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Andenken an Erich Adamek

Wünsdorfer Feuerwehr wird 90 Andenken an Erich Adamek

Die Wünsdorfer Feuerwache wurde nach Erich Adamek – ein ehemaliger Kamerad – benannt. Er war in den 50er Jahren Wehrführer, bis die Stasi in grundlos ins Gefängnis warf. An ihn will die Feuerwehr erinnern, wenn sie am Wochenende ihr 90-jähriges Bestehen feiert.

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Sonja König, Brigitta Langner, Werner König, Silvio von Lützow, Rolf Benter, Elfie Schimkat und Ursula Benter (v.l.) halten das Andenken an Erich Adamek – den Namensgeber der Feuerwache – in Ehren.

Quelle: Frank Pechhold

Wünsdorf. Ein Mann hat die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Wünsdorf geprägt wie kein zweiter: Erich Adamek zu Ehren trägt das Gerätehaus seinen Namen. Samstag wird auf dem Gelände der Feuerwache „Erich Adamek“ der 90. Geburtstag der Löschtruppe gefeiert.

„Feuerwachen, die nach ehemaligen Kameraden benannt wurden, gibt es nur ganz wenige in Deutschland“, sagt Silvio von Lützow. Der Ortswehrführer hat Erich Adamek nicht mehr persönlich kennengelernt, weiß aber um dessen Verdienste. Auskunft darüber geben Fotos, Dokumente und Erinnerungsstücke in einem kleinen Museum. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte es sich Adamek zur Aufgabe gemacht, die Wünsdorfer Feuerwehr wieder aufzubauen. Kurz nach Kriegsende wurde er zum Wehrführer ernannt. Zwei Jahre später erhielt er die Gewerbegenehmigung für eine Schlauchmacherei- und Reparaturwerkstatt. Fortan flickte er Feuerlöschschläuche in allen Gemeinden des ehemaligen Kreises Teltow und den benachbarten Orten.

Ein schlimmes Ereignis schweißten Adamek und die Wehr noch enger zusammen. Am 12. Dezember 1953 wurde er auf der Straße von drei Männern verhaftet. Der Vorwurf lautete „Politische Spionage“. Ein DDR-Gericht verurteilte ihn am 13. April 1954 zu zehn Jahren Zuchthaus in Bautzen. Die Kameraden der Feuerwehr übernahmen die Rechtsanwaltskosten in Höhe von 250 Mark für das erfolglose Berufungsverfahren. Im Gefängnis wurden Adamek Zähne ausgeschlagen und tiefe Wunden am ganzen Körper zugefügt. So gezeichnet wurde er am 30. Juli 1957 entlassen. Nach seiner Haftentlassung nahm er seine Wehrleitertätigkeit nicht mehr auf. Fortan widmete er sich der Ausbildung von Jugendlichen im vorbeugenden Brandschutz. Nach der Wende wurde er posthum rehabilitiert.

„Erich Adamek war 68 Jahre lang Feuerwehrmann und hat die Werte der alten Zeit gelebt. Für ihn stand das Soziale noch im Mittelpunkt“, sagt Ortswehrführer von Lützow. Das letzte Foto zeigt den 90-jährigen Adamek im Januar 1983 in Feuerwehruniform. Ein gerahmter Abzug im Großformat steht als bleibendes Andenken an ihn in der Feuerwache.

„Als wir 1996 in die ehemalige sowjetisch-russische Feuerwache eingezogen sind, gab es 15 aktive Kameraden. Seitdem hat sich die Zahl mehr als versiebenfacht.“ Heute zählt die Wehr 112 aktive Kameraden. „Aktuell sind wir bei 179 Einsätzen. Voriges Jahr waren es insgesamt 173.“ Sieben Frauen und Männer gehören der Alters- und Ehrenabteilung, 23 Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr und 17 Kinder den Löschzwergen an. „Wir haben nicht das klassische Nachwuchsproblem. Ganz im Gegenteil. Uns fehlt Personal, das über die Freizeit verfügt, um sich um den Nachwuchs zu kümmern“.

Diesbezüglich hofft Silvio von Lützow, Samstag den einen oder anderen Gast für die Nachwuchsarbeit in der Wehr begeistern zu können. Nicht von ungefähr lautet das Motto des Aktionstages zum 90. Geburtstag „Feuerwehr zum Anfassen“. „Wir wollen Besucher anregen, selbst einmal Feuerwehrtechnik auszuprobieren.“ Beispielsweise kann man Menschen aus einer Röhre retten, den Umgang mit einem Feuerlöscher trainieren oder mit einem Schneid- und Spreizgerät eingeklemmte „Verletzte“ aus Autowracks befreien. So ein Gerät wiegt 25 Kilo. „Wenn man damit eine Viertelstunde arbeitet, werden die Arme schon mal schlapp. Vielleicht wächst so das Verständnis bei den Gästen für das, was wir freiwilligen Feuerwehrleute leisten.“

90 Jahre Feuerwehr

Der 90. Geburtstag der Freiwilligen Feuerwehr Wünsdorf wird am 22. August auf dem Gelände an der Berliner Allee 61 gefeiert.

Vorher werden die Stadtmeisterschaften der Zossener Feuerwehren sowie die Kreismeisterschaften in der Altersgruppe Ü40 in der Disziplin „Löschangriff nass“ ausgetragen. Beginn ist um 9 Uhr, Siegerehrung gegen 11.30 Uhr. Ein Frühschoppen mit dem Spielmannszug Neuseddin schließt sich an.

 

Offiziell eröffnet wird das Fest um 13.30 Uhr. Weiter stehen eine Einsatzübung der Jugendfeuerwehr (15 bis 15.30 Uhr) und ein kultureller Beitrag der Wünsdorfer Werkstätten (15.30 bis 15.45 Uhr) auf dem Programm.

Nach der Modenschau der Partnerfeuerwehr aus Recklinghausen (17.30 bis 18 Uhr) wird ein Pkw-Brand gelöscht (18 bis 18.30 Uhr).

Die Tanzgruppe des Dabendorfer Karnevalklubs tritt ab 19.30 Uhr auf.

Ein Höhenfeuerwerk wird um 22.30 Uhr gezündet.

Von Frank Pechhold

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