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Teltow-Fläming „Angst vor Muslimen entsteht aus Nichtwissen“
Lokales Teltow-Fläming „Angst vor Muslimen entsteht aus Nichtwissen“
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02:16 30.11.2015
Islamwissenschaftlerin Sarah Albrecht (2.v.r.) mit Sonja Brentjes (r.) in Zossen Quelle: Andrea von Fournier
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Zossen

Das Angebot eines Dialogabends des Runden Tischs „Flüchtlingshilfe Zossen“ zum Thema „Zusammenleben mit Muslimen?“ nahmen am Donnerstagabend nur wenige Besucher an. Fast zeitgleich lief die Bürgerversammlung zur Erstaufnahmeeinrichtung in Wünsdorf. Trotzdem entschieden die Organisatorinnen, den Abend stattfinden zu lassen. Referentin war Sarah Al-brecht, eine promovierte Islamwissenschaftlerin der FU Berlin. Sonja Brentjes, Wissenschaftshistorikerin am Max-Planck-Institut Berlin, moderierte die Runde.

Sie fragte Sarah Albrecht nach deren Beweggründen für ein Islamstudium. Neugierig wurde diese durch den Freiwilligendienst in einem katholischen Jerusalemer Pilgerhaus. Studium und Promotion schlossen Auslandsaufenthalte in Syrien, Jemen, Marokko und Ägypten ein, so dass sie stetig Bekannte, Freunde und Kollegen hatte, die Muslime sind. Für sie stellt sich das Zusammenleben mit Muslimen weniger schwierig dar, als manchmal propagiert.

Durch Veranstaltungen sind ihr Ängste und Vorurteile aber gut bekannt. Sie rechnete vor, dass der Anteil der Muslime an den jetzigen Flüchtlingen 70 Prozent betrage. Wenn man einrechne, dass einige nicht hier bleiben würden, kämen etwa eine halbe Million Muslime zu den heute bereits hier lebenden vier Millionen hinzu. „Ich kann nur unterstreichen, dass der Islam zu Deutschland gehört“, sagte sie.

Es sei erstaunlich, dass im alten Bundesgebiet über 90 Prozent der Muslime lebten, es jedoch in den neuen Ländern besonders große Angst vor ihnen gebe. Sarah Albrecht sprach über den veränderten Umgang des Westens mit Muslimen nach dem 11. September 2001 und über die Reaktionen der islamischen Welt auf den Terror in Paris. Vieles, was die Menschen hier bemängeln oder wovor sie Angst haben, liege nicht im Islam begründet. „Angst vor Muslimen entsteht aus Nichtwissen“, sagte Albrecht. Die Mehrheit der Muslime begreife und übe die Religion intensiver als deutsche Christen aus, das müsse jedoch niemandem Angst machen. Als Beispiel nannte sie ein syrisches Paar, das nach schwerer Flucht in Berlin anlangte: „Als allererstes suchten sie, wo sie einen arabischen Gottesdienst in Steglitz besuchen könnten. Wir hätten geschaut, wo wir schlafen oder einkaufen könnten“.

Die Betrachtungsweise von Sarah Albrecht traf bei den Besuchern auf Zustimmung. „Ich akzeptiere zuerst den Menschen, egal welcher Religion und Hautfarbe“, so eine Zossenerin.

Von Andrea von Fournier

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