Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Anschläge auf Autos aus Unmut über enge Straße?
Lokales Teltow-Fläming Anschläge auf Autos aus Unmut über enge Straße?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:20 20.09.2016
Tatort Hauptstraße in Baruth. Detlef Mehler neben dem mit weißer Farbe bekippten Opel Corsa. Quelle: Pechhold
Anzeige
Baruth

Vier zerstochene Reifen, große Lackkratzer, ein abgebrochener Außenspielgel: 5000 Euro Sachschaden am Renault Wind von Detlef Mehler vor einem Jahr. Nun ein mit weißer Farbe übergossener, von Freunden bezahlter Opel Corsa. Zwei Anschläge auf Autos ereigneten sich innerhalb von 13 Monaten in Baruth an der selben Stelle. Beide Male scheint man es auf Mehler abgesehen zu haben. Bei der Polizei und im Rathaus hält man sich zum aktuellen Vorfall bedeckt.

Vorfall bereits vor einem Jahr

„Diesmal sind der oder die Täter entschieden zu weit gegangen“, sagte Mehler am Montag bei einem Vor-Ort-Termin an der Hauptstraße. Genau hier wurden wie berichtet am 24. Juli 2015 alle vier Reifen an dem blauem Renault des pensionierten Polizeibeamten zerstochen. Zu diesem Zeitpunkt war Mehler im Auslandsurlaub und hatte sein Auto einem Freund geborgt. Obwohl er eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro für sachdienliche Hinweise aussetzte, wurde die Straftat bis heute nicht aufgeklärt.

An dem Renault sind vor rund einem Jahr die Reifen zerstochen worden. Quelle: Jutta Abromeit

Vermutung: Der Wagen stand im Weg

MAZ-Recherchen nach der Reifenstecherei zufolge könnte ein Motiv sein, dass Mehlers Auto irgendjemandem im Wege stand. An dieser Stelle der Hauptstraße kommen zwei Holztransporter schon ohne parkende Pkw nur schwer aneinander vorbei. Bürgermeister Peter Ilk (parteilos) sagte damals: „Es geht nicht, dass jemand mit Straftaten seinem Unmut Luft macht. Das verurteile ich genauso wie jeder andere Vernünftige.“ Doch Herr Mehler müsse sich auch fragen lassen, warum sein Auto so lange genau an der engsten Stelle der Hauptstraße geparkt wird, „obwohl ein paar Meter weiter genug Parkplätze sind, wo niemand gestört wird.“ Man bedauere das erste Vorkommnis dieser Art im Stadtgebiet, sagte die stellvertretende Baruther Bürgermeisterin Ruth Ziemer vor Jahresfrist. Bei diesem Einzelfall bleibe es hoffentlich.

Falle für die Täter

Blieb es aber nicht. In der Nacht zum 15. September 2016 erfolgte der nächste Anschlag. Acht Tage zuvor hatten Freunde von Mehler eine wie er sagt „spontane Aktion gestartet. Sie haben zusammengelegt und für ein paar Hundert Euro einen alten Opel Corsa gekauft“. Anschließend stellten Mehlers Freunde den Opel genau an dem Tatort ab, wo sein Renault im Sommer 2015 so schwer beschädigt worden war, „um dem Täter eine Falle zu stellen. Das hat ja auch wunderbar geklappt.“ Den gut sichtbaren Spuren nach zu schließen, muss jemand einen Eimer weiße Farbe mit Schwung über die Windschutzscheibe des Corsa gegossen haben. Dabei bekamen auch der Bürgersteig, eine Hauswand und die Straße Farbspritzer ab. Nach der Farbattacke scheint der Täter mit dem tropfenden Eimer in Richtung Kreisverkehr gerannt zu sein, wie ein weißer Farbstreifen verrät.

Polizei hat noch keine Hinweise

Mehler zufolge lägen bei der Polizei zwei Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung vor. Eine vom Besitzer des Opel Corsa, die andere von der Stadt Baruth. Bürgermeister Ilk teilte Montag nur mit, dass er zu dem Vorfall leider auch nicht mehr sagen könne. Hinweise auf mögliche Täter beziehungsweise Motive lägen bislang nicht vor, so Polizeisprecherin Jana Birnbaum.

Laut Detlef Mehler lasse sich der Kreis der Tatverdächtigen auf fünf Personen eingrenzen. „Wenn der oder die Täter meinen, sie können mit solchen Aktionen ungeschoren davonkommen, dann kennen die mich noch nicht.“ Die würden so lange keine Ruhe vor ihm haben, bis sie sich entweder selbst stellen oder überführt sind. „Und wenn das die nächsten 20 Jahre dauert.“

Von Frank Pechhold

Eigentlich könnten sich die Anwohner der Trebbiner Allee 6 bis 10 in Stangenhagen über die geplante Fahrradstraße vor ihren Häusern freuen. Doch als Anlieger sollen sie heftig zur Kasse gebeten werden.

20.09.2016

Ihre Kindheit verbrachte Käte Schmidt in Schlesien. Zweimal wurde sie aus ihrer Heimat vertrieben. Es verschlug sie nach Trebbin. Heute erzählt sie Schülern von ihrem Leben.

20.09.2016

Eien Woche lang haben sich Gymnasiasten in Blankenfelde mit Religionsphilosophie und gleichzeitig mit Berufsvorbereitung beschäftigt. Die Frage, was man später einmal machen will, stand im Mittelpunkt dieser Woche.

20.09.2016
Anzeige