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Teltow-Fläming Ami-Schlitten mit krimineller Vorgeschichte
Lokales Teltow-Fläming Ami-Schlitten mit krimineller Vorgeschichte
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06:25 03.08.2016
Vor einem Jahr hat Thorsten Wahl das frühere Einsatzfahrzeug der Polizei von Los Angeles von einem Berliner Händler gekauft. Quelle: Christian Zielke
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Blankenfelde

Schießereien, Drogenbosse, Verfolgungsjagden – amerikanische Polizeiautos wecken viele Assoziationen. In Filmen und Serien treten sie oft im Rudel auf und enden nicht selten als ein Haufen Schrott.

Auto zum Spaß gekauft

Solche Szenen vermutet man in einer Blankenfelder Einfamilienhaussiedlung nicht. Thorsten Wahl geht es auch nicht um Verbrechensbekämpfung. Er hat sich das hellblaue Auto mit der Aufschrift des LAPD, der Polizeibehörde von Los Angeles, auch eher zum Spaß gekauft. Ein Jahr ist das her, als er gesundheitlich angeschlagen war. „Das Auto sollte eine Therapie sein“, sagt der 43-Jährige. Wenn Frau und Tochter ein Pferd haben, sollte es für ihn ein besonderes Gefährt sein. Im Internet stieß er auf die Annonce des 1998 gebauten Chevrolet Lumina. Ein Autohändler hatte den Wagen für seinen Sohn gekauft, doch der hatte kein Interesse.

Vor allem Kinder sind begeistert

Thorsten Wahl war sofort angetan. Der Motor mit 163 PS taugt sowohl für schnelle Verfolgungsfahrten als auch zum gemütlichen Landstraßentempo. „Das Fahrgefühl ist einzigartig – wie auf einer Couch“, sagt er. Da die vordere Bank – USA-typisch – durchgängig ist, haben bis zu sechs Personen Platz. Den Blicken der anderen ist er sich gewiss. „Man ist nie inkognito unterwegs“, sagt er. Immer wieder drehen sich die Leute um, gucken verblüfft oder winken. Vor allem Kinder sind begeistert. „Auf dem Supermarkt-Parkplatz wurde ich oft angesprochen“, sagt Ehefrau Silke. Wer nett fragte, durfte auch mal am Steuer Platz nehmen.

Blaulicht und Sirene mussten entfernt werden

Spätestens dort wird klar, dass es sich um einen echten Polizeiwagen handelt. Die Technik für Sprech- und CB-Funk nimmt fast die Hälfte des Cockpits ein. Zuerst soll das Auto im Dienst der amerikanischen Militärpolizei gestanden haben und war später vermutlich im kalifornischen Los Angeles im Streifendienst. Um den Wagen auf deutschen Straßen fahren zu dürfen, mussten Blaulicht und Sirene abgebaut werden. Die Zulassung in Teltow-Fläming war alles andere als ein Kinderspiel. „Der Chef vom Straßenverkehrsamt wollte persönlich den Wagen sehen“, erinnert sich Wahl. Erst nach etwas Überzeugungsarbeit durfte er die schmalen deutschen Kennzeichen montieren.

Im Inneren ist noch die Original-Funktechnik eingebaut Quelle: Zielke

Die komplizierte Funktechnik war es letztlich, die Thorsten Wahl veranlasst hat, sich von dem Auto zu trennen. „Irgendwann habe ich vor den Kabeln kapituliert“, sagt er. Selbst sein Bekannter, mit dem er viel an dem Wagen geschraubt hat, schreckte vor dem Kabelsalat zurück. „Es wäre schon gut, wenn jemand ihn kauft, der von Elektrik und Funktechnik was versteht“, sagt Thorsten Wahl. Ansonsten sei der Wagen äußerst pflegeleicht. Ersatzteile zu bekommen, sei kein Problem, sogar der kritische deutsche Tüv hat im Juni grünes Licht für weitere zwei Jahre gegeben. Die Wahls werden ihren Wagen vermissen. „Er war so gemütlich. Vor allem die Lenkrad-Automatikschaltung war toll“, sagt Silke Wahl. Nur das mit der Parkplatz-Suche in der Stadt sei ein Problem gewesen. Mit fünf Metern Länge braucht der Wagen Platz, der in Berlin selten ist. Ihr Mann hat deshalb auch schon einen neuen automobilen Wunsch, der nichts mit dem ausladenden Ami zu tun hat. Ein Mini-Cooper soll es sein.

Kontakt: Interessenten können sich unter wahly373@arcor.de melden.

Von Christian Zielke

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