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Student untersuchte das Image von Jüterbog Altstadt, Schlafstadt, Sportstadt

Die Böckchenstadt sucht ihr Image. Ein dicker Wälzer mit schwarzem Einband soll ihr dabei helfen: die mehr als 100 Seiten umfassende Masterarbeit von Mario Schmidt. Der Leipziger Student untersuchte in den vergangenen Monaten das Selbstverständnis der Jüterboger und ihrer Stadt. Und da ist viel kritisches bei rausgekommen.

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Jüterbog braucht gezielte Werbung.

Quelle: Martina Burghardt

Jüterbog. Seine kritische Erkenntnis: Die Stadt hat kein klar erkennbares Image. Das Selbstverständnis der Jüterboger liegt nach seinen Erkenntnissen irgendwo zwischen mittelalterlicher Altstadt, ehemaliger Soldatenstadt, Sportstadt, Familienstadt und „Schlafstadt“, was für viele, vor allem jüngere Einwohner, als Synonym für Langweiligkeit steht. Eine klare Leitlinie, die ein effektiveres Stadtmarketing ermöglichen würde, fehle in Jüterbog, so der Student weiter.

Im März 2013 hatte Mario Schmidt Fragebögen verteilt. Der geborene Jüterboger studiert Kommunikation in Leipzig und wählte seine Heimatstadt als Untersuchungsobjekt für seine Abschlussarbeit aus. Werbefachleute, Verwaltungsmitarbeiter, Medienvertreter und Vereine der Stadt befragte er für seine Analyse. Auch die Mitglieder des Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketingausschusses waren aufgerufen, auf Fragebögen zu antworten, wie sie ihre Stadt einschätzen und bewerten. Mehr als 60 Bögen gab er aus – zurück erhielt er allerdings nur elf ausgefüllte Exemplare.

„Anhand dieser Daten war somit keine repräsentative Studie möglich“, stellt er eingangs in seiner Forschungsarbeit fest. Ausgewertet hat er die Antworten trotzdem. Für ihn sei schon bei so wenigen Antworten eine klare Tendenz erkennbar. „Die Auswertung der Fragebögen sowie die zahlreichen Publikationen der Stadt weisen zwar einige, vor allem sprachliche Gemeinsamkeiten auf, dennoch fehlt die einheitliche Botschaft“, stellt er fest. Das sei klar ersichtlich sowohl in bildlichen Darstellungen und in der äußeren Gestaltung von Broschüren als auch im inhaltlichen Angebot etwa der Internetseite und in der Wahrnehmung der Bürger.

Monika Nagel, in der Verwaltung fürs Stadtmarketing verantwortlich, ist nicht überrascht. Über die geringe Resonanz bei der Umfrage ist sie aber enttäuscht. „Das werte ich als verpasste Chance. Die Stadt hatte die Gelegenheit, kostenlos eine umfassende Image-Analyse zu erhalten, als Grundlage für unsere künftige Arbeit“, sagt sie. Sogar von den Mitgliedern des Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketingausschusses habe sich nur eine Person an der Datenerhebung beteiligt. „Jetzt müssen wir an einem Image arbeiten. Mario Schmidt hat uns einen klaren Arbeitsauftrag erteilt. Wir müssen uns auf die Ziele der Stadt einigen um gezielter werben zu können“, sagt Nagel. Dafür müssten die bislang fehlenden Leitlinien in einem ersten Arbeitsschritt festgelegt werden. In der nächsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses heute Abend soll die Studie erneut Thema sein.

Bei allen elf Befragungsteilnehmern sei übrigens gleich gewesen, dass sie die einstige historische Bedeutung der Stadt und ihre mittelalterlichen Sehenswürdigkeiten sehr hoch schätzen, schreibt Mario Schmidt. „Die Jüterboger sind stolz auf ihre Stadt. Das zu transportieren, gelingt aber nicht.“

Von Kathrin Burghardt

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