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Teltow-Fläming Alte Teerfabrik als Umweltrisiko
Lokales Teltow-Fläming Alte Teerfabrik als Umweltrisiko
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05:00 12.07.2016
Die Gebäude der ehemaligen Teerfabrik in Woltersdorf verfallen immer mehr. Der Boden ist belastet. Quelle: Margrit Hahn
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Woltersdorf

Die leerstehende Teerfabrik in Woltersdorf verfällt zunehmend. Bis kurz nach der Wende noch in Teilen durch den Bauhof der Gemeinde genutzt, zerfällt das Industriegebäude des ehemaligen Daveda-Komplexes zusehends. Vielen Woltersdorfern ist das unansehnliche Gelände ein Dorn im Auge.

Geschichtlicher Hintergrund

1919 soll die Teerpappenfabrik auf dem Areal einer Champignonzucht aufgebaut worden sein.

1923 gab es den ersten Zwischenfall mit Wasserverunreinigungen, der 1940 vor Gericht ging. Daveda bot an, eine Ersatz-Wasserversorgung zu schaffen.

1973 wurde der Betrieb nach der Verstaatlichung geschlossen, wegen Rohstoffknappheit.

Nach 1990 wurde ein Rückübertragungsanspruch gestellt, der wegen der Altlasten zurückgezogen wurde. Seit 2002 ist die Gemeinde Eigentümer.

„Insbesondere der Abriss und die Sanierung des Areals stellen Woltersdorf und die Gemeindeverwaltung vor eine enorme, auch finanzielle Aufgabe“, sagt Ortsvorsteher Markus Strube, „seit Jahren wird im Rahmen der Möglichkeiten zwar immer wieder ein wenig getan, in Summe reicht es jedoch nicht.“ Man bemühe sich gemeinsam, eine dauerhafte Lösung zu finden, was einerseits einen langen Atem und andererseits eine gewisse Hartnäckigkeit erfordert, um sich durch diverse Förderprogramme und Antragsrichtlinien sowie verschiedenste Bestimmungen zu arbeiten.

Die Teerfabrik ist völlig marode. Quelle: Margrit Hahn

„Hier wird sich hoffentlich die Teilnahme am Stadt-Umland-Wettbewerb auszahlen, an dem sich die Gemeinde Nuthe-Urstromtal beteiligt hat. Wir hoffen, dass sich alles zum Positiven fügt und der Schandfleck in Woltersdorf endlich verschwindet“, sagt der Ortsvorsteher.

Stillegung 1972 ohne Altlasten-Entsorgung

1972 wurde der Betrieb stillgelegt, ohne dass die gefährlichen Abfälle entsorgt wurden. Einige unterirdische Behälter waren so tief, dass der Inhalt sogar ins Grundwasser gelangte.

2005 erhielt die Gemeinde einen Bescheid des Landkreises über die erforderliche Entsorgung der Altlasten. Im selben Jahr wurde über das Bundesforschungsprojekt Refina eine Arbeitsgruppe gebildet und ein erstes Gutachten zum Zustand des über 300 Quadratmeter großen Geländes gefertigt. Eine erste Zustandsbesichtigung fand im Mai 2006 statt. Seit 2007 wird das Grundwasser kontrolliert. Im November 2009 wurde eine Anwohnerversammlung für alle betroffenen Straßen einberaumt und davor gewarnt, Wasser aus dem eigenen Brunnen zu nutzen.

Unklar ist, wie viele Teerbehälter im Boden stecken

„Wir arbeiten seit Jahren an der Beseitigung des Problems“, erklärt Nuthe-Urstromtals Bürgermeisterin Monika Nestler (Linke). So werden seit neun Jahren jährlich 20 000 Euro für den schrittweisen Rückbau eingesetzt. Die offenen Teerabsetzbecken, Schornsteine und Lösungsmittelgruben wurden inzwischen entsorgt. „Wir sind in der Pflicht und müssen dem Landkreis gegenüber Rechenschaft ablegen, was gemacht wird“, berichtet Monika Nestler. Allerdings weiß man bei der Verwaltung nicht genau, wie viele Teerbehälter sich tatsächlich noch in der Erde befinden. Fest steht, dass die Schadstoffwerte stagnieren.

Nun wird über eine Nachnutzung des Areals nachgedacht. Da die Gemeinde Nuthe-Urstromtal gemeinsam mit Luckenwalde und Trebbin den Stadt-Umland-Wettbewerb des Landes gewonnen hat, will man versuchen, das Daveda-Gelände zu entkernen und dort eine Ladestation für Elektromobile zu installieren. „Damit würde auch der Bahnhof aufgewertet“, sagt Ute Krüger von der Verwaltung.

Von Margrit Hahn

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