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Teltow-Fläming Archäologen graben in Horstfelde
Lokales Teltow-Fläming Archäologen graben in Horstfelde
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15:48 16.03.2016
Grabungsleiter Markolf Brumlich und die Studenten Fiona Alfes und Dmitri Fiebiger (v.l.) auf dem Fundplatz in Horstfelde. Quelle: Frank Pechhold
Horstfelde

Verborgene Schätze liegen auf dem Acker nicht vergraben. Vielmehr sucht ein dreiköpfiges Archäologen-Team der Freien Universität Berlin in Horstfelde auf einer neun Quadratmeter großen Fläche nach Eisenschlacke, Verhüttungsöfen, Keramikscherben.

Keramikscherben aus der vorrömischen Eisenzeit

„Der Fundplatz wurde 1970 von dem Zeuthener Bernd Fischer entdeckt“, sagt Grabungsleiter Markolf Brumlich. Fischer arbeitete als Zeichner im Märkischen Museum in Berlin. In seiner Freizeit stieß der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger auf viele historisch interessante Plätze in den Altkreisen Zossen und Königs Wusterhausen. Auf dem Platz in Horstfelde fand Fischer Keramikscherben aus der vorrömischen Eisenzeit, die vom fünften bis zum ersten Jahrhundert vor Christus reicht.

Freigelegte rostbraune Schlackereste zeugen von der Eisenproduktion Quelle: Frank Pechhold

„Weil das eine breite Zeitspanne ist, graben wir hier“, so Brumlich. Keramik, Metallreste, Holzkohle, verkohlte Getreidekörner könnten heutzutage von Physikern genau rück datiert werden. „So erfahren wir, wann genau in Horstfelde Eisen produziert wurde.“

Geomagnetische Messungen ergaben, dass verschieden große Schlackereste nur wenige Zentimter unter der Erdoberfläche über den ganzen Acker verstreut liegen: von ein paar Zentimeter kleinen Brocken bis zu faustgroßen Stücken. „Alles deutet auf eine rund 60 mal 300 Meter große Siedlung hin, in der Eisen aus Raseneisenerz produziert wurde“, sagt Brumlich. Vermutlich stand hier ein Hof oder ein Doppelgehöft.

Bauern stellten Eisen selbst her

Grundsätzlich lebten Bauernfamilien damals von der Landwirtschaft. Möglicherweise gab es in der Siedlung auch einen Schmied. „Wahrscheinlich zogen zu dieser Zeit Wanderschmiede von Hof zu Hof und leiteten die Bauern an, Eisen selber herzustellen“. Und zwar in Öfen, die aus kleinen oberirdischen Lehmschächten mit darunter gelegenen Gruben für die Schlacke bestanden. Gefertigt wurden Schmuck, Arbeitsgeräte, Waffen. „Ein gutes Schwert war damals so wertvoll wie heute ein Mercedes“, sagt Brumlich.

Freitag wird die Grabung in Horstfelde beendet. Topoi ist ein Forschungsverbund von Freier Universität Berlin und Humboldt-Universität zu Berlin in Kooperation mit namhaften Instituten und Einrichtungen für Geschichte. Markolf Brumlich gehört einer Forschergruppe an, die aus Archäologen und Geografen besteht. „Wir erforschen Stätten in Europa und Kleinasien, in denen die Menschen erstmals Eisen produzierten“. Gegraben wird in der türkischen Region Anatolien, dem polnischen Schlesien, auf der italienischen Insel Elba und der Teltow-Hochfläche. Auf dem Teltow werden insgesamt sechs Fundplätze untersucht. Dafür ist das von Brumlich geleitete Team zuständig, zu dem noch die Archäologiestudenten Fiona Alfes und Dmitri Fiebiger gehören. Beide absolvieren bei dem Königs Wusterhausener ihr Grabungspraktikum. „Vor Horstfelde waren wir in Schenkendorf und Mittenwalde“, so Brumlich. Grabungen in Glienick, Wietstock, Groß Schulzendorf folgen.

Von Frank Pechhold

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