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Teltow-Fläming Anwohner protestieren gegen B-Plan
Lokales Teltow-Fläming Anwohner protestieren gegen B-Plan
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00:28 10.03.2018
Mit Flugblättern, Widersprüchen und einer Unterschriftensammlung wollen die Anwohner den Bebauungsplan kippen. Quelle: Foto: privat
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Rangsdorf

In Rangsdorf regt sich Protest gegen den Bebauungsplan RA26. Anwohner des 67 Hektar großen Gebiets zwischen Alemannenallee, Zülowpromenade, Groß Machnower Straße und Grenzweg wollen verhindern, dass die Gemeinde den B-Plan „Zülowniederung/ Langer Berg“ in Kraft setzt. Sie stören sich vor allem an den Vorschriften zum Erhalt des Waldcharakters der Siedlung.

Einer der Anwohner ist Edmund Wirzba. Er spricht von einer „Teilenteignung“ durch die Baugrenzen. Diese geben vor, auf welchem Teil eines Grundstücks gebaut werden darf. Einige bestehende Gebäude wie Garagen oder Schuppen liegen schon jetzt außerhalb dieser Grenzen. „Was passiert bei einer Sanierung? Gilt dann der Bestandsschutz?“, will Clemens Wudel wissen. „Grundsätzlich hat man immer Bestandsschutz“, sagt Bürgermeister Klaus Rocher (FDP). Im Einzelfall entscheidet die Untere Bauaufsichtsbehörde des Landkreises.

Liste schreibt vor, welche Bäume die Anwohner pflanzen müssen

Ursula Rüdiger hat auf ihrem Grundstück viele alte Obstbäume. Diese stehen jedoch nicht in der Pflanzliste des Bebauungsplanes, die vorgibt, dass jeder Anwohner pro 150 Quadratmeter Grundstück mindestens einen Waldbaum pflanzt. „Dann wird alles dunkel“, sagt Ursula Rüdiger. Durch den Schatten der Bäume wären Solarkollektoren praktisch nutzlos.

Edmund Wirzba sieht darin eine „Zwangsaufforstung“ auf Kosten der Anwohner. „Die Gemeinde hat es in den vergangenen Jahren versäumt, sich um die Bäume zu kümmern“, kritisiert er. Viele der rund 100 Jahre alten Kiefern seien am Ende ihres Lebens angekommen und müssten demnächst gefällt werden. „Die 250 000 Euro, die die Gemeinde für den Bebauungsplan ausgegeben hat, hätte sie auch in die Landschaftspflege investieren können“, sagt Wirzba.

Baugrenzen erschweren Teilung der Grundstücke

Wirzba glaubt nicht, dass es dem Bebauungsplan nur darum gehen soll, den Waldcharakter zu erhalten. „Ich vermute eher, dass die Gemeinde keinen weiteren Zuzug möchte, weil es sie überfordern würde.“ Die Baugrenzen würden etwa die Teilung eines Grundstücks nahezu unmöglich machen. „Obwohl unser Grundstück Bauland ist, dürften wir nicht bauen“, sagt Andreas Dubrowsky.

Verfahren läuft seit 2014

Im September 2014 brachte die Rangsdorfer SPD-Fraktion den Antrag zum Erhalt des Waldcharakters der Gemeinde ein.

Im Januar 2015 forderte die DPR-Fraktion, Bebauungspläne aufzustellen, um den Waldcharakter zu erhalten.

Im März 2015 beschloss die Gemeindevertretung, den B-Plan „RA26 Zülowniederung/ Langer Berg“ aufzustellen. Das Planungsbüro CESA hat einen 160-seitigen Entwurf vorgelegt, der noch nicht in Kraft ist.

Vor kurzem haben sich Anwohner aus dem B-Plan-Gebiet zur „Bürgerinitiative für ein l(i)ebenswertes Rangsdorf“ zusammengeschlossen. Sie haben mehr als 600 Flugblätter in der Nachbarschaft verteilt und fast 200 Unterschriften im Rathaus eingereicht, mit denen sie eine Verlängerung der Widerspruchsfrist fordern, die am heutigen Mittwoch endet.

Bürgermeister: Bäume wichtig für Standfestigkeit der Hänge

Bürgermeister Klaus Rocher sieht keinen Anlass, diese Frist zu verlängern. „Das Verfahren geht seit drei Jahren“, sagt er. Im Übrigen unterstütze er das Anliegen, den Waldcharakter zu erhalten. „Das geht nur mit einem B-Plan und der bedeutet immer einen Eingriff in private Interessen“, sagt Rocher.Die Bäume seien nicht nur optisch wichtig, sondern auch für die Standfestigkeit der Hänge in dem hügligen Gebiet.

„Letztlich entscheidet die Gemeindevertretung, ob sie den Plan in Kraft setzt“, sagt Rocher. Sollte sie sich aufgrund der Proteste dagegen entscheiden, wäre das Geld für das bisherige Verfahren verloren. Edmund Wirzba hätte das Geld ohnehin lieber in den neuen Hort investiert. Er hofft, dass die Politik einlenkt: „Wir wollen klarmachen, dass es um ganz Rangsdorf gibt.“

Von Christian Zielke

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