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Teltow-Fläming Mehrere Waschbärleichen in Waldgrube entdeckt
Lokales Teltow-Fläming Mehrere Waschbärleichen in Waldgrube entdeckt
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01:16 14.03.2019
Mit dieser Falle wurden die Waschbären in einem Waldgebiet bei Altes Lager eingefangen. Quelle: foto: Privat
Altes Lager

Ein mysteriöser Fall beschäftigt seit dem Wochenende Einwohner und Tierschützer rund um die Gemeinde Niedergörsdorf. Der Grund: In einem Waldstück nahe des Bahnhofes Altes Lager wurden mehrere Waschbärleichen – darunter scheinbar auch verweste Tiere – zusammengepfercht in einer Grube entdeckt. Nach genauerer Untersuchung konnten die Tierschützer außerdem keine Schusswunden an den Tieren feststellen. Stattdessen hatten die Waschbären wohl blutige Wunden am Kopf. Die Tierschützer gehen deshalb davon aus, dass die Wildtiere nicht ordnungsgemäß und sogar unter Qualen getötet wurden. Dies lassen auch weitere Funde in dem Waldstück vermuten, die die Tierschützer am Wochenende mit Fotos und Videos dokumentiert haben.

Spaziergängerin entdeckt tote Tiere zufällig

Angela Stemmler aus Altes Lager war am vergangenen Freitagnachmittag mit dem Kinderwagen und ihren beiden Hunden nahe des Bahnhofes Altes Lager auf einem Waldweg unterwegs. Nach einigen Metern entdeckte die 24-Jährige zu ihrer Linken plötzlich eine mit Tannenzweigen getarnte, leere Falle. Zudem war an einem Baum eine Kamera installiert, die auf die Falle gerichtet war. Kurz darauf wurde Angela Stemmler von einem ihrer Hunde zu der Grube geführt, in der sich sechs frisch getötete Waschbären und Verwesungsreste weiterer Tiere befanden. „Mein erster Gedanke war, dass das ja ein bisschen pervers ist“, berichtet die Spaziergängerin.

So hatten die Tierschützer die toten Waschbären am Wochenende in Altes Lager vorgefunden. Quelle: Privat

Auch am Sonnabend und Sonntag war die junge Mutter mit mehreren Tierschützern vor Ort. Mit dabei war auch Gabriele Loster vom Netzwerk Tierschutz. Sie reagierte ebenfalls schockiert: „Das ist ein ganz normaler Waldweg – hier könnten Kinder spielen“, so die Tierschützerin. Darüber hinaus sei sie entsetzt über die Art und Weise, mit der die Tiere vermutlich getötet wurden. Denn tiefer im Wald entdeckten die Tierschützer auch noch einen Behälter, in dem sich ein weiterer toter Waschbär sowie ein Birkenstamm und etwas Wasser befand.

Für die Tierschützer sieht es so aus, als wären die Waschbären dort entweder ertränkt oder erschlagen worden. Die Tierschützer wollen deshalb Anzeige wegen Verstoß gegen das Seuchen- und Tierschutzgesetz erstatten. Angela Stemmler war deshalb schon über ein Fake-Profil auf Facebook mit den Worten „Ich würde das an Deiner Stelle lassen“ bedroht worden.

Fall bei der Polizei bisher nicht bekannt

Auch die Polizei sei am Samstag vor Ort gewesen. Laut Angela Stemmlers Informationen hätten die Beamten den Jäger aufgefordert, die Tiere zu entsorgen – eine Anzeige sei jedoch nicht aufgenommen worden. Der Polzeidirektion West ist der Fall bislang aber gar nicht bekannt. Auf Nachfrage der MAZ am Montag hieß es von Pressesprecherin Therese Franz: „Nach Rücksprache mit der zuständigen Dienststelle und dem zuständigen Revierpolizisten liegen der Polizeiinspektion Teltow-Fläming keinerlei Hinweise bezüglich des geschilderten Sachverhaltes vor.“ Am Montagmittag waren die Waschbären jedoch aus der Grube verschwunden. Frische Reifenspuren deuteten darauf hin, dass die Tiere kurz zuvor abgeholt worden waren.

Jäger weist Vorwürfe der Tierschützer zurück

Fakt ist: In Brandenburg dürfen Waschbären ganzjährig bejagt werden. Das bestätigte der Landesjagdverband der MAZ auf Nachfrage. Allerdings gebe es auch hier Vorschriften. Die Tiere zu ertränken oder zu erschlagen gehöre demnach nicht zu den zulässigen Jagdmethoden.

Dies sei allerdings auch nicht der Fall gewesen, wie Eckhard Gersonde weiß. Der 78-Jährige ist im Besitz eines Begehungsscheines für das Waldgebiet und hat die Waschbären selbst getötet. „Ich mache das seit 1963, ich weiß schon was Jagd bedeutet“, antwortet er am Montag auf die Vorwürfe der Tierschützer.

Er berichtet, er habe die Waschbären in der Falle gefangen und mit Schrot erlegt. Hierbei verteilen sich die Einschläge über den gesamten Körper. Deshalb seien laut Eckhard Gersonde auch keine Schusswunden zu sehen. Die Waschbären habe er außerdem nur seit einer Woche in der Grube zwischengelagert. Nach Abschluss der Jagd wären sie von ihm ordnungsgemäß entsorgt worden.

Der Jäger behauptet den Behälter mit totem Waschbär und Birkenstamm nicht zu kennen. Quelle: Privat

Zum gefundenen Behälter mit dem Birkenstamm sagt der Jäger: „Den kenne ich nicht.“ Der ehemalige Leiter der Verkehrspolizei in Jüterbog beteuert: „Ich habe die Tiere artgerecht getötet.“ Laut Gersonde müsse das gemacht werden, damit sich die einheimischen Tiere weiterentwickeln können.

Von Isabelle Richter

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