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Alzheimer-Aktionstour

Zossen Alzheimer-Aktionstour

Welche Hilfs- und Betreuungsangebote gibt es für an Alzheimer erkrankte Menschen und deren pflegende Angehörige? Darüber wird am 11. Mai im Rahmen von zwei Bustouren informiert, die vom Netzwerk Demenz Teltow-Fläming organisiert werden. Eine Tour führt von Zossen über Saalow nach Wünsdorf. Anmeldungen sind noch bis zum 28. April möglich.

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Demenz ist eine große menschliche Herausforderung für die Betroffenen und die pflegenden Angehörigen.

Quelle: foto: dpa

Zossen. Angehörige von an Alzheimer erkrankten Menschen suchen oft zu spät Rat. Darum bietet das Netzwerk Demenz Teltow-Fläming für den 11. Mai zwei Bustouren zu Betreuungseinrichtungen an. Eine führt von Zossen über Saalow nach Wünsdorf. Geplant sind Führungen und Vorträge, die sich an den Wünschen der Teilnehmer orientieren.

„Was nützt uns ein Vortrag, der keinen interessiert?“, sagt Antje Bauroth. Die Netzwerk-Koordinatorin nimmt bis zum 28. April Tour-Anmeldungen entgegen. Sie hofft, dass ihr die Anmelder sagen, worüber sie gerne mehr erfahren möchten. „Dann können wir die Vorträge so stricken, dass sie auch passen.“

Landkreisweit leiden fast 2760 Menschen an Demenz

Bauroth zufolge sei der Informationsbedarf sehr groß. „Viele Menschen beschäftigen sich mit dem Thema Demenz erst, wenn es sie direkt betrifft oder fast schon zu spät ist.“ Aktuell leben im Landkreis rund 36 300 Menschen, die älter als 65 Jahre sind. Davon leiden fast 2760 an einer Form der Demenz. Knapp 1660 demente Frauen und Männer werden von ihren Angehörigen daheim versorgt.

„Angebote wie Beratung über Krankheitsverlauf und Kommunikation mit dem Betroffenen werden im Anfangsstadium der Erkrankung kaum genutzt“, weiß Bauroth. Vielfach machen sich die pflegenden Angehörigen etwas vor.

Aggressives Verhalten nicht als persönlichen Angriff auffassen

Ausflüchte wie „Es ist ja alles noch nicht so schlimm“ und „Das kriegen wir schon irgendwie zu Hause hin“ kenne sie zur Genüge. Missverständnisse und Streit seien da nur eine Frage der Zeit. „Viele Angehörige verstehen nicht, dass sich ihr Partner nicht absichtlich, sondern wegen seiner Krankheit manchmal aggressiv verhält.“ Aggressives Verhalten sollte man deshalb nach Möglichkeit nicht als persönlichen Angriff auffassen. Um das zu verstehen und dementsprechend zu handeln, muss man sich über die Krankheit informieren. „Die meisten Leute wissen gar nicht, welche Angebote es oft gar nicht weit von ihren Wohnorten entfernt gibt“, sagt Bauroth. Beispielsweise werden gemeinsam mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Kurse „Hilfe zum Helfen“ angeboten, in denen man sich im Umgang mit seinen Angehörigen schulen lassen kann.

Wobei pflegende Angehörige nicht nur auf den Demenzkranken, sondern auch auf sich selbst gut aufpassen sollten. Auszeiten von der Pflege, Hobbys und Freunde helfen, neue Kraft zu schöpfen. Im Bedarfsfall sollten sich überforderte Partner, Kinder oder Enkel nicht davor scheuen, sich Unterstützung zu holen. Beispielsweise indem sie sich mit Gleichbetroffenen in Selbsthilfegruppen austauschen.

Führungen und Vorträge in drei Betreuungseinrichtungen

Eine andere gute Gelegenheit ist die geplante Bustour. Los geht es im Evangelischen Seniorenzentrum „Dietrich Bonhoeffer“ in Zossen. Dort gibt es eine Führung. Anschließend fährt der Bus weiter zur DRK-Seniorenbetreuungseinrichtung „Saalower Berg“. Bei Kaffee und Kuchen werden Vorträge und Gespräche angeboten. Abschließend stellt die Volkssolidarität-Bürgerhilfe in Wünsdorf ambulante Hilfsangebote vor.

„Wir möchten, dass die Angehörigen einen schönen Nachmittag verleben und möglichst viele nützliche Informationen bekommen“, sagt Antje Bauroth. Wer eine individuelle Beratung zu den vorgestellten Angeboten wie Tagespflege oder Kurzzeitpflege wünsche, könne Termine in den besuchten Einrichtungen vereinbaren.

www.netzwerkdemenz-tf.de

Von Frank Pechhold

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