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Andrang im U18-Wahllokal

Dahme Andrang im U18-Wahllokal

Demokratie hat ihre Spielregeln, sie zu erlernen, ist es nie zu früh. Neun Tage vor der Bundestagswahl öffnete auch in Dahme eines der U18-Wahllokale seine Tore und lud Minderjährige zur Testwahl an die Urne.

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Schulsozialarbeiterin Elissa Helmke stand im Dahmer Jugendklub den Schülern an der Wahlurne hilfreich zur Seite.

Quelle: Uwe Klemens

Dahme. MLPD, BGE, ÖDP? Sich in der politischen Landschaft zurecht- zufinden, gelingt ohne Vorkenntnisse kaum. Denn noch schwerer als die Abkürzungen der politischen Parteien erschließen sich deren Programme.

Einen Vorgeschmack darauf, wie man sich als wahlmündiger Bürger in der Wahlkabine fühlt, bietet die U18-Wahl, die zum dritten Mal im Vorfeld einer Bundestagswahl deutschlandweit junge Menschen dazu animieren soll, sich mit politischen Inhalten auseinander zu setzen. Jeweils neun Tage vor der Bundestagswahl werden die Unter-18-Jährigen zur Testwahl an die Wahlurne gerufen.

Dahmer Jugendklub wird Wahllokal

Der Dahmer Jugendklub „Gleis 1“ war am Freitag eines der fünf U18-Wahllokale im Landkreis Teltow-Fläming. Insgesamt 16 Wahllokale gab es in Dahme-Spreewald. Schulsozialarbeiterin Elissa Helmke von der Dahmer Unverdorben-Oberschule und Klubleiter Peter Dahlke hatten gemeinsam die Idee, vor Ort ein solches Wahllokal einzurichten. „Die Aktion ist gut geeignet, die Jugendlichen dazu zu animieren, sich selbst einmal über Politik Gedanken zu machen“, sagt Helmke. Die anfängliche Idee, alle interessierten Kinder und Jugendlichen mit dem Bus in ein U18-Wahllokal zu chauffieren, wurde verworfen und stattdessen der Klub über die Webseite www.u18.org als Wahllokal angemeldet.

Wahlbeteiligung stand jedem frei

Mit Anrufen und Aushängen wurden Grund- und Oberschule über die Aktion informiert. Bereits im Vorfeld hatten beide Schulen signalisiert, dass die Schüler während des Unterrichts vorbeischauen würden. „Ob er sich an der Wahl beteiligt, stand natürlich jedem Schüler frei“, erklärt Elissa Helmke. Nach Erläuterungen über die Bedeutung politischen Interesses und über das Wahlprozedere, zu dem natürlich auch eine Wahlkabine gehörte, steckten am Ende die allermeisten Mädchen und Jungen ihren gefalteten Wahlzettel in die Urne.

„Ich finde es sehr gut, dass auch wir nach unserer Meinung gefragt werden, aber es ist schade, dass die Stimme nicht bei der richtigen Wahl gezählt wird“, findet der 13-jährige Siebtklässler Bruno Meding. Politik beschäftigt ihn schon lange. Zusammen mit seinen Eltern verfolgt er im Fernsehen politische Debatten. „Am besten finde ich, was die Politiker von der CDU und CSU über die allgemeine politische Lage und über die Flüchtlingspolitik sagen und ich habe dort auch mein Kreuz gemacht“, sagt er.

Schülerverkehr gehört zu den wichtigen Themen

Bei der Frage, was sie sich als Jugendliche von einer politischen Partei wünschen, müssen Brunos Mitschülerinnen Marie Schmall, Charlott Stirnal und Jona Bretschneider erst eine ganze Weile überlegen. „Auf jeden Fall sollten sich die Politiker besser um den Schülerverkehr kümmern, damit wir nicht so lange unterwegs sein müssen“, sagt Charlott nach einer kleinen Bedenkzeit. Dass sie noch nicht an der richtigen Wahl teilnehmen dürfen, stört die 13-jährigen Mädels nicht.

„Mein Eindruck von der U18-Wahl ist, dass es die meisten Schüler trotzdem zu schätzen wissen, dass ihre Stimme gehört wird“, sagt Ruth Ahlert, die die Fünft- und Sechstklässler der Dahmer Grundschule eine Unterrichtsstunde pro Woche im dem Fach Politische Bildung unterrichtet. „Die Beschäftigung mit politischen Systemen fällt auf fruchtbaren Boden. Die Schüler lernen, wie die Gesellschaft funktioniert und das Politik auch etwas mit ihnen zu tun hat“, fügt die Lehrerin hinzu.

Wie hoch die Beteiligung an der U18-Wahl deutschlandweit und in den einzelnen Regionen war, und wo die Kinder und Jugendlichen ihre Kreuze gesetzt haben, das kann man auf der Webseite www.u18.org nachlesen. Bis Sonnabend um 12 Uhr können die teilnehmenden Wahllokale dort ihre Ergebnisse melden.

Von Uwe Klemens

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