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Teltow-Fläming Alternder Löschtruppe droht das Aus
Lokales Teltow-Fläming Alternder Löschtruppe droht das Aus
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00:18 10.06.2017
Für den Erhalt der Freiwilligen Feuerwehr Saalow ziehen alle Kameraden der von Ralf Gellhaus (l.) seit 23 Jahren angeführten Löschtruppe an einem Schlauch. Quelle: foto: Frank Pechhold
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Saalow

Alte Kameraden suchen dringend neue Mitstreiter für die Freiwillige Feuerwehr in Saalow. Andernfalls droht der Löschtruppe in wenigen Jahren das Aus.

„Das Durchschnittsalter unserer 13 aktiven Kameraden liegt bei knapp 47 Jahren“, sagt der stellvertretende Ortswehrführer Carlo Bochow. Nur im Handarbeitszirkel und im örtlichen Seniorenheim dürfte der Altersdurchschnitt noch höher sein, übt sich Ortswehrführer Ralf Gellhaus in Galgenhumor. „Fakt ist: Bei uns klafft eine große Alterslücke“, so der 58-Jährige. Vor allem Frauen und Männer im Alter von 20 bis 40 Jahre fehlen.

Jens Giller: „Nur in Saalow sieht es ein bisschen mau aus“

„Saalow hat ein Nachwuchsproblem“, weiß Gemeindebrandmeister Jens Giller. Solch einen Abwärtstrend gebe es in keiner der acht anderen Ortswehren der Gemeinde Am Mellensee. Aktuell seien insgesamt rund 190 aktive Kameraden und 60 Kinder- und Jugendfeuerwehrleute aktiv. „Überall haben wir Zuwachs. Nur in Saalow sieht es ein bisschen mau aus.“ Dabei verfüge die Wehr über ein modernes Löschfahrzeug, ein intaktes Gerätehaus und neue Einsatzkleidung. Mehr bieten könne man eigentlich gar nicht, so Giller.

„Mit dem Ausrüstungsstand können wir sehr zufrieden sein“, so Carlo Bochow. Allerdings empfinde er die personelle Situation als absolut bedrohlich, so der 35-Jährige. „Dabei haben wir alles unternommen, um Nachwuchs zu gewinnen“, zählt Ortswehrführer Gellhaus Tage der offenen Tür, Gespräche am Osterfeuer, Werbung mit Flyern auf.

Wegzug und Zeitmangel als Hauptursachen ausgemacht

Wegzug und Zeitmangel machen Ralf Gellhaus und Carlo Bochow als Hauptursachen für das Personalproblem aus. „Früher waren alle Feuerwehrleute ganz in der Nähe arbeiten, bei der LPG oder im Schaltgerüstbau“, sagt Gellaus. Heutzutage zögen viele weg, weil es im Dorf und der direkten Umgebung kaum noch Arbeitsplätze gebe, so Bochow. „Weiter schreckt viele die Grundausbildung zum Truppmann ab, die sich über ein halbes Jahr an den Wochenenden erstreckt“, sagt Kamerad Andreas Tietz (54).

Wegen der zu kurzen Personaldecke sei die Wehr tagsüber bis 17 Uhr fast abgemeldet. „Vier, fünf Mann müssten wir mindestens sein, um mit dem Fahrzeug ausrücken zu können“, sagt Gellhaus. „Das schaffen wir nicht.“ Selbst in den größeren Wehren sei es schwierig, tagsüber eine komplette Löschfahrzeug-Besatzung auf die Beine zu stellen, so Jens Giller. Deshalb würden beispielsweise die Saalower und Gadsdorfer Ortswehr notfalls gleichzeitig alarmiert, um gemeinsam ausrücken zu können.

Gern am 16. Juni beim Dienst im Gerätehaus rein schnuppern

Aber selbst das könnte in spätestens sechs Jahren nicht mehr funktionieren. „Dann scheiden fünf Kameraden aus dem aktiven Dienst aus, weil sie die Altersgrenze von 65 Jahren erreicht haben“, erklärt Ralf Gellhaus. Im selben Jahr steht der 100. Geburtstag der am 30. Oktober 1923 gegründeten Saalower Feuerwehr an. „Keiner von uns will derjenige sein, der im Jubiläumsjahr oder schon eher die Feuerwache für immer zuschließt“, gibt sich Carlo Bochow kämpferisch.

„Das wäre eine Katastrophe“, so Ortsvorsteher Theo Boss (UWG). Schließlich sei die Feuerwehr ein wichtiger Bestandteil der Dorfgemeinschaft. „Wenn in Saalow gefeiert wird, sind die Kameraden mit der Kegelbahn und einer kleinen Tombola dabei.“ Boss hofft, dass es gelingt, mehr Einwohner für die Feuerwehr zu begeistern. „Denn das hilft uns ja allen.“ Wer will, kann gern am 16.  Juni im Gerätehaus rein schnuppern. Dort beginnt um 19.30 Uhr der nächste Dienstabend.

Von Frank Pechhold

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