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Asylbewerber nutzen Job-Chance

Luckenwalde Asylbewerber nutzen Job-Chance

Zwar dürfen sie eigentlich nicht arbeiten und schon gar kein Geld verdienen, aber im Rahmen des Projekts „Perspektiven für Flüchtlinge“ können sich Asylbewerber schon mal in Betrieben erproben und zeigen, was sie können. Vier Teilnehmer arbeiten beim Luckenwalder Bauhof. Dort ist man höchst zufrieden mit ihnen.

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Arbeiten gut zusammen: Brhane Tsegay, Christian Kieburg, Beshir Ali, Corinna Schäfer, Saghari Said und Gabriele Kieburg (v.l.n.r.).

Quelle: Iris Krüger

Luckenwalde. Wie geleckt sieht es seit gestern wieder an der Zinnaer Straße/Ecke Kirchstraße in Luckenwalde aus. Unweit der Jakobikirche waren die Baumscheiben der Straßenbäume schon mit Unkraut zugewachsen und auch der kleine Park mit seinen Sitzmöglichkeiten sah ziemlich wüst aus. Es war also höchste Zeit, dass der städtische Bauhof auf den öffentlichen Straßen und Parkflächen wieder mal sauber machte.

„Wir haben so viel zu tun“, sagt Bauhof-Leiter Frank Dunker, „da ist uns jede Hilfe willkommen.“ Und diese Hilfe erhält der Bauhof seit fünf Wochen von vier Asylbewerbern. Sie kommen aus Afghanistan, Eritrea und Kamerun und nehmen an dem Projekt „Perspektiven für Flüchtlinge“ des Straußberger Bildungs- und Sozialwerks (SBSW) im Auftrag der Arbeitsagentur teil. Dazu gehört eine sechswöchige „betriebliche Erprobung“, die so genannt wird, weil die Teilnehmer bei einem Praktikum bezahlt werden müssten.

Einführung in Arbeitswelt

Das Projekt „Perspektiven für Flüchtlinge“ dauert pro Teilnehmer ein halbes Jahr und enthält drei Phasen.

12 Wochen lernen die Asylbewerber Deutsch und werden über die hiesige Berufswelt informiert.

6 Wochen arbeiten sie von montags bis donnerstags zur Probe in Betrieben. Freitags gibt es weiteren Deutschunterricht.

Zum Abschluss erhalten die Teilnehmer ein Bewerbungstraining.

Da aber deren Asylverfahren noch läuft und sie keine Arbeitserlaubnis haben, dürfen sie auch kein Geld verdienen. Ziel ist es, „ihnen trotzdem die Chance zu geben, ihre Fähigkeiten zu erproben, sich sprachlich zu entwickeln und das bei der Arbeit anzuwenden“, sagt SBSW-Geschäftsführer Tim Hoffmann. Danach würden sie auch bewertet, weil es die Arbeitsagentur interessiert, wo ihre Neigungen liegen und wie sie mal beruflich eingesetzt werden könnten. Schwierig sei es aber, genügend Betriebe zu finden, in denen sich die Teilnehmer erproben können.

Chance, geflüchtete Menschen sinnvoll zu beschäftigen

Die Stadt Luckenwalde gehörte zu den ersten, die sich gemeldet hatten. „Jeder sagt, die Asylbewerber sitzen doch nur ’rum und die sollen endlich mal was tun, obwohl ja bekannt ist, dass sie eigentlich gar nicht arbeiten dürfen“, weiß die städtische Integrationsbeauftragte Anke Habelmann. Mit diesem Projekt bestehe endlich die Chance, die geflüchteten Menschen sinnvoll zu beschäftigen und ihnen eine Perspektive aufzuzeigen.

„Und die Asylbewerber wollen wirklich arbeiten“, weiß Beate Dobra, Bildungskoordinatorin beim SBSW, „und auch etwas zurückgeben für die Unterstützung, die sie bei uns in Deutschland erhalten.“

Gute Erfahrungen beim Bauhof

„Hier beim Bauhof läuft es wirklich gut“, sagt Michael Langrock, zuständiger Projektleiter beim SBSW. „Anfangs hatte ich ja Bedenken wegen des frühen Arbeitsbeginns und dem weit abgelegenen Standort“, so Langrock weiter, aber das scheine kein Problem zu sein. „Da gibt’s bei uns auch keine Extrawurst“, betont der Bauhof-Chef, „die haben wie jeder andere einen Achtstundentag.“ Die anfänglichen Zweifel und Bedenken der Bauhofmitarbeiter seien wie weggeweht. „Die Jungs sind alle nett, fleißig und pünktlich“, sagt Dunker, „wenn alle so sind, brauchen wir uns um die Integration keine Sorgen zu machen.“

Leider gebe es auch andere Erfahrungen, räumt Langrock ein, aber insgesamt sei das Echo aus den Betrieben eher positiv. „Oft wollen sie unsere Leute gar nicht wieder hergeben.“

Von Hartmut F. Reck

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