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Altes Pflegeheim ungeeignet

Kreis und Gemeinde Am Mellensee suchen nach geeignetem Flüchtlingsheimstandort Altes Pflegeheim ungeeignet

Das seit elf Jahren geschlossene Pflegeheim „Saalower Berg“ ist vorerst aus dem Rennen um die Suche nach einem geeigneten Standort für ein Asylbewerberheim in der Gemeinde Am Mellensee. Der Umbau des ehemaligen Pflegeheim-Verwaltungsgebäudes würde sich aus Sicht des Landkreises nur für ein Heim mit relativ hoher Aufnahmekapazität rechnen.

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Bürgermeister Frank Broshog

Quelle: Pechhold

Am Mellensee. Das ehemalige Pflegeheim „Saalower Berg“ kommt aktuell nicht als potenzielles Asylbewerberheim infrage. Also geht die Suche nach einem besser geeigneten Standort in der Gemeinde Am Mellensee weiter. „Da sind wir mit dem Landkreis im Gespräch“, sagt Bürgermeister Frank Broshog (parteilos).

Das Dach ist undicht

„Wir haben geprüft, ob sich das Verwaltungsgebäude des alten Pflegeheims für die Unterbringung von Asylbewerbern eignet“, sagt Kreis-Sozialdezernentin Kirsten Gurske. Allerdings mache das Objekt von außen einen deutlich besseren Eindruck als von innen. Gurske zufolge sei das Dach undicht. Deshalb habe es oft durchgeregnet. Feuchtes Mauerwerk und Schimmel seien die Folge. Deshalb mache es dort nur Sinn, Geld in ein Asylbewerberheim zu stecken, wenn es sich um eine Einrichtung mit einer relativ hohen Aufnahmekapazität handelt. „Aber die können wir einem so kleinen Dorf wie Saalow nicht zumuten“, sagt Gurske. Deswegen habe man diese Idee verworfen.

„Die Aufnahme von Flüchtlingen muss zu der Größe der Gemeinde passen“, meint Bürgermeister Broshog. Beispielsweise wäre es nicht möglich, 150 Kinder aus Asylbewerberfamilien in den vorhandenen Kindertagesstätten und Schulen unterzubringen. Insofern hoffe er, dass man sich mit dem Landkreis auf ein konkretes Objekt für eine vertretbare Zahl von Asylbewerbern einige.

Mehrere Standorte im Gespräch

„Natürlich haben wir noch andere Möglichkeiten als das Saalower Pflegeheim geprüft.“ Mehr wolle er zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen, „um Spekulationen vorzubeugen“. Sobald die Entscheidung für einen Standort gefallen sei, „geben wir das gemeinsam mit dem Landkreis bekannt und berufen eine Einwohnerversammlung ein“. Möglicherweise falle die Standortentscheidung bis Mitte Juni.

Die Aufnahme von Flüchtlingen und Asylbewerbern sieht Broshog als menschliche Verpflichtung an. „Meine Großmutter musste im Zweiten Weltkrieg mit ihrer Familie aus Schlesien flüchten. Und alle waren froh darüber, dass sie hier jemand gefunden hatten, wo sie unterkriechen konnten“.
Broshog strebt an, dass das künftige Asylbewerberheim mindestens 50 Menschen Platz bietet. „Dann müsste der Landkreis für einen Wachschutz sorgen und einen Sozialarbeiter stellen.“

Andernfalls müssten sich Rathaus-Mitarbeiter um alle Probleme der untergebrachten Menschen kümmern, die vor Ort auflaufen, sagt Broshog: „Das kann unsere Verwaltung nicht auch noch händeln.“„Wir wollen die Belastung der Gemeinde möglichst gering halten“, sagt Sozialdezernentin Kirsten Gurske. Laut Gesetz stehe einem Heim mit mindestens 120 Asylbewerbern eine volle Sozialarbeiter-Stelle zu.

Für das mit 60 Plätzen ausgestattete Heim in Großbeeren seien Wachschutz und eine halbe Sozialarbeiterstelle vom Landkreis bewilligt worden. „Diesen Bedarf könnte man auch für die Gemeinde Am Mellensee rechtfertigen“, sagt Gurske.

Von Frank Pechhold

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