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Anhaltstraße: erste Adresse für Asylbewerber

Teltow-Fläming Anhaltstraße: erste Adresse für Asylbewerber

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise musste das Übergangswohnheim für Asylbewerber in der Luckenwalder Anhaltstraße geschlossen werden, weil es dringend sanierungsbedürftig war. Jetzt ist es fast fertig und wird wieder „die erste Adresse“ für Flüchtlinge im Landkreis Teltow-Fläming sein. Dafür können andere Übergangswohnheime geschlossen werden.

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Schlicht aber sauber und dezent gestaltet: Die Fassade des Übergangswohnheims an der Anhaltstraße in Luckenwalde erstrahlt in mattem Glanz.

Quelle: Hartmut F. Reck

Luckenwalde. „Wir liegen voll im Plan“, sagt Harald-Albert Swik. Der Vorsitzende des DRK-Kreisverbands Fläming-Spreewald ist zuversichtlich, dass die Flüchtlinge schon Ende November/Anfang Dezember in das nun vom Roten Kreuz betriebene Übergangswohnheim für Asylbewerber in der Luckenwalder Anhaltstraße einziehen können. 130 Plätze stehen dann dort zur Verfügung. Die Räume sind so eingeteilt, dass sie den neuesten Standards für die Unterbringung von Asylbewerbern entsprechen, ihnen also pro Person mindestens zwei Quadratmeter mehr zur Verfügung stehen als bisher.

Das Gebäude diente früher als das reguläre Übergangswohnheim für den Landkreis Teltow-Fläming. Selbst wenn es nicht voll belegt war, kamen hier sämtliche Asylbewerber unter, die dem Kreis zugeteilt wurden. Ausgerechnet als die damals noch 180 Plätze bei weitem nicht mehr ausreichten, um auf der Höhe der Flüchtlingskrise, alle in Teltow-Fläming ankommenden Geflüchteten unterzubringen, musste das Heim aus baupolizeilichen Gründen geschlossen werden und die Flüchtlinge in anderen schnell hergerichteten Übergangsheimen untergebracht werden.

Sanierung fast abgeschlossen

Nun ist die Sanierung fast abgeschlossen zu einem Zeitpunkt, an dem der Druck wieder aus dem Kessel ist. Dennoch braucht sich DRK-Chef Swik keine Gedanken zu machen, ob seine Einrichtung überhaupt genutzt wird. Denn weiterhin wird die Anhaltstraße sozusagen „die erste Adresse“ für Flüchtlinge im Kreis sein.

So können jetzt andere, von vornherein als Übergangslösungen betrachtete Übergangsheime, leergezogen werden.

Nach Informationen von Teltow-Flämings Sozialdezernentin und stellvertretenden Landrätin Kirsten Gurske (Linke) ist dies bereits in der Forststraße in Luckenwalde erfolgt. Das Gebäude soll aber ebenfalls saniert werden und wieder als Übergangswohnheim dienen.

Das ehemalige Schulgebäude des Oberstufenzentrums im Schieferling in Luckenwalde soll zum Jahresende leergezogen werden. Die Bewohner werden dann in die Anhaltstraße umziehen.

Teilweiser Belegungsstopp

In der ehemaligen Kreisverwaltung und späteren Polizeiwache in der Grabenstraße findet schon teilweise ein Belegungsstopp statt. Und die Thermohalle, die im Biotechnologiepark aufgestellt wurde, ist erst gar nicht belegt worden. Im Übergangswohnheim in der Kollwitz-Straße in Blankenfelde gilt in Absprache mit der Gemeinde ein Belegungsstopp. Dies ist auch in Hennickendorf der Fall. Hier finden laut Gurske interne Beratungen und Gespräche mit dem Vermieter und der Gemeinde Nuthe-Urstromtal statt.

Bei den beiden Thermohallen auf dem Hof des Übergangswohnheims Birkengrund Süd in Ludwigsfelde erfolge bereits der Leerzug. Eine Nachnutzung werde derzeit geprüft, so Gurske. Bei den verwaltungsinternen Beratungen geht es hauptsächlich um die Abwägung, was für den Landkreis am kostengünstigsten ist. Das wären natürlich zunächst die eigenen Immobilien. Bei den angemieteten Gebäuden sind nicht nur die Miethöhe, sondern auch die unterschiedlichen Vertragslaufzeiten, zu berücksichtigen.

Weitere Kriterien sind die abgeschlossenen Betreiberverträge, die Abmachungen mit den Wachschutzfirmen und nicht zu vergessen: die möglichst gerechte Verteilung der Flüchtlinge auf die einzelnen Regionen des Landkreises.

Die Hauptlast, das ist unzweifelhaft, wird aber nach wie vor bei der Kreisstadt Luckenwalde liegen. Selbst dann, wenn die Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber wieder normale Ausmaße angenommen haben. Denn die werden dann alle in der Anhaltstraße wohnen.

Von Hartmut F. Reck

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