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Teltow-Fläming Auf dem Weg nach China
Lokales Teltow-Fläming Auf dem Weg nach China
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02:27 29.05.2015
Lutz Möbus (l.) und Peter Ilk hoffen, dass sich auch diese 30 Hektar große Fläche im Baruther Industriegebiet möglichst schnell füllt. Quelle:  F. Pechhold
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Baruth


Der Baruther Bürgermeister Peter Ilk (parteilos) und Stadtverordnetenvorsteher Lutz Möbus (CDU) fliegen Freitag mit einer von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) geleiteten Delegation nach China. In dem ostasiatischen Land wollen sie eine Woche lang Investoren für Baruth begeistern. Dort boomt zwar das 180 Hektar große Industriegebiet. Gleich nebenan warten aber noch 30 von der Stadt voll erschlossene Hektar auf neue Firmen.

„Dass wir an dieser Reise teilnehmen dürfen, ist eine große Anerkennung für den Wirtschaftsstandort Baruth“, sagt Bürgermeister Ilk. Diesen guten Ruf habe man sich innerhalb von 18 Jahren gemeinsam mit den im Industriegebiet angesiedelten Firmen hart erarbeitet. Dort sind 1300 Arbeitsplätze entstanden. Hauptproduktionsfeld ist die Holz verarbeitende Branche mit verschiedenen Veredlungsstufen. Beispielsweise produziert die Firma Classen jährlich 70 Millionen Quadratmeter Laminat für den Weltmarkt. Nicht weit entfernt werden in dem Betrieb Brandenburger Urstromquelle jährlich 1,2 Milliarden Flaschen Mineralwasser abgefüllt.

„Für die ansässigen Unternehmen und die Stadt war 2014 das bislang erfolgreichste Jahr“, sagt Peter Ilk. Rund 16 Millionen Euro Gewerbesteuern flössen in die Stadtkasse. „Da können wir uns wirklich nicht beklagen.“ Weil die Steuern auch in den vergangenen Jahren üppig sprudelten, bekomme Baruth schon lange keine finanziellen Zuweisungen vom Land mehr. Statt dessen müsse die Stadt nun sogar die sogenannte Reichensteuer an das Land abführen. „Wir leben also von dem, was wir selber erwirtschaften“, weiß Ilk: Deshalb sei Baruth auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, dass die Wirtschaft läuft. Aus diesem Grund möchte man den von der Holzindustrie dominierten Branchenmix um neue Firmen ergänzen. Finanzkräftige Investoren hoffen Peter Ilk und Lutz Möbus in China zu finden. „Bei uns liegen noch einige Projekte auf Eis, für die wir Geldgeber suchen.“ Beispielsweise wollten Österreicher ein Brett-Sperrholzwerk für den Fertigteil-Wohnungsbau bauen. „Bisher kriegen sie ihre Finanzierung nicht hin“, sagt Ilk: „Nun müssen wir noch jemand finden, der 12 Millionen Euro dazu gibt.“

Vielleicht werden Ilk und Möbus in Hangzhou oder der 24-Millionen-Metropole Shanghai fündig. Auch diese beiden Städte stehen auf ihrem Reiseplan, der mit Terminen vollgestopft ist. „Vor Ort vermittelt uns die Zukunftsagentur Brandenburg Gesprächspartner und Dolmetscher“, sagt Lutz Möbus. Allerdings dürfe man von diesen Gesprächen nicht zu viel erwarten. Nach der ersten Kontaktaufnahme komme es darauf an, mit möglichen chinesischen Wirtschaftspartnern vertiefende Gespräche anzubahnen. Entsprechende Absichtserklärungen wollen die Baruther mit den Firmen Red Sun und Rifa unterzeichnen. „Red Sun vertreibt Obst- und Gemüsekonserven und möchte ein Vertriebszentrum aufbauen“, sagt Peter Ilk. „Und Rifa ist ein Maschinenbau-Unternehmen, das auf den europäischen Markt drängt.“

Von Frank Pechhold

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