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Teltow-Fläming Auf dem Rechtsweg zur S-Bahn
Lokales Teltow-Fläming Auf dem Rechtsweg zur S-Bahn
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00:16 12.09.2017
Per Gericht will Clemens Wudel die Bundesregierung zum Bau der S-Bahn zwingen und verweist auf den Einigungsvertrag. Quelle: Foto: Zielke
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Rangsdorf

In den kommenden Tagen bekommen das Bundeskanzleramt, die brandenburgische Landesregierung und Vertreter sämtlicher Parteien Post von Clemens Wudel. Der Rangsdorfer hat ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet,, mit dem er die Bundesrepublik Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof (EUGH) in Luxemburg zum Bau der S-Bahn nach Rangsdorf verpflichten will.

Weil sich bei dem Vorhaben seit Jahren auf politischer Bühne kaum etwas tut, wählt Clemens Wudel nun den Rechtsweg. Er hofft, dass die Richter in Luxemburg die Bundesregierung an den Vertrag zur Deutschen Einheit erinnern. Dort verpflichten sich die Bundesregierung und das Land Berlin in einem Zusatzprotokoll, das S-Bahn-Netz in Berlin und Umland so wiederherzustellen, wie es bis zum Mauerbau 1961 bestand – damals fuhren die Züge bis Rangsdorf. Dies sollte bis zum Jahr 2000 geschehen. Aus einem Schreiben des brandenburgischen Verkehrsministerium an das Bundesministerium vom Oktober 1993 geht hervor, dass beide Seiten sich auf eine Grunderneuerung der S-Bahn von Blankenfelde nach Rangsdorf geeinigt haben.

Behörden haben alte Dokumente nur zögerlich herausgegeben

„Man hat unsere Strecke einfach vergessen“, ärgert sich Clemens Wudel. Der 56-Jährige hat sich in den vergangenen Monaten sämtliche Dokumente aus den Archiven besorgt – teilweise auch gegen Widerstand. Oft hieß es, es gebe keine Unterlagen, dann wurde er wieder vertröstet oder zu anderen Behörden verwiesen. Wudel ließ nicht locker. „Auf einige Sachen warte ich bis heute“, sagt er. Was er bisher hat, genügt ihm, um ein Verfahren gegen den deutschen Staat auf den Weg zu bringen. Er hofft, dass der EUGH seine Rechtsauffassung teilt, dass die Bundesregierung einlenkt und den Bau der fünf Kilometer langen Strecke von Blankenfelde bis Rangsdorf endlich auf den Weg bringt.

„Gerade jetzt im Wahlkampf ist es wichtig, dass Politiker Versprechen einhalten. Verträge sind zu erfüllen“, sagt Clemens Wudel. Dabei spiele es keine Rolle, ob diese Versprechen und Verträge 25 Jahre zurückliegen. Gründe für die Verlängerung der S-Bahn gebe es auch genug in Gegenwart und Zukunft. In Gesprächen hätten ihm Pendler, die in Berlin arbeiten, immer wieder von ihren Problemen mit der Regionalbahn geklagt. Die S-Bahn hätte einen regelmäßigen Takt, fährt bis in die Nacht und am Wochenende sogar rund um die Uhr, was vor allem für junge Leute ideal sei.

Die S-Bahn ist für Clemens Wudel „alternativlos“

Wenn die Landesregierung im Herbst den neuen Nahverkehrsplan vorlegt, könnte der Bau der S-Bahn bis Rangsdorf einen entscheidenden Schritt vorankommen – oder auch nicht. Clemens Wudel möchte so lange nicht warten. „Wir müssen ein Signal für die Entwicklung dieser Region setzen“, sagt er. Hoffnungen, dass nach dem Bau der Dresdner Bahn die Regionalzüge häufiger in Rangsdorf halten, hält er für ein Hirngespinst. Das Gegenteil sei der Fall, da Fernzüge und der Flughafenshuttle zum BER Vorrang hätten. „Die S-Bahn ist alternativlos“, sagt er – und mit zu erwartenden Baukosten von 40 Millionen Euro vergleichsweise günstig.

Von Christian Zielke

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