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Teltow-Fläming Alte Uhr ist wieder an Tzschackschs Geschäft
Lokales Teltow-Fläming Alte Uhr ist wieder an Tzschackschs Geschäft
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00:18 28.04.2017
Endlich tickt die große Uhr wieder am Geschäft von Uhrmachermeister Siegmund Tzschacksch in der Berliner Straße 36. Quelle: Elinor Wenke
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Trebbin

Vor zweieinhalb Jahren musste der Trebbiner Uhrmachermeister Siegmund Tzschacksch die große Uhr vor seinem Geschäft abbauen; jetzt zeigt sie wieder an, was die Stunde geschlagen hat. Der Riesenzeitmesser stammt aus dem Jahr 1910 und befand sich seither sozusagen als Zunftzeichen am Geschäft, denn seit 1904 wurden in diesem Haus in der Berliner Straße Uhren repariert.

Tzschacksch, der zuvor in Blankensee sesshaft war, übernahm das Geschäft in Trebbin 1996; seit 2000 befindet sich das Haus in seinem Eigentum. „Im September 2014 wurde es saniert und der Putz neu gemacht, da musste die Uhr runter“, so der 58-Jährige.

Die Mutteruhr befindet sich im Innern des Hauses. Per Hand muss Siegmund Tzschacksch das Uhrwerk aufziehen. Quelle: Elinor Wenke

Das Unterfangen war schwierig. Das gusseiserne Gehäuse der Rochlitz-Uhr hat einen Durchmesser von 85 Zentimetern und bringt 100 Kilo auf die Waage. „Drei Männer mussten anpacken, um die Uhr runter zu hieven“, berichtet der Uhrmacher. Die besondere Herausforderung: „Draußen sieht man ja nur Gehäuse und Zifferblatt. Die eigentliche Mutteruhr befindet sich im Innern des Hauses“, erklärt Tzschacksch. Der große Uhrenkasten mit Pendel und Uhrwerk ist über eine 1,40 Meter lange Welle mit der Außenuhr verbunden. „Wenn kein Verkehrslärm ist, kann ich oben in der Wohnung durch die Wand unten das Ticken hören“, sagt der Uhren-Freak. Regelmäßig muss er das Uhrwerk per Hand aufziehen.

In seiner Werkstatt repariert Siegmund Tzschacksch alle Zeitmesser – von der kleinsten Armbanduhr bis zum großen Regulator. Quelle: Elinor Wenke

Zwar hatte die Uhr bis 2014 noch funktioniert, doch der Zahn der Zeit nagte an ihr. Sie musste komplett auseinandergenommen und generalüberholt werden. Tzschacksch besorgte neue Zeiger und ein neues Zifferblatt. Kleinteile wurden akribisch gesäubert, das Gehäuse im Sandstrahlverfahren gereinigt. „Das hat gut geklappt“, berichtet der Trebbiner, „aber die Pulverbeschichtung ging total schief.“ Der Zylinder hatte sich dabei verformt, ein neuer musste gedreht werden.

Manche Trebbiner vererben ihm ihre Uhren – wie diese blaue Porzellanuhr. Quelle: Elinor Wenke

Die Zeit der Reparatur zog sich hin. So sehr der Handwerksmeister mit dem Herzen bei der Arbeit war, so sehr lastete der Zeitdruck auf ihm. „Einige haben mich verständnislos gefragt, warum das denn so lange dauert“, berichtet er und hebt die Hände: „Ich kann nun mal keine Wunder vollbringen.“ Als der tickende Koloss endlich wieder angebracht war, sei ihm ein „Findling“ vom Herzen gefallen.

Ein Traumberuf bis heute

Schon mit elf Jahren hatte Tzschacksch nur Uhrmacher werden wollen. „Uhren haben mich fasziniert, ich habe ständig dran rumgebastelt“, sagt er. Hunderte sind heute in seinem Geschäft zu finden. Ständig tickt, bimmelt und gongt etwas, denn Tzschacksch hat die Zeiger absichtlich versetzt gestellt, damit nicht alle Uhren gleichzeitig schlagen. Manch alte Trebbiner vererben ihm bewusst ihre Uhren aus früheren Zeiten, für die sich die Angehörigen nicht interessieren.

Während er manche Unruh repariert, ist er die Ruhe selbst. „Es wäre ja schlimm, wenn ein Uhrmacher keine Zeit hätte“, sagt er. Für Siegmund Tzschacksch ist es auch heute noch der Traumberuf, Uhren zum Laufen zu bringen – mit einem Wermutstropfen: „Ein Handwerker braucht Arbeit“, sagt er und daran mangelt es gegenwärtig. Die Zeiten haben sich gewandelt. Laut Tzschacksch kaufen die Leute heute lieber eine neue Billiguhr als eine alte reparieren zu lassen.

Von Elinor Wenke

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