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Teltow-Fläming Annäherung an den Wolf
Lokales Teltow-Fläming Annäherung an den Wolf
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00:36 02.05.2018
Der Nabu war mit einem Info-Stand während des Tags des Wolfs im Wildpark präsent. Quelle: FotoS: Andreas Staindl (2)
Johannismühle

Der Wolf polarisiert. Die einen heißen ihn willkommen, freuen sich, dass er wieder da ist. Die anderen sehen ihn als Feind und Gegner, der Nutzvieh reißt. „Wir sollten eine sachliche Diskussion führen“, sagt Julian Dorsch. „Polemik bringt uns nicht weiter.“

Der Geschäftsführer des Wildparks Johannismühle bei Klasdorf (Baruth) nutzt deshalb jede Gelegenheit, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. Der bundesweite Tag des Wolfs am Sonntag war eine solche Möglichkeit. „Wir sind gern dabei, denn wir haben mit unserer Einrichtung auch einen Bildungsauftrag“, sagt Julian Dorsch.

Mit dem Naturschutzbund (Nabu) hatte er sich fachliche Unterstützung geholt. Die Wolfsbotschafter Sonja Wallschlag und Stefan Hoika waren mit einem Informationsstand vor Ort – in unmittelbarer Nachbarschaft des Geheges der Grauwölfe Max und Moritz. Hin und wieder tauchten die beiden Wölfe sogar am Zaun auf.

Lange zeigten sie sich dort aber nicht, dann streiften sie weiter durch ihr Gehege. Nicht jeder Besucher bekam die Grauwölfe zu sehen. Dafür gab es reichliche Informationen am Nabu-Stand. „Die Leute sind sehr interessiert“, sagt Sonja Wallschlag. „Sie lassen sich gern auf ein Gespräch ein, sind wissbegierig. Viele wollen wissen, wie groß denn die Wahrscheinlichkeit ist, dass sie einem Wolf begegnen. Angst davor hat aber kaum jemand. Die Leute nähern sich dem Thema sehr sachlich.“

Für Roland Kunze ist das ganz normal. „Die Wölfe sind nun mal wieder hier, und wir müssen lernen, mit ihnen zu leben“, sagt der Berliner. Er war, wie so viele andere Besucher, mit Kind und Kegel im Wildpark Johannismühle unterwegs.

Während des Abstechers zu den Grauwölfen kam er am Stand des Nabu vorbei. „Haben Sie Fragen, brauchen Sie Informationen?“ Sonja Wallschlag sprach die Besucher charmant an. Viele ließen sich auf ein kurzes Gespräch ein.

Auch Elke Martin nutzte die Gelegenheit. „Bei uns im Fläming sind Wölfe zu Hause“, erzählt sie. „Gesehen habe ich noch keinen. Ich finde diese Tiere aber sehr spannend.“

Ähnliches hört Julian Dorsch oft. „Besucher erzählen uns immer wieder, wie faszinierend sie Wölfe finden. Bei uns können sie ihnen mit etwas Glück und Geduld gegenüberstehen, wenn auch durch einen Zaun getrennt.“

Effektive Schutzmaßnahmen wünscht er sich auch von Nutztierhaltern: „Der Herdenschutz muss in Wolfsregionen konsequent umgesetzt werden. Verantwortlich dafür ist der Tierhalter. Er muss sein Eigentum schützen.“

Der Geschäftsführer weiß, wovon er spricht. Zu Beginn des vergangenen Jahres hatte er zwei Wolf- übergriffe im Wildpark zu verzeichnen. Die Umzäunung wurde daraufhin optimiert – mit Erfolg. „Man kann also sehr wohl gemeinsam mit dem Wolf leben“, sagte der Geschäftsführer.

22 Rudel leben inzwischen im Land Brandenburg, wie Stefan Hoika informierte. „Wir wollen mit Informationen helfen, dass das Zusammenleben von Mensch und Wolf gelingt“, sagte der Wolfsbotschafter. Veranstaltungen wie der Tag des Wolfs sind eine gute Plattform dafür.

Von Andreas Staindl

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