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Artur Albrecht ist 35 Jahre Maschinenbaumeister

Ludwigsfelde Artur Albrecht ist 35 Jahre Maschinenbaumeister

Maschinenbauer Artur Albrecht aus Ludwigsfelde begeht in diesem Jahr sein 35-jähriges Meisterjubiläum. Noch heute ist er als Selbstständiger im Familienbetrieb tätig.

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Maschinenbaumeister Artur Albrecht in seiner Werkstatt in Ludwigsfelde.

Quelle: Andrea von Fournier

Ludwigsfelde. Auf sein 35-jähriges Jubiläum als Maschinenbaumeister blickt gerade Artur Albrecht (73) aus Ludwigsfelde zurück. Die Jahre war von Höhen und Tiefen geprägt, letztere vielfach durch die Wende verursacht. Noch heute ist Albrecht als Selbstständiger im Familienbetrieb tätig.

Der gebürtige Schlesier begann seine berufliche Laufbahn 1962 im VEB Geräte- und Regler-Werke (GRW) Teltow als Schlosser. Er wurde Ausbilder in der Lehrwerkstatt und schließlich Lehrmeister. Nach 23 Jahren nahm er seinen Hut und machte sich selbstständig. Auf die Idee brachte ihn jemand von der Handwerkskammer. Dieser, ein Schädlingsbekämpfer, beklagte, dass es für die Hochdruckpumpen, die er und seine Kollegen verwendeten, weder Ersatzteile noch Reparaturmöglichkeiten gäbe.

Werkstatt auf dem heimischen Hof

So meldete Artur Albrecht dafür ein Gewerbe an. Auf dem heimischen Hof entstand eine Werkstatt. Die Maschinenausstattung war nicht einfach zu bekommen, doch Dank anhaltend guter Beziehungen zum alten Betrieb konnte er „ungenutzte Grundmittel“ erstehen. Eine halbausgeschlachtete Drehbank, die die Freunde gerade auf dem Schrottplatz abladen wollten, wurde kurzerhand ebenfalls zu Albrechts umgeleitet und sozusagen sein erstes Werkstück: Elektrik, Reitstock und Motor brauchten erstmal Hilfe.

Dann ging es an die externen Aufträge: Die neue Firma reparierte und baute Hochdruckpumpen- und Getriebeteile. Und weil das Standbein „Versorgung der Bevölkerung“ immer problematisch war, nahm sich Artur Albrecht der Bäckereien an. Anschlag- und Teigknetmaschinen standen ebenfalls still, wenn es keine Ersatzteile gab. Vieles wurde damals „aus dem vollen Material geschnitzt“ – man wusste sich zu helfen. Artur Albrecht war geschickt und erwies sich als guter Konstrukteur.

Edelstahl vom Ministerium

Für einen Ludwigsfelder Apotheker baute er ein „Zäpfchen-Gießgerät“. Das gab es im Westen zu kaufen, im Osten aber nicht. Edelstahl dafür beantragte er selbst beim Ministerium. Albrecht baute fünf solcher Arbeitserleichterungen für die Pharmazeuten; sie gingen auch nach Berlin und Erfurt. Der Laden lief gut, als die Wende kam. „Bäcker, Apotheker und andere Auftraggeber kauften sofort im Westen ein“, erinnert sich Albrecht. Was er auch tat: Neue, bessere Maschinen standen bald in der vergrößerten Werkstatt.

Doch die Aufträge gingen zurück. Albrecht und Sohn Jens, der 1990 ins Geschäft eingestiegen war, kämpften um jeden, sahen sich in Berlin und Westdeutschland und auch branchenfremd um. Das GRW und das Autowerk fielen bald als berechenbare Auftraggeber aus. 1992 bahnte sich die Zusammenarbeit mit dem Automobilbau in Ludwigsfelde neu an.

Für ortsansässige Unternehmen sind die Albrechts bis heute zuverlässige Zulieferer, die Vorrichtungen bauen, reparieren und Ersatzteile fertigen. So kommt eine Vorrichtung zum Offenhalten von Motorhaube und Türen beim Lackieren eines Transporters aus der Albrechtschen Werkstatt. Aber auch, wenn es an Moped oder Schubkarre klemmt, die Albrechts helfen sofort.

Von Andrea von Fournier

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