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Teltow-Fläming Entdeckertour zur Hutmanufaktur
Lokales Teltow-Fläming Entdeckertour zur Hutmanufaktur
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19:18 07.10.2018
Eine überraschte Wünsdorferin in der Hutmanufaktur bei Burkhard Standfuß (r.) in Saalow. Quelle: Andrea von Fournier
Am Mellensee

„Wenn wir nach Ascot fahren würden, würde ich den nehmen“, erklärte eine Berlinerin und zog den verwegenen Strohhut wieder vom Kopf, während die Freundin lachte. „Haben Sie den Regenhut in Blau, den würde ich gern kaufen“, fragte derweil eine Wünsdorferin bei Burkhard Standfuß nach. Der zeigte einer Besuchergruppe gerade, wie ein Chapeau Claque funktioniert. „Nein, verkauft wird hier nichts mehr, sonst wären die besten Stücke längst weg“, so Standfuß, der am Sonntag beim „Tag der offenen Museen Am Mellensee“ in Saalow einen sehr erfreulichen Einsatz hatte.

Viele amüsante Geschichtchen über Hüte

Der Ehemann der Modisten-Meisterin Erika Standfuß kümmert sich um Werkstatt- und Ladeneinrichtung seiner Frau, die es gesundheitlich nicht mehr selbst kann. Erika Standfuß hatte sich 1985 selbstständig gemacht und das Geschäft des Luckenwalder Hutfabrikanten Schröder übernommen, das zu der Zeit in Friedrichshagen florierte. Nach der Wende zog ihr Hut-Salon zum Berliner Ku’damm, bevor sie ihn in Zossen öffnete.

Fünf Museen in der Gemeinde Am Mellensee hatten am Sonntag ihre Pforten für Besucher geöffnet. Sie boten einen gemeinsamen Museumstag an.

„Wenn man 38 Jahre mit einer Hutmacherin gelebt hat, kann man viele Geschichten erzählen“, sagte Burkhard Standfuß und gab zur Freude der Besucher einige davon preis. „Dass Paare zusammen einen Hut kaufen, ist fast unmöglich“, scherzte er, der oft mit im Laden stand. Denn immer, wenn die Dame etwas Schönes gefunden hätte, käme von ihm: „Mit der Dohle jeh‘ste zehn Meter vor… .“

Selbst Einheimische entdecken bei der Museumstour viel Neues

Standfuß erwies sich als liebenswürdiger, unterhaltsamer und kompetenter Führer durch den beruflichen Nachlass seiner Frau, zeigte die kunstvollen „Stumpen“, die hölzernen Hutformen für jede Art und Größe Kopfbedeckung, und Filzrohlinge, die seine Frau über Dampf erhitzte und in wunderschöne Formen gearbeitet hat. Dass es in Saalow eine „Historische Hutmanufaktur Standfuß“ gibt, war den wenigsten Besuchern vorher bekannt. „Zehn Jahre leben wir hier, gerade erst haben wir davon in der MAZ gelesen“, meinte ein Ehepaar aus dem Dorf begeistert.

Sie ließen sich in der auf dem Hof liegenden Scheunenwindmühle, ebenfalls Teilnehmer des Museumstages, und in der Hutmanufaktur einen Sticker in ihren Museumsflyer kleben und starteten zur nächsten der fünf Stationen. Für den Besuch aller fünf Museen hielten die Veranstalter einen eigens bedruckten Kuli und Notizblock bereit. „Gern hätte ich das Datum mitaufgedruckt, aber es gab Mitstreiter, die fürchteten, dass nur wenige Leute kommen und wir darauf sitzen bleiben würden“, so Doreen Schulze von der Heimatstube Sperenberg. Wie die anderen Standorte erlebte sie jedoch einen überaus großen und Besucherandrang. Sie hatte die Idee für den Tag, um die Museen bekannter zu machen.

Ingeborg Sella (2.v.l.) war eine von sieben Vereinsmitgliedern, die durch das Schulmuseum Klausdorf führten Quelle: Andrea von Fournier

Das ist gelungen. Ingeborg Sella vom Schulmuseum Klausdorf war von der Gästeresonanz überwältigt. Immer wieder musste sie die Geschichte der alten Schule und der Ziegeleien im Ort erzählen, die Verdienste von Reiner Jänicke bei der Objektebeschaffung und -restauration unterstreichen. Weiterhin viele Gäste und eine Heizung für den Winter, das wäre das Größte für die Klausdorferin.

Von Andrea von Fournier

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