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Angst vor noch mehr Lärm

Anwohner des BER mobilisieren gegen eine mögliche dritte Startbahn Angst vor noch mehr Lärm

Die Anwohner des künftigen Hauptstadtflughafen treibt die Angst vor einer dritten Startbahn und noch mehr Lärm um. Ein Flughafenplaner warnt deswegen davor, dass Blankenfelde-Mahlow wegen zuviel Lärms abgesiedelt werden könnte.

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Der Großbeerener Bürgermeister Carl Ahlgrimm (parteilos), Fachanwalt Franz Günter Siebeck und Flughafenplaner Dieter Faulenbach da Costa (v.l.) saßen in Mahlow auf dem Podium.

Quelle: Gudrun Ott

Mahlow. Gut gefüllt war die Aula der Astrid-Lindgren-Grundschule in Mahlow am Donnerstagabend. Zum Start der Volksinitiative gegen den Bau einer dritten Startbahn am Flughafen BER trafen sich dort Bürgerinitiativen aus der ganzen Region, aber auch Anwohner, die nicht hinnehmen wollen, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird.

Die Idee zu einer neuerlichen Volksinitiative kommt aus dem Büro des Bürgermeisters von Blankenfelde-Mahlow, Ortwin Baier (SPD). Er will frühzeitig etwas gegen eine mögliche Erweiterung des Flughafens tun. „Wir wollen Solidarität gewinnen und die Planung für die dritte Startbahn verhindern“, sagte er. Flughafenplaner Dieter Faulenbach da Costa wies auf die extreme Verlärmung hin, die entstehen würde, wenn eine dritte Startbahn gebaut wird. Deswegen müssten Blankenfelde-Mahlow und andere Ortschaften „abgesiedelt“ werden. Einer starken Belastung sei zudem der Raum von Trebbin bis Zeuthen ausgesetzt. Der Flughafenplaner aus dem Raum Frankfurt weiß, wovon er spricht. Er ist selbst von Fluglärm betroffen. Und er kennt die Region: Er hat das Raumordnungsverfahren für den BER von 1993 mitgeschrieben.

Antrag an den Landtag

Eine Volksinitiative ist ein in der Landesverfassung festgelegtes Instrument und die Vorstufe zu einem Volksentscheid. Bekommen die Initiatoren innerhalb eines Jahres 20.000 Unterschriften zusammen, muss sich der Landtag mit dem Vorschlag beschäftigen.
Lehnt der Landtag den Vorschlag ab, können die Initiatoren ein Volksbegehren und schließlich einen Volksentscheid beantragen.

Zwei Pisten waren damals angedacht. Der Flughafen ist für rund 360.000 Flugbewegungen pro Jahr ausgelegt. Auf den zwei Start- und Landebahnen sind aber 450.000 bis 500.000 Flüge pro Jahr möglich. Eine dritte Startbahn würde zusätzlich eine 50 Kilometer lange Lärmschneise quer über ein Gebiet ziehen, das zur Siedlungsentwicklung gehört, so Faulenbach. Dann würden mehr als zwei Millionen Menschen unter Lärm und Abgasen leiden. Diese Startbahn soll durch die Volksinitiative unmöglich gemacht werden. Angelika Bläschke gehört zur Bürgerinitiative Mahlower Schriftstellerviertel. Sie hatte sich auch für das Nachtflug-Volksbegehren eingesetzt und ist von einem überzeugt: „Die 20.000 Unterschriften werden wir noch vor der Landtagswahl beisammen haben.“ So viele Unterschriften werden benötigt, damit sich der Landtag mit dem Thema befassen muss.

Es ergebe Sinn, sich bereits jetzt zu engagieren, sagte Claus Ahlgrimm, parteiloser Bürgermeister von Großbeeren und Vorsitzender der Schutzgemeinschaft. „Wenn die Entscheidung von politischer Seite gefallen ist, ist es zu spät“, sagte er. „Wir wollen kämpfen“, erklärte auch Thorsten Kleis aus Königs Wusterhausen. Als „unsere letzte Chance“ bezeichneten die Mitinitiatoren Jens Zschiedrich aus Ludwigsfelde und Roland Skalla aus Stahnsdorf die Volksinitiative. „Wenn ein Volksentscheid kommt, dann bleibt der Landesregierung kein Spielraum“, sagte Franz Günter Siebeck, Fachanwalt aus München. Peter Kreilinger aus Werder, Mitinitiator der Veranstaltung, meinte: „Wir trauen Zusagen und Versprechen nicht mehr. Die Protagonisten dieses Flughafens haben uns im Dutzend über wahre Ziele, Kosten, Termine und Routen belogen und tun es noch heute.“

Für Ferdi Breitbach und Matthias Stefke vom BVBB dagegen ist schon diese Volksinitiative ein Einknicken. Man müsse den Flughafen ganz verhindern, forderten sie. Anwalt Franz Günter Siebeck sieht das anders: Eine vollständige Verhinderung des Flughafens sei eine Illusion.

Alles zum Thema rund um den Flughafen-Neubau in Schönefeld finden Sie auf unserer Sonderseite:

www.MAZ-online.de/BER

Von Gudrun Ott

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