Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Angst vor noch mehr Lärm
Lokales Teltow-Fläming Angst vor noch mehr Lärm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:02 09.05.2014
Der Großbeerener Bürgermeister Carl Ahlgrimm (parteilos), Fachanwalt Franz Günter Siebeck und Flughafenplaner Dieter Faulenbach da Costa (v.l.) saßen in Mahlow auf dem Podium. Quelle: Gudrun Ott
Anzeige
Mahlow

Gut gefüllt war die Aula der Astrid-Lindgren-Grundschule in Mahlow am Donnerstagabend. Zum Start der Volksinitiative gegen den Bau einer dritten Startbahn am Flughafen BER trafen sich dort Bürgerinitiativen aus der ganzen Region, aber auch Anwohner, die nicht hinnehmen wollen, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird.

Die Idee zu einer neuerlichen Volksinitiative kommt aus dem Büro des Bürgermeisters von Blankenfelde-Mahlow, Ortwin Baier (SPD). Er will frühzeitig etwas gegen eine mögliche Erweiterung des Flughafens tun. „Wir wollen Solidarität gewinnen und die Planung für die dritte Startbahn verhindern“, sagte er. Flughafenplaner Dieter Faulenbach da Costa wies auf die extreme Verlärmung hin, die entstehen würde, wenn eine dritte Startbahn gebaut wird. Deswegen müssten Blankenfelde-Mahlow und andere Ortschaften „abgesiedelt“ werden. Einer starken Belastung sei zudem der Raum von Trebbin bis Zeuthen ausgesetzt. Der Flughafenplaner aus dem Raum Frankfurt weiß, wovon er spricht. Er ist selbst von Fluglärm betroffen. Und er kennt die Region: Er hat das Raumordnungsverfahren für den BER von 1993 mitgeschrieben.

Antrag an den Landtag

Eine Volksinitiative ist ein in der Landesverfassung festgelegtes Instrument und die Vorstufe zu einem Volksentscheid. Bekommen die Initiatoren innerhalb eines Jahres 20.000 Unterschriften zusammen, muss sich der Landtag mit dem Vorschlag beschäftigen.
Lehnt der Landtag den Vorschlag ab, können die Initiatoren ein Volksbegehren und schließlich einen Volksentscheid beantragen.

Zwei Pisten waren damals angedacht. Der Flughafen ist für rund 360.000 Flugbewegungen pro Jahr ausgelegt. Auf den zwei Start- und Landebahnen sind aber 450.000 bis 500.000 Flüge pro Jahr möglich. Eine dritte Startbahn würde zusätzlich eine 50 Kilometer lange Lärmschneise quer über ein Gebiet ziehen, das zur Siedlungsentwicklung gehört, so Faulenbach. Dann würden mehr als zwei Millionen Menschen unter Lärm und Abgasen leiden. Diese Startbahn soll durch die Volksinitiative unmöglich gemacht werden. Angelika Bläschke gehört zur Bürgerinitiative Mahlower Schriftstellerviertel. Sie hatte sich auch für das Nachtflug-Volksbegehren eingesetzt und ist von einem überzeugt: „Die 20.000 Unterschriften werden wir noch vor der Landtagswahl beisammen haben.“ So viele Unterschriften werden benötigt, damit sich der Landtag mit dem Thema befassen muss.

Es ergebe Sinn, sich bereits jetzt zu engagieren, sagte Claus Ahlgrimm, parteiloser Bürgermeister von Großbeeren und Vorsitzender der Schutzgemeinschaft. „Wenn die Entscheidung von politischer Seite gefallen ist, ist es zu spät“, sagte er. „Wir wollen kämpfen“, erklärte auch Thorsten Kleis aus Königs Wusterhausen. Als „unsere letzte Chance“ bezeichneten die Mitinitiatoren Jens Zschiedrich aus Ludwigsfelde und Roland Skalla aus Stahnsdorf die Volksinitiative. „Wenn ein Volksentscheid kommt, dann bleibt der Landesregierung kein Spielraum“, sagte Franz Günter Siebeck, Fachanwalt aus München. Peter Kreilinger aus Werder, Mitinitiator der Veranstaltung, meinte: „Wir trauen Zusagen und Versprechen nicht mehr. Die Protagonisten dieses Flughafens haben uns im Dutzend über wahre Ziele, Kosten, Termine und Routen belogen und tun es noch heute.“

Für Ferdi Breitbach und Matthias Stefke vom BVBB dagegen ist schon diese Volksinitiative ein Einknicken. Man müsse den Flughafen ganz verhindern, forderten sie. Anwalt Franz Günter Siebeck sieht das anders: Eine vollständige Verhinderung des Flughafens sei eine Illusion.

Alles zum Thema rund um den Flughafen-Neubau in Schönefeld finden Sie auf unserer Sonderseite:

www.MAZ-online.de/BER

Von Gudrun Ott

Folgen Sie uns auf Facebook!

Aktuelle Nachrichten und Fotos aus den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald finden Sie auf unserer Facebook-Seite.  Folgen Sie unserer Seite und diskutieren Sie mit uns über aktuelle Artikel oder geben Sie uns Hinweise, worüber wir berichten können.

Hier kommen Sie direkt auf unsere Facebook-Seite: www.facebook.com/dahmelandflaeming.

Werden Sie Fan von der MAZ bei Facebook!

Mehr zum Thema

Laut einem Medienbericht geht der Aufsichtsrat des Hauptstadtflughafens BER davon aus, dass der zuletzt gesetzte Kostenrahmen von 4,3 Milliarden Euro nicht mehr zu halten ist.

20.10.2013

Die CDU von Blankenfelde-Mahlow fordert die Umsetzung des gesetzlich verbrieften Schallschutzes noch vor der Eröffnung des Großflughafens BER. Ortsverband und Fraktion erwarten von der Landesregierung, die Flughafen GmbH anzuweisen, jetzt schnellstens die gültigen Kostenerstattungsvereinbarungen der Antragsteller auf Tagschutz zu überarbeiten.

17.06.2013
Teltow-Fläming Gemeinde klagt erneut gegen den BER - Blankenfelde-Mahlow gibt keine Ruhe

Dem neuen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld (Dahme-Spreewald) droht weiterer Ärger um den Schallschutz für die Anwohner. Die stark betroffene Gemeinde Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming) will abermals klagen. Diesmal geht es um den Wert der Häuser.

25.04.2014
Teltow-Fläming Bürgermeister Ortwin Baier muss politischen Text von der Gemeinde-Homepage nehmen - Rüffel von der Landrätin

Nach seinem Appell für einen zügigen Weiterbau des Rathauses in Blankenfelde muss Bürgermeister Ortwin Baier (SPD) nun zurückrudern. Auf Bitte von Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) musste er den Beitrag von der Internetseite der Gemeinde-Mahlow entfernen. Einige Passagen sorgten für Ärger.

09.05.2014
Teltow-Fläming Gewerkschafter und Politiker diskutieren in Luckenwalde über gute Arbeit in einem sozialen Landkreis - Landrätin: Kreis ist gut aufgestellt, hat aber Probleme

Einige Teile Teltow-Flämings sind für viele Firmen reizvoll, trotzdem siedeln sich im Vergleich zu westdeutschen Städten weniger Firmen an. Auch andere Zahlen sind nicht unbedingt positiv. Auch die Landrätin Kornelia Wehlan sieht Probleme. Das hat sie am Donnerstag bei einer Diskussion in Luckenwalde gesagt.

09.05.2014
Polizei Teltow-Fläming: Polizeibericht vom 9. Mai - Radfahrer wird bei Unfall schwer verletzt

+++ Ludwigsfelde: 22-Jähriger wird von Auto erfasst +++ Rangsdorf: Neunjähriger wird von Auto angefahren +++ Luckenwalde: Unter Drogeneinfluss aber ohne Führerschein unterwegs +++ Ludwigsfelde: Baumaterial von Tankstelle gestohlen +++ Luckenwalde: Fahrradfahrer hat Drogen bei sich +++ Ludwigsfelde: Diesel von Baufahrzeug abgezapft +++

09.05.2014
Anzeige