erwärmt sich sehr schnell, einen Hausbrand musste man so nicht riskieren.

Eines der ältesten Taubenhäuser steht in Diedersdorf

Die Gelasse aus Stein verdeutlichen aber auch die einstige Wertschätzung der Taube. „Es war eine Prestigefrage, wer sich Tauben halten konnte“, sagt Carsten Preuß. Denn ein Taubenpaar verzehrt jährlich rund 100 Kilogramm Korn. Die Taube war ein Luxusgut, daher finde man die alten Taubenhäuser vermehrt auf ehemals adligen Gehöften und Klosteranlagen wieder. In der Region hatte die Taubenzucht nach Kriegsende zunächst zugenommen. In den 1960ern ging die Haltung aber wieder zurück. Preuß vermutet, dass durch die Kollektivierung zu Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften die Taube auf einzelnen Höfen verschwand.

Eines der ältesten Taubenhäuser befindet sich auf Gut Walden und dem Schlossgelände in Diedersdorf. Groß Kienitz stellt mit sieben Taubenhäusern den Rekord der Sammlung dar. 50 Häuser hat Carsten Preuß nach mehrjähriger Recherche entdeckt. Nicht alle sind denkmalgeschützt. Er wünscht sich, „dass diese Kleinode nicht in Vergessenheit geraten.“

Von Krischan Orth

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