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Andalusische Klänge

Gitarrist Roger Tristao Agao Andalusische Klänge

Wenn der Gitarrist Roger Tristao Adao auftritt, fühlt sich das Publikum sofort ins spanische Andalusien versetzt. Dort war der klassisch ausgebildete Musiker aus Thüringen zuletzt unterwegs und hat die Techniken des Fandango und des Flamenco studiert. Diese und weitere Tänze konnten die Besucher am Freitag in der Alten Aula in Blankenfelde erleben.

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Der Gitarrist Roger Tristao Agao.

Quelle: Krischan Orth

Blankenfelde. Mit wenigen Handgriffen in Spanien: Wenn Roger Tristao Agao in die Saiten seiner Gitarre fasst, ist Andalusien zum Greifen nah. Am Freitagabend veranstaltete der Kulturverein Blankenfelde in der Alten Aula das Konzert mit dem Titel: „Fandango und Farruca – (M)ein Jahr in Spanien.“ Von seiner Reise zurückgekehrt, brachte Agao dem Blankenfelder Publikum Improvisationen und spanische Tänze mit.

Ein solcher Tanz ist der „Fandango“, dessen Ursprünge länger zurückliegen als die des bekannteren „Flamenco“. Letzterer lässt sich auf das 19. Jahrhundert zurückführen. Viele Tänze haben unterschiedliche, regional verschiedene Bezugspunkte und Einflüsse. „Jede Stadt hat ihren Tanz“, erklärt Adao. Den an der klassischen Gitarre ausgebildeten Künstler hat besonders die hohe Wertschätzung beeindruckt, die in Spanien die Musiker genießen. Musik gehöre dort zum Alltag. Dabei empfindet er eine Begebenheit als besonders vielsagend für die gesellschaftliche Anerkennung des Musikers: „Als ich auf der Straße mit meiner Gitarre auf dem Rücken spazieren ging, rief mir ein Passant zu ’viva la música’.“ Das sei ihm in 26 Jahren in Berlin noch nicht passiert. Wenn Agao, der als Roger Zimmermann geboren wurde, spielt, scheint auch auf ihn die Musik überzugreifen. Mit geschlossenen Augen fliegen die Tänze und Improvisationen über die Saiten.

Derzeit lebt und arbeitet Roger Tristao Agao im thüringischen Friedrichsrode, dort veranstaltet er jährlich ein internationales Gitarrenfestival. Agao ist an der klassischen Konzertgitarre ausgebildet. Mit 14 Jahren hat er mit dem Gitarrenspiel begonnen. Den Wunsch habe er zwar schon mit fünf Jahren gehabt, aber die Mittel in der DDR waren eben begrenzt, wie er sagt. Von 1997 bis 2003 lehrte Agao an der Leipziger Musikhochschule. Jetzt konzentriert er sich wieder stärker auf das Konzertieren. Dabei führten ihn Konzerte auch nach Südamerika und Indien. Nach drei Soloalben gründete er 2001 sein eigenes Label. Bis heute hat er 13 CDs veröffentlicht. Die Reichweite seines Stils reicht von Klassik bis Flamenco. „An Spanien kommt man nicht vorbei“, erläutert der Musiker. Die neuen Techniken habe er regelrecht eingeatmet. „Die Nutzung des Instruments in seiner Vielfalt macht die andalusischen Tänze so besonders“, sagt Agao .

Ein weiteres Beispiel, wie Musik in Spanien gelebt wird, erzählte er an einem privaten Erlebnis. Als ein Besucher aus Spanien kam und Agao die „Sevillana“, den Tanz aus Sevilla vorspielte, habe der Gast sofort angefangen zu tanzen. Auch den Blankenfeldern spielte er Tänze aus Sevilla und Granada vor. Dazu auch ein sehr bekanntes Stück von Issac Albeniz, einem spanischen Musiker des 19. Jahrhunderts. „Viele Stücke von Albeniz nehmen die Stimmung der Volkstänze auf“, so Agao.

Von Krischan Orth

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