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Architektur aus Jüterbog gewürdigt

Europäische Route der Backsteingotik Architektur aus Jüterbog gewürdigt

Jüterbog gehört seit Jahresbeginn zur „Europäischen Route der Backsteingotik“ und wird touristisch europaweit mit seinen rot leuchtenden Klosteranlagen, Stadttoren und dem prächtigen Rathaus vermarktet. Der südlichste Zipfel des Netzwerks aus über 30 Städten hat sogar ein wertvolles Alleinstellungsmerkmal: Die Reformationsgeschichte.

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In Jüterbog gibt es viele Gebäude im Stil der Backsteingotik. Das heute als Kulturquartier genutzte Mönchenkloster und das Rathaus (Foto) sind neben dem Chor der Liebfrauenkirche und der Nikolaikirche die bekanntesten Beispiele.

Quelle: Peter Degener

Jüterbog. Die Stadt Jüterbog ist seit Jahresbeginn offizielles Mitglied der „Europäischen Route der Backsteingotik“. Sie ist damit Teil eines kulturtouristischen Städtenetzwerks, dem insgesamt 34 weitere Städte aus Deutschland, Polen und Dänemark angehören. Nach Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder) ist Jüterbog erst die dritte Stadt Brandenburgs, die zu der Route gehört – und gleichzeitig der südlichste Zipfel des vor allem entlang der Ostsee aktiven Netzwerks.

Die Beauftragte für Jüterbogs Stadtmarketing, Kathrin Burghardt, hatte sich seit dem vorigen Sommer um die Aufnahme bemüht. Die Stadtverordneten hatten im Dezember einen Antrag auf Mitgliedschaft zugestimmt, der durch den Verein, der hinter dem Netzwerk steht, sofort angenommen worden ist. „Mit seiner Verbindung zur Reformation ist Jüterbog eine besonders interessante Stadt, denn diesen Teil der Geschichte konnte man auf der Route bislang noch gar nicht erleben“, sagte Steffi Zurmühlen, Kunsthistorikerin und Geschäftsführerin des Netzwerks. Die Grundvoraussetzung – Bauwerke im Stil der Backsteingotik – erfülle die Stadt mit ihrem Rathaus, zahlreichen Stadttoren und Wallanlagen, sowie drei mittelalterlichen Klöstern ohne weiteres.

Die Architektur der Backsteingotik

Rot leuchtende Kirchtürme, Stadttore, Rathäuser und Klostermauern aus dem späten Mittelalter prägen das Bild der Backsteingotik.

Vom 13. bis 16. Jahrhundert entstanden vor allem im norddeutschen Raum und rings um die Ostsee gotische Gebäude, die nicht aus Natursteinen, sondern aus Backstein errichtet wurden. Der Grund: In diesen Regionen mangelt es an Naturstein-Vorkommen.

Die wichtigsten Stilelemente der Gotik sind nach oben spitz zulaufende Fenster sowie hohe Gewölbe. Die oft monumentalen Steinfassaden der Backsteingotik wurden durch unterschiedlich lasierte Ziegel sowie gekalkte und bemalte Flächen gegliedert.

Von einfachen Quadern abweichende Formsteine für Bögen oder Kanten ermöglichten trotz serieller Backsteinproduktion schmückende Details.

Kathrin Burghardt erhofft sich von der Mitgliedschaft vor allem ein zielgruppengenaues Marketing und eine Steigerung des überregionalen Bekanntheitsgrades der Stadt Jüterbog. „Die Route der Backsteingotik ist ein optimaler Baustein künftiger Werbemaßnahmen, denn damit können viele Sehenswürdigkeiten der Stadt wie mit einem roten Faden verknüpft werden“, sagte sie über ihre Initiative. Die Mitgliedschaft sei zudem über den Tourismus der Lutherdekade und das Jahr 2017 hinaus wirksam.

Als Mitgliedsstadt ist Jüterbog in den Werbemitteln des Netzwerks europaweit präsent. Die Broschüren und Reiseführer der Route werden in mehreren Sprachen mit Auflagen von jeweils 50 000 Exemplaren aufgelegt. Die angesprochene Zielgruppe der Städteroute sei laut Zurmühlen über 40 Jahre alt, gebildet und an Architektur, Kunst und Musik interessiert. Insbesondere Reisende aus Süddeutschland würden diese Städte im Osten und an der Ostsee besuchen. Die Touristen der einzelnen Städte würden durch das Netzwerk auf andere Mitgliedsstädte aufmerksam gemacht, die ebenfalls eine Reise wert seien. Daneben wirbt der Verein hinter der Route für alle Mitgliedsstädte auf Reisemessen. Bereits vom 16. Januar an wird Jüterbog dadurch neun Tage lang auf der CMT, der nach eigenen Angaben weltweit größten Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit, in Stuttgart präsentiert. „Derzeit entwickeln wir zudem neue Radrouten zwischen den Mitgliedsstädten“, sagt Zurmühlen.

Das Netzwerk entstand 2002 über eine langjährige EU-Förderung. Mittlerweile finanziert sich der Verein durch die Jahresbeiträge der Mitgliedsstädte, der für alle Orte 2500 Euro beträgt. In Jüterbog wird dieser Beitrag aus dem Budget des Stadtmarketings finanziert. Die erste Besucherin, die allein wegen der Backsteingotik nach Jüterbog kommt, wird wohl Steffi Zurmühlen sein, wenn sie in der kommenden Woche die Mitgliedsurkunde ins Rathaus bringt.

Von Peter Degener

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