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An der Verschleißgrenze

Probleme im Rangsdorfer Bauhof An der Verschleißgrenze

Marode Technik, überalterte Belegschaft, fehlende Ein-Euro-Jobber – der Rangsdorfer Bauhof ist an seiner Belastungsgrenze. Leiter Ingo Eckstein wünscht sich von der Politik mehr Geld für Personal und Ausstattung und klare Entscheidungen, welche Arbeiten wichtig sind und worauf man verzichten kann.

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Bauhof-Arbeiter André Menzel (l.) und Chef Ingo Eckstein .

Quelle: Christian Zielke

Rangsdorf. Wenn es kommt, dann richtig dicke. Diese Erfahrung musste der Rangsdorfer Bauhof in diesem Jahr machen. Innerhalb von kurzer Zeit gaben die Kehrmaschine und die Hebebühne den Geist auf.

Die Kehrmaschine schwedischen Fabrikats hat mehr als 20 Jahre anstandslos ihren Dienst getan. Ein geplatzter Hydraulikschlauch bedeutet nun das Ende. „Ersatzteile gibt es nicht mehr“, sagt Ingo Eckstein, der Leiter des Bauhofs. Selbst wenn, wäre es nur eine Frage der Zeit, wenn die nächste Reparatur ansteht. Die Hebebühne ist bereits ausgemustert. Beide Geräte sind wichtig. Ohne Kehrmaschine kein Winterdienst, wegen der fehlenden Hebebühne bleiben defekte Laternen länger dunkel. Ersatz wäre dringend nötig, doch es fehlt am Geld. Deshalb wirbt der Bauhof-Chef um finanzielle Zuwendung im Haushalt für das kommende Jahr, der demnächst aufgestellt wird.

Eine neue Kehrmaschine würde rund 36 000 Euro kosten, eine Hebebühne 115 000 Euro. Natürlich, sagt Ingo Eckstein, könne man die Leistungen auch an Unternehmen vergeben, doch damit beraube sich die Gemeinde einer Menge Flexibilität. Eckstein nutzt als Erklärungsbeispiel den Klassiker, die defekte Laterne. „Es dauert einfach, bis man einen Auftrag an eine Firma ausgelöst hat.“ Mit einer eigenen Hebebühne kann der Bauhof-Elektriker die defekte Laterne bestenfalls innerhalb weniger Stunden zum Leuchten bringen. Genau da liegt jedoch das nächste Problem: dem Personal geht es wie dem Fuhrpark.

In den kommenden Jahren gehen drei Kommunalarbeiter in den Ruhestand. Bei neun Beschäftigten fehlt damit ein Drittel der Belegschaft. Früher kamen noch einmal so viele Helfer von Jobcenter und evangelischer Kirche dazu. Heute ist Ingo Eckstein froh, wenn urlaubs- und krankheitsbedingt eine Hand voll Kollegen im Dienst sind. In diesem Jahr habe man es erst zwei Mal geschafft die Regenwassergullys an den Straßen zu reinigen. Laut Plan soll das vier Mal jährlich gemacht werden„Wir müssten jetzt schon Leute einstellen und einarbeiten, damit es einen fließenden Übergang gibt“, sagt Ingo Eckstein. Zu sechst könnte man gerade so die Pflichtaufgaben wie die Kontrolle der kommunalen Straßen und Spielplätze gewährleisten. Freiwillige Arbeiten wie Straßenreinigung, Winterdienst, kleinere Reparaturen in den Kitas, Müllbeseitigung oder Hilfe bei Gemeindefeierlichkeiten würden vernachlässigt.

Von einem systematischen Kaputtsparen des Bauhofs wollen weder Ingo Eckstein noch Bauamtsleiterin Simone Götsche sprechen. „Wir haben in den vergangenen Jahren immer in neue Technik investiert“, sagt die Amtsleiterin. Sie würde sich von der Politik mehr Entscheidungsfreude wünschen, welche Aufgaben die Kommunalarbeiter künftig übernehmen sollen und wie das Geld eingesetzt werden soll. Schon jetzt können 2000 Arbeitsstunden im Jahr nicht abgedeckt werden. Und die Arbeit wird nicht weniger.

Von Christian Zielke

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