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Teltow-Fläming Angst vor Terror erreicht die Reisebürokunden
Lokales Teltow-Fläming Angst vor Terror erreicht die Reisebürokunden
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14:10 15.07.2016
Der Strand in Benidorm an der Costa Blanca: Besonders Spanien profitiert in diesem Jahr von der Terrorangst deutscher Urlauber. Quelle: EFE
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Dahmeland-Fläming

Mit den Sommerferien am kommenden Donnerstag beginnt auch in Brandenburg die Urlaubssaison. Und wohin zieht es die Menschen aus der Region Dahmeland-Fläming? Auf jeden Fall nicht in die Türkei, die zahlreichen Terroranschläge der vergangenen Monate machen sich bei der Nachfrage in den Reisebüros deutlich bemerkbar. Auch andere krisengebeutelte Regionen rund ums Mittelmeer werden gemieden, in einigen klassischen Reisezielen dürfte man 2016 dagegen deutlich mehr Brandenburger Mundart hören.

Furcht ist nicht unbegründet – aber kein guter Berater

„Ägypten, Tunesien und die Türkei werden in diesem Jahr kaum nachgefragt, dafür wird es in Spanien, Bulgarien, Griechenland und Kroatien langsam eng“, berichtet Susann Motsch, die Inhaberin des Schmetterling-Reisebüros in Ludwigsfelde. „Da müssen wir inzwischen schon richtig suchen, um noch Flüge und Unterkünfte zu finden. Zumal die Leute auch nicht mit jeder Fluggesellschaft fliegen wollen.“ Der Grund für die geänderte Nachfrage liegt auf der Hand: die Furcht, Opfer eines Terroranschlags zu werden. „Die ist ja auch nicht unbegründet, aber manche Menschen haben inzwischen Bedenken, überhaupt noch in ein Flugzeug zu steigen“, sagt Susann Motsch. „Aber diese Ängste muss ich als Reiseanbieterin natürlich respektieren. Mit Angst kann man keinen Urlaub machen.“

Nachfrage in Reisebüros steigt

Grundsätzlich aber kann sich Susann Motsch über mangelnde Nachfrage nicht beschweren: „Seit 15 Jahren heißt es, das Internet sei das Ende der Reisebüros, aber das ist bis heute nicht eingetreten.“ Im Gegenteil, in den vergangenen Jahren kämen auch verstärkt wieder Familien und junge Leute. „Ich finde das erstaunlich, weil dieses Klientel ja auch im Internet buchen könnte. Aber dort machen die Leute oft die Erfahrung, dass ihr Urlaub am Ende nicht den Erwartungen entspricht“. Außerdem sei es ein Irrglaube, dass die Preise im Internet billiger seien: „Man muss auch die richtigen Angebote finden.“

Die Blaue Moschee in Istanbul wird in diesem Jahr weniger Besucher aus der Region haben. Quelle: AFP

Diese Erfahrung hat auch Katrin Wagner vom TUI-Reisecenter Pape in Königs Wusterhausen gemacht: „Die Flut an Angeboten im Internet kann einen erschlagen, darum kommen auch nicht nur ältere Menschen, sondern auch viele Familien und Jugendliche zu uns.“ Vor allem die Unentschlossenen finden den Weg zu ihr: „Wer jedes Jahr Hotel XY auf Mallorca bucht, kann das natürlich im Internet machen, aber wer zum Beispiel eine Rundreise durch Afrika buchen will, ist froh, einen persönlichen Ansprechpartner zu haben, der sich um Probleme kümmert.“

Auch Griechenland ist nicht bei allen gefragt – wegen der Flüchtlinge

Die großen Reisetrends der Saison machen sich aber auch in Königs Wusterhausen bemerkbar: „Die Buchungen haben sich schon verlagert, die Türkei und Ägypten sind rückläufig, aber auch bei Griechenland halten sich die Leute zurück. Sie haben immer noch die Bilder von ankommenden Flüchtlingen auf der Insel Kos vor Augen und das wollen sie nicht“, erzählt Katrin Wagner. Die Insel Kreta werde zwar nach wie vor gebucht, die meisten weichen aber nach Spanien aus. Und wer trotzdem in die Türkei fliegen will befürchtet, wegen der ausbleibenden Gäste geschlossene Geschäfte vorzufinden.

Sandra Scholz hat beobachtet, dass sich in Zeiten von Krisen und Terrorismus nicht nur die Reiseziele verändern, sondern auch das Buchungsverhalten: „Es wird nicht weniger gebucht, aber später“, sagt die Büroleiterin im Reisecenter Jüterbog. Klassischerweise buchen viele Kunden schon zu Beginn des Jahres ihren Sommerurlaub: „Jetzt warten die Leute häufig ab, wo was passiert und buchen ganz kurzfristig dort, wo es gerade ruhig ist.“

Tunesien fast nicht mehr nachgefragt

Nicht nur die Häufigkeit von Terroranschlägen, auch deren Ziele beeinflussen offenbar das Reiseverhalten: „Bei der Türkei haben wir definitiv starke Einbrüche, aber Tunesien wird praktisch gar nicht mehr nachgefragt“, sagt Sandra Scholz. Dort hatte es im Juni 2015 einen Anschlag auf ein Hotel gegeben, bei dem fast 40 Menschen starben, hauptsächlich Touristen. „Dass sich der Anschlag direkt gegen ein Hotel gerichtet hat, scheint den Leuten besonders in Erinnerung geblieben zu sein. Da bleibt dann der Eindruck, dass sie nicht einmal im Hotel sicher sind.“

Im Reisecenter Jüterbog haben in diesem Jahr viele Kunden Bulgarien als neues Reiseziel für sich entdeckt. Sehr gefragt sind außerdem die Balearen, die Kanaren und die griechischen Inseln: „Da haben wir trotz Flüchtlingskrise keinen Einbruch erlebt“, sagt Sandra Scholz. Die Leute würden eben jene griechischen Inseln buchen, die davon nicht betroffen sind.

Die Ostsee ist praktisch ausgebucht

Aber auch ein anderes klassisches Reiseziel hat in diesem Jahr Hochkonjunktur: die Bundesrepublik. „Die Ostsee ist jetzt praktisch ausgebucht, aber auch die Nordsee und die Gebirge werden stark nachgefragt“, sagt Sandra Scholz. Der Strand sei aber nach wie vor der größte Sehnsuchtsort vieler Urlauber: „Wenn sie schon nicht wegfliegen, wollen die Leute wenigstens in Deutschland an den Strand“, sagt Sandra Scholz.

Sie macht in diesem Jahr Urlaub auf Kreta, im Oktober ist es soweit: „Die Kunden haben davon geschwärmt und ich bin ja nicht an die Schulferien gebunden. Und wenn ich in der Nebensaison fliege, kann ich noch ein bisschen Geld sparen und trotzdem Sonne tanken.“

Von Martin Küper

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