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Teltow-Fläming Altes Fotos kehren zurück nach China
Lokales Teltow-Fläming Altes Fotos kehren zurück nach China
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14:20 01.02.2018
Gisela und Manfred Bölke übergeben das Fotoalbum von Erich Rosenfeldt an Xiukai Jiang (l.) und seine Frau Min Ye aus Tsingtau, die es im dortigen Museum ausstellen wollen. Quelle: FOTO: Reck
Jänickendorf

Wie schnell die Erforschung der unmittelbaren Heimatgeschichte welthistorische Bedeutung erlangen kann, sieht man am Beispiel Jänickendorf. Von dort stammt der Gärtnerssohn Erich Rosenfeldt, Jahrgang 1892. Er gehörte als Matrosenartillerist zu den Kolonialsoldaten der im deutschen Besitz befindlichen ostchinesischen Hafenstadt Tsingtau (heute: Quingdao), die 1914 in der Anfangsphase des Ersten Weltkriegs von japanischen und britischen Truppen erobert wurde. Dabei geriet Rosenfeldt mit rund 4700 weiteren deutschen Soldaten in japanische Gefangenschaft.

Deutsche Forschungsgruppe stieß auf Erich Rosenfeldt

Deren Geschichte arbeitete eine deutsche Forschungsgruppe auf, die dabei auch auf Erich Rosenfeldt stieß. Jänickendorfs Ortschronistin Gisela Bölke und ihr Mann Manfred arbeiteten der Forschungsgruppe mit ihren vor Ort gewonnenen Kenntnissen zu. Rosenfeldt kam im Februar 1914 nach Tsingtau und geriet neun Monate später in japanische Kriegsgefangenschaft, aus der er Ende 1919/Anfang 1920 nach Jänickendorf zurückkehrte. Hier übernahm er später die Gärtnerei seiner Eltern, die er bis zu seinem Tode 1952 weiterführte.

Erich Rosenfeldt aus Jänickedorf war Matrosenartillerist in Tsingtau, wo er 1914 n japanische Kriegsgefangenschaft geriet. Quelle: Hartmut F. Reck

Von den Nachforschungen erfuhr 2006 der damalige 1. Sekretär der chinesischen Botschaft in Berlin, Xiukai Jiang, und nahm Kontakt mit dem Ehepaar Bölke auf. Er und seine Frau Min Ye kommen selbst aus Quingdao, haben von 1987 bis 1994 in Gießen Volkswirtschaft studiert und dort beide ihren Doktor gemacht. Im Jahr 2000 kamen sie aus Quingdao zurück nach Deutschland, wo beide bis 2008 als Diplomaten an der chinesischen Botschaft in Berlin arbeiteten. Danach kehrte Jiang nach China zurück, wo er für das Tourismusamt tätig war. Seine Frau blieb zunächst in Deutschland als Leiterin der Wirtschafts- und Handelsabteilung im Generalkonsulat der Volksrepublik China in Hamburg.

Museum über deutsche Kolonialgeschichte in Tsingtao

Inzwischen sind beide im Ruhestand, leben in Quingdao, engagieren sich im deutsch-chinesischen Kulturausschuss und organisieren den Austausch von Künstlern zwischen beiden Ländern. Zudem haben sie dort ein Museum errichtet, das sich mit der Geschichte der deutschen Kolonie von 1897 bis 1914 beschäftigt.

Da sie das Ehepaar Bölke schon zu ihrer Diplomatenzeit kennen- und schätzen lernten, entwickelte sich auch eine persönliche Freundschaft. Das chinesische Ehepaar, das auch gemeinsam ein Buch über die chinesische Wirtschaftsentwicklung geschrieben hat, interessierte sich neben der Geschichte des einstigen Kolonialsoldaten Rosenfeldt auch für die Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) in der DDR und was aus ihnen nach der Wende wurde. Da konnte ihnen Manfred Bölke als ehemaliger LPG-Vorsitzender und späterer Geschäftsführer viel erzählen.

Blumen und Tee, Schnitzel und Kartoffeln

An diesem Dienstag besuchten Xiukai Jiang und Min Ye während ihres Deutschlandaufenthalts die Bölkes in Jänickendorf. Gisela Bölke hatte Schnitzel, Salzkartoffeln und Brokkoli vorbereitet, dafür gab’s Blumen und chinesischen Tee als Gastgeschenk. „Bölkes sind einfach eine sehr nette Familie“, sagte Xiukai Jiang gegenüber der MAZ. „Wir pflegen eine große Freundschaft.“ Die dürfte jetzt noch gestärkt worden sein durch ein uraltes Fotoalbum aus dem Bestand von Erich Rosenfeldt. Seine Tochter Brigitte Melsheimer hat es mit einem ganzen Packet historischer Postkarten aus Tsingtau den Bölkes überlassen, die alles ihren chinesischen Freunde weiterreichten für das Museum in Tsingtau/Quingdao.

Von Hartmut F. Reck

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