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Anwohner zweifeln an Reihersteg-Gutachen

Rangsdorf Anwohner zweifeln an Reihersteg-Gutachen

Kein akuter Handlungsbedarf – so lautet das Ergebnis einer Untersuchung des Recyclingmaterials im Rangsdorfer Reihersteg. Dort seien keine gefährlichen Stoffe gefunden worden, heißt es beim Landkreis. Die Anwohner misstrauen dem Gutachten und fordern einen Ausbau der Straßen, der seit vielen Jahren versprochen ist.

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Mehrere Anwohner fordern den Ausbau des Reiherstegs.

Quelle: Christian Zielke

Rangsdorf. 2003, im Bürgermeisterwahlkampf, hat Klaus Rocher (FDP) den Anwohnern des Reiherstegs in Rangsdorf ein Versprechen gemacht. Wenn er Bürgermeister wird, sorgt er dafür, dass die Straße ausgebaut wird.

13 Jahre später hat sich am Zustand praktisch nichts verbessert. „Leider hatten wir als FDP nach der Wahl nicht die absolute Mehrheit, sonst hätten wir mehr Straßen ausgebaut“, sagt Klaus Rocher. Und überhaupt stehe es den Anwohnern frei, die Straße auf eigene Kosten auszubauen. Das Projekt dazu liege im Rathaus in der Schublade.

Die Anwohner denken jedoch gar nicht daran. „Wir wollen diese Verantwortung nicht übernehmen, weil wir keine Fachleute sind“, sagt Martin Kokulinsky, der in der Straße An der Reiherbeize wohnt.

Skepsis bei Anwohnern

Zusammen mit mehreren Anwohnern seiner Straße und des Reiherstegs sieht er das Ergebnis einer Untersuchung zum Untergrund der Straße skeptisch. Dort wurde zwar kein Asbest nachgewiesen, aber Spuren von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und extrahierbare organisch gebundene Halogene (EOX), die Krebs auslösen.

Gemeindevertreter Ralf von der Bank (FW/AfR) sieht seine Vermutung bestätigt, dass vor Jahren Reste des abgebrannten Seebad-Casinos als Recyclingmaterial im Reihersteg verwendet wurden. Schon im Jahr 2000 hätten Anwohner Asbeststücke gefunden. „Man hätte damals zur Staatsanwaltschaft gehen sollen“, sagt er . Weil die Gemeinde die Straße immer wieder aufgefüllt hat, liegen die Rückstände von damals zu tief, um von der Untersuchung erfasst worden zu sein. „Die Proben sind wertlos“, sagt Axinja Kokulinsky.

Kreisverwaltung verweist auf Studie

In der Kreisverwaltung, die die Studie beauftragt und überwacht hat, sieht man das anders. „Alles ist nach einem genormten Verfahren passiert“, sagt Uwe Strahl, Sachgebietsleiter im Umweltamt. Die nachgewiesenen Grenzwertüberschreitungen könne man tolerieren. Unter dem Begriff PAK seien 16 verschiedene Substanzen getestet worden. Lediglich den Stoff Benzapyren habe man in höherer Konzentration gefunden. Dieser entstehe auch, wenn Holz verbrennt. EOX sei gar nicht getestet worden. Weil auch kein Asbest gefunden wurde, sei das Indiz für Brandabfälle nicht gegeben. Die Gemeinde muss deshalb nicht das bisherige Material entsorgen lassen. „Es besteht kein akuter Handlungsbedarf“, sagt Strahl.

Den Vorschlag der Anwohner, die Regenentwässerung über ein Privatgrundstück in der Reiherbeize in den Zülowgraben zu führen, hält Bürgermeister Klaus Rocher trotz Einwilligung des Besitzers für nicht umsetzbar. Eine Stiftung, der das dahinter liegende Grundstück gehört, hätte dies abgelehnt. Sollten der Reihersteg und die Querstraßen eines Tages ausgebaut werden, müsse das Wasser über den Wiesengrund fließen.

Von Christian Zielke

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