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Teltow-Fläming Gemeinderatsvorsitzender wirft das Handtuch
Lokales Teltow-Fläming Gemeinderatsvorsitzender wirft das Handtuch
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01:16 09.12.2018
Gemeinderatssitzung Am Mellensee unter Leitung des bisherigen Vorsitzenden Marcus Gottlob (CDU). Quelle: Fotos: Jutta Abromeit (2)
Klausdorf

Marcus Gottlob (CDU), Gemeinderatsvorsitzender Am Mellensee, gibt auf: Am späten Mittwochabend scheiterte der Versuch, ein Abwahlverfahren gegen Bürgermeister Frank Broshog (parteilos) anzuschieben. Danach erklärte der 41-jährige Anwalt: „Ich mache diese Sitzung noch, dann lege ich mein Amt nieder.“ Das liegt inzwischen auch schriftlich vor. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, so Gottlob, der zehn Jahre lang im Gemeinderat saß. Die Hälfte der Zeit leitete er dieses Gremium.

Grund für Abwahl-Bemühen: kein Vertrauen nach Fehlverhalten

Die Fraktionen SPD, UWG und Linke hatten wie berichtet beantragt, ein Abwahl-Verfahren gegen den Bürgermeister anzuschieben. Die nötige Zweidrittel-Mehrheit des Gemeinderats schien im Vorfeld sicher. Doch am Mittwoch scheiterte erst die Absetzung dieses Punktes von der Tagesordnung, später auch der Antrag. Als Grund für die Unzufriedenheit mit Broshogs Bürgermeister-Arbeit wird mangelndes Vertrauen wegen seines anhaltenden Fehlverhaltens genannt.

Art der Rückkehr ins Rathaus kritisiert

Broshog war von April bis Oktober krank. Gottlob erklärte, sich in solch langer Zeit nicht ein Mal bei den ehrenamtlichen Politikern in irgendeiner Form zu melden, gehe nicht. Auch eine Rückkehr an die Verwaltungsspitze ohne Kontakt und Dank an die Ehrenamtler sehe für ihn anders aus als von Broshog praktiziert.

Alle Vermittlungsversuche von Marcus Gottlob (CDU) halfen nicht. Quelle: Jutta Abromeit

UWG-Fraktionschef Thomas Kosicki erklärte, vor Wochen in nichtöffentlicher Diskussion seien sich alle Gemeindevertreter einig gewesen, den Antrag zu stellen, 14 hätten ihn unterschrieben. „Ohne diese Einigkeit wären wir einen solchen Schritt nicht gegangen“, so Kosicki. Für ihn gibt es aus der bisherigen Ära Broshog außer einer Sporthalle und einer umgebauten Kita nicht viel Zählbares. Mit dem Antrag wolle man den Bürgern die Chance geben zu entscheiden, ob der Bürgermeister bleiben solle oder nicht, erklärte Kosicki.

In der vierköpfigen Fraktion Die Linke gibt es nach Gesprächen mit Broshog eine neue Situation: sie stand nicht mehr komplett hinter dem Antrag. CDU-Fraktionschef Lutz Lehmann sagte, sicher habe die Verwaltung nicht alles richtig gemacht, aber sie öffentlich in schlechtes Licht zu bringen, helfe nicht. „Was du gegen die Verwaltung betreibst, Thomas, geht unter die Gürtellinie“, so Lehmann.

Gottlob: Einzelinteressen dominieren

Diese Querelen waren für Marcus Gottlob der Rücktrittsgrund. Per Pressemitteilung verkündete er, das Bürgermeister-Fehlverhalten sei zwar Anlass für seinen Schritt, doch er habe erkannt: Einzelinteressen von Gemeindevertretern stünden höher als gemeindliche. Die Beschäftigung mit sich selbst nehme zu, die Gemeindeentwicklung stagniere, das stehe gegen den Wählerauftrag, so Gottlob.

Nach dem Scheitern des Abwahl-Antrags verließ der stellvertretende SPD-Fraktionschef Kay Brückner den Saal und teilte mit, dass er sein Mandat niederlege. Auch dieser Rücktritt liegt inzwischen schriftlich im Rathaus vor.

Und die MAZ erfuhr: Darum, ob Broshogs Rückkehr nach der Krankheit ins Amt korrekt war oder nicht, streiten Gemeinderat und Bürgermeister nun juristisch. Broshog sagte der MAZ, wegen des laufenden Verfahrens gebe es dazu keine Auskunft. Auch bei der Diskussion um das Abwahlverfahren gegen ihn hatte er sich nicht öffentlich geäußert, an der Abstimmung durfte er wegen direkter Betroffenheit nicht teilnehmen.

Gemeinderatssitzung Am Mellensee: links Vorsitzender Marcus Gottlob (CDU), rechts Bürgermeister Frank Broshog (parteilos). Quelle: Jutta Abromeit

Von Jutta Abromeit

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