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Altes Haus in der Baruther Straße 12 wird saniert

Luckenwalde Altes Haus in der Baruther Straße 12 wird saniert

126 Jahre hat das Haus in der denkmalgeschützten Baruther Straße 12 auf dem Buckel. Das Dach drohte fast einzustürzen. Jetzt saniert Eigentümerin Sabine Porges die Außenhülle des Gebäudes.

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Eigentümerin Sabine Porges und Architekt Kar-Heinz Prib vor dem eingerüsteten Haus in der Baruther Straße 12.

Quelle: Elinor Wenke

Luckenwalde. „Ein bisschen Idealismus gehört dazu“, sagt Sabine Porges (57) und schaut an der eingerüsteten Fassade ihres Hauses in der Baruther Straße 12 empor. Das Gebäude wurde im Jahr 1890 gebaut und steht in der ältesten Straße von Luckenwalde. Nun wird die Außenhülle aufwendig saniert.

Das zweistöckige Haus gehört zum Flächendenkmal in der Baruther Straße und damit zu einem schützenswerten Ensemble. Alte Dokumente belegen, dass das Wohnhaus im Jahr 1916 schon einmal umgebaut und ein Stall neu errichtet wurde. Damals gab es im Erdgeschoss noch kein Geschäft und kein Schaufenster.

Die Rückfront des Hauses Baruther Straße 12

Die Rückfront des Hauses Baruther Straße 12

Quelle: Elinor Wenke

Der erste Laden wurde 1950 eingebaut. „Ein Korbmacher hatte dort sein Geschäft, er bot auch Korb-Kinderwagen an“, weiß Sabine Porges aus Unterlagen und Erzählungen. „Damals wurde auch das Dach verändert und der Drempel zum besseren Wohnen hochgezogen“, berichtet Architekt Karl-Heinz Prib. Der 77-jährige Bauingenieur kennt das Haus noch aus DDR-Zeiten und hält jetzt alle Fäden bei der Sanierung zusammen.

Sabine Porges und ihr Mann Peter hatten das Haus 1980 gekauft und bezogen. Im Ladengeschäft waren zwischenzeitlich eine Lottostelle und später eine Filiale von „Jugendtourist“ untergebracht. Im Jahr 1990, also genau 100 Jahre nach der Erbauung, eröffnete die gelernte Sekretärin und heutige Geschäftsfrau im Erdgeschoss ihre Baby-Boutique. Damals wurden neben Bekleidung auch noch Kinderwagen angeboten. „Das ist schon eine seltsame Fügung, dass 40 Jahre nach den ersten Kinderwagen hier wieder welche verkauft wurden“, sagt Sabine Porges.

„Erstaunlich, dass das Dach nicht eingestürzt ist“

Die neuen Hauseigentümer hatten damals schon einmal renovieren und das Dach erneuern lassen. Doch der Zahn der Zeit nagte an der alten Substanz. „Am Gebäude sind beträchtliche Schäden zu verzeichnen, vor allem an der Dachkonstruktion“, sagt Experte Karl-Heinz Prib. Einige Sparren seien morsch und verfault gewesen, so dass der halbe Dachstuhl erneuert werden musste. „Es ist geradezu erstaunlich, dass das Dach nicht eingestürzt ist“, sagt er.

Auch die Fassade an der Vorder- und Rückfront soll aufgepeppt werden. Sie wird in einem beigefarbenen Ton neu erstrahlen, die Fliesenwand kommt weg. „Besonders interessant sind die Pilaster zwischen den Fenstern an der Vorderseite“, sagte Prib, das sind pfeilerartige, senkrechte Formelemente, die in der Architektur als Schmuckelemente verwendet werden.

Im Frühjahr sollen die Bauarbeiten beendet sein

Die Rekonstruktion erfolgt bei laufendem Geschäftsbetrieb. Trotz Handwerker-Nebenwirkungen hat die Geschäftsfrau die Lust am Handel nicht verloren und bietet weiterhin Bekleidung vom Babyalter bis zur Größe 176 an. Baubeginn war am 14. September mit dem Aufstellen des Gerüstes. Inzwischen ist das Dach fertig. Sabine Porges ist erleichtert. „Es sieht jetzt wieder gerade aus. Vorher hing es regelrecht durch, bis zu sieben Zentimeter. Es war wirklich fünf vor zwölf“, erinnert sie sich mit einem Schaudern. Auch energetisch wird das Gebäude effizienter gestaltet, zum Beispiel durch eine Dämmung im Dach. Im Frühjahr sollen die Bauarbeiten dann beendet sein. Sabine Porges und Karl-Heinz Prib sind optimistisch, denn mit den beauftragten Firmen sind beide bisher vollends zufrieden.

Fördermittel aus dem Stadtumbau Ost

Weil sich das Haus im Sanierungsgebiet „Zentrum“ und in städtebaulich bedeutsamer Lage befindet, erhält die Bauherrin Fördermittel aus dem Stadtumbau Ost, Teilprogramm Aufwertung. „Insgesamt gibt es einen Zuschuss von 36 000 Euro“, erklärt Torsten Dutschke aus dem Stadtplanungsamt. „Wir unterstützen das als Stadt und freuen uns, dass dort wieder ein neues Schmuckstück entsteht“, sagt er. Bisher habe die traditionsreiche Baruther Straße architektonisch eher vor sich hingeschlummert. „Jetzt ist richtig Bewegung auf der Immobilienstrecke. Ein Haus nach dem anderen wird attraktiver“, freut sich Dutschke.

Von Elinor Wenke

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