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Auf dem Sprung an die europäische Spitze

Großbeeren (Teltow-Fläming) Auf dem Sprung an die europäische Spitze

Charlotte Höing ist eine der größten deutschen Nachwuchshoffnungen im Springreiten. Im August geht die 12-Jährige aus Großbeeren mit ihrer Mecklenburger Stute Bajala bei den Europameisterschaften in der Slowakei an den Start. Für ihr Ziel hat die Schülerin hart trainiert.

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Beim Preis der Besten 2017 in Warendorf ging Charlotte Höing mit ihren Pferden Fixit (im Bild) und Bajala an den Start. Hier belegte die Großbeerener Springreiterin den vierten Platz und erhielt zudem den Talentpreis für eine besonders gute Zukunftsperspektive.

Quelle: foto: Daniel Kaiser

Großbeeren. Beste Freundinnen sind Charlotte „Lotti“ Höing und Bajala. Bald fahren das Zwölfjährige Mädchen und ihre vier Jahre jüngere Mecklenburger Stute nach Samorin. In der slowakischen Stadt geht die Großbeerener Springreiterin bei den Europameisterschaften in der Altersklasse „Children“ (U 14) für Deutschland an den Start.

Auf dieses Ziel hat Charlotte eifrig hin gearbeitet. Bis vor drei Jahren ritt sie auf eher gemütlichen Ponys. Aber eines Tages geriet sie beim Reit- und Fahrverein Schenkenhorst an ein sehr temperamentvolles Pony namens Tiffany. Mutter Sandra Höing beobachtete das galoppierende Paar mit gemischten Gefühlen. Nach dem Galopp habe Charlotte gesagt, dass sie nur noch solche Knallerpferde reiten wolle. Statt ihrer Tochter die Sache auszureden, lobte Sandra Höing: „Sieht super aus, Charlotte“. Schließlich habe sie Lotti nicht ängstigen, sondern aufbauen wollen. „Das war letztlich die richtige Entscheidung.“

Vier familieneigene Pferde stehen bei Trainer Volker Lehrfeld im Stall

Charlottes Ehrgeiz war geweckt. Mit den Ansprüchen wuchsen auch die Pferde, mit denen Lotti im Training und bei Turnieren springt. Vierbeiner mit einem Widerrist zwischen 1,67 und 1,77 Meter seien ihr ein bisschen zu heiß, so Sandra Höing. Gerne versorge und sattle sie die Pferde. „Aber rauf setzen tue ich mich nicht.“ Keine Angst vor großen Tieren hat Charlotte Höing. Allerdings ist die zierliche, 1,48 Meter große Reiterin beim Aufsitzen auf fremde Hilfe angewiesen. „Entweder schmeißt mich meine Mutter hoch in den Sattel oder ich benutze eine kleine Treppe als Aufstiegshilfe.“ Oft genug sei sie schon vom Pferd geflogen. Aber nach solch schmerzlichen Erfahrungen müsse man immer wieder aufstehen und dran bleiben.

Für das Training nehmen Mutter und Tochter weite Wege in Kauf. Schließlich stehen die vier familieneigenen Pferde bei Trainer Volker Lehrfeld im 100 Kilometer entfernten Ferchesar im Stall. „Da fahren wir drei, manchmal auch vier mal die Woche hoch“, sagt Sandra Höing. Nach dem Unterricht in einer Potsdamer Schule hole sie Charlotte um 15 Uhr ab. Meist seien sie gegen 21 Uhr zu Hause. „Die Fahrerei ist schon ein bisschen anstrengend“, sagt Lotti. Aber auf der Rückfahrt denke sie immer, das Training hat sich gelohnt. Warum? „Weil sich die Pferde verbessern – und ich natürlich auch.“ Der ganz große Leistungssprung kam mit der schwarzen Stute Bajala. „Beide sind eine Einheit. Das passt einfach“, so Sandra Höing. Es sei einfach toll, zu beobachten, wie Tochter und Pferd gemeinsam wachsen.

Lotti hat großen Respekt vor Dreifach-Kombinationen

„Bajala ist ein Pferd, das den Wettbewerb mag und im Parcours alles um sich herum ausblenden und voll auf die Hindernisse konzentrieren kann“, so Charlotte Höing. Deshalb geht sie mit der Stute bei den Europameisterschaften, die vom 8. bis 13. August in Samorin stattfinden, an den Start. Hier beträgt die Höhe der aufgebauten Hindernisse 1,30 Meter. Besonderen Respekt hat die junge Sportlerin vor Dreifach-Kombinationen. Um da fehlerfreie Umläufe hinzulegen und alle Hindernisse mit Bravour zu bewältigen, braucht es vor allem Können. „Da muss man mit viel Augenmaß gut in die Kombinationen rein kommen und vor den Sprüngen mit den Beinen Druck auf das Pferd ausüben“, sagt die hoffnungsvolle Nachwuchsreiterin. Manchmal fallen Stangen oder Planken schon bei der geringsten Berührung runter. Solche ärgerlichen Fehler möchte Lotti möglichst vermeiden. „Ein bisschen Glück ist natürlich auch dabei.“

Von Frank Pechhold

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