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Teltow-Fläming Auf den Spuren August Krauses
Lokales Teltow-Fläming Auf den Spuren August Krauses
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12:12 19.03.2017
Im 19. Jahrhundert war August Krause im Fläming bekannt als Vagabund und „Geißel der Bauern“. Er lebte jahrzehntelang in den Wäldern um Jüterbog und Luckenwalde. Quelle: privat
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Schlenzer

Im Gegensatz zu Robin Hood war er keine fiktive Gestalt. Anders als der bogenschießende Grünrock aus Sherwood Forest schaffte er nicht den Weg in internationale Filmstudios. Noch nicht. Zu Lebzeiten bewundert und noch mehr gehasst, fiel er lange der Vergessenheit anheim. Die Rede ist von August Krause, dem märkischen Rächer der Geächteten.

1837 wird er, der uneheliche Spross eines Gutsherren in Hohenkuhnsdorf geboren und wächst als ungeliebter Bastard beim Holzfäller Krause auf. Ihm verdankt er seinen Allerweltsnamen, eine sadistische Erziehung, Furchtlosigkeit und das, was wir heute Sozialphobie nennen. Innere Sicherheit wird August Krause zeitlebens nur in den Wäldern finden.

Deutschlandweit auf der Fahndungsliste

Von seinem adeligen Vater zweimal verstoßen, lehrt er die Reichen das Fürchten, hilft den Ärmsten mit tollkühnen Racheakten und steht deutschlandweit auf der Fahndungsliste. Auf stockfleckigen Fotos, die ihn mit Hut und Anzug zeigen, wirkt er wie ein aristokratischer Bettler vor seiner Residenz – dem Erdloch im Walde.

Unter dem Panzer aus Bitterkeit und Humor verbirgt sich sein wildes goldenes Herz, dessen Kammern nur für einen Menschen reserviert sind. Für Helene, die einzige, kurze Liebe. Ihretwegen wird Krause für Monate zu einem sesshaften, gesetzestreuen Ehemann, bis ihr grausamer Tod die beiden auseinanderreißt.

Jüterboger editiert Memoiren in Kleinstauflage

In seinen letzten Lebenstagen vertraut er seine Geschichte dem Jüterboger Redakteur F. R. Arndt an. Dieser ediert die Memoiren in Kleinstauflage. Unschlüssig über den Titel, lässt er gleich ein halbes Dutzend auf den Einband drucken: „Aus dem Leben eines Vagabunden – Ein alter Bekannter – Vater Krause (genannt Stein) – Die Geißel der Bauern – 40 Jahre Höhlenbewohner – Der Lebenslauf eines Heimatlosen“. Die Biografie floppt. Wer den Rebell mochte, kann sich den Luxus eines Buches nicht leisten. Wer ihn sich leisten kann, denkt nur mit Grauen an Krause zurück. Und überhaupt, wen interessiert damals Naturfrische, Heimatgeschichte und ein Aussteiger, den die Gesellschaft ächtet? 1914 taumeln die Deutschen im Rausch der Kriegsbegeisterung.

Genau 100 Jahre später erscheint eine Neuauflage des Buches unter dem Titel „Krause – Bastard und Held des Flämings“ im Wiesengrund-Verlag. Das alte Manuskript war durch Zufall aus dem Archiv in die Hände von Verlegerin Svetlana Neumann gekommen. „Die Geschichte fesselte mich von der ersten Seite an“, berichtet sie. Im Mittelpunkt sieht sie die tragische Liebesgeschichte: Dienstmagd verliebt sich in adeligen Herrn, wohlwissend, dass diese Liaison nicht gut enden kann. „Meine Befürchtungen bewahrheiteten sich, ich las weiter. Eine Weile später war ich wie mit einer Zeitmaschine in den Fläming des 19. Jahrhunderts gereist“, erzählt die Verlegerin.

Krauses Leben in szenischen Lesungen vorgestellt

Behutsam nahm sich Swetlana Neumann des Stoffes an, ersetzte die Frakturschrift durch eine leicht lesbare und stellte das Buch in szenischen Lesungen vor. Ihr Mann spielte August Krause, sie selbst die Helene.

Die Leser im Umkreis von Jüterbog waren begeistert. „Sie begannen, ihren Vagabunden zu lieben und verschlangen förmlich die Neuauflage seiner Geschichte“, berichtet Swetlana Neumann.

Bei der genauen Rekonstruktion seines Lebens werden sich geneigte Historiker allerdings die Haare raufen. Dass ein Gutsbesitzer seine Magd schwängerte und dann verstieß, gehörte zum Kolorit einer Zeit, in der vielleicht auch versehentlich eine Ohnmächtige lebendig begraben wurde. Die Crux ist nur, dass Aufzeichnungen darüber tunlichst vermieden wurden.

Die MAZ-Osterwanderung 2017

Die 24. MAZ-Osterwanderung führt am Ostermontag über einen zehn Kilometer langen Rundkurs rund um Schlenzer.

Start und Ziel der Wanderung ist der Sportplatz in der Straße „Zum Sportplatz“.

Das 200-Seelen-Dorf Schlenzer ist ein Ortsteil der Gemeinde Niederer Fläming und über die B102 und B115 erreichbar. Genügend Parkplätze sind vorhanden.

Eröffnet wird die MAZ-Osterwanderung um 10 Uhr von dem Geschäftsführer des MAZ-Regionalverlages Dahmeland-Fläming, Lothar Mahrla, und dem Bürgermeister von Niederer Fläming, David Kaluza (parteilos).

Für die Versorgung sorgen Gastronomen und die Schlenzer Dorfgemeinschaft. Zum Programm gehört ein Auftritt der Sernower Trachtengruppe.

Das Ende der Veranstaltung ist gegen 15 Uhr geplant.

In Schlenzer ist Krause bekannt

Für Swetlana Neumann ist der Extrakt dieser ungewöhnlichen Biografie indes zeitlos: „Krause tat viel, um sich selbst zu helfen, er tat aber immer ein Quäntchen mehr, um seine Mitmenschen aus existenzbedrohenden Situationen zu retten. Dieses Verhalten imponierte mir. Obwohl seine Geschichte nun mehr als 100 Jahre alt ist, ihre Aussage ist noch aktuell – den Mitmenschen helfen.“

Die Generation der Großeltern aus dem Dorf Schlenzer kannten den Rebellen persönlich. Vater Krause, wie sie ihn nannten, lebte dort in den umliegenden Wäldern. Zum 800-jährigen Bestehen des Dorfes meißelte der Schlenzeraner Edgar Wolske ein Andenken an August Krause in zwei Feldsteine. Sie liegen am Fuße der Höllenberge und fügen sich so unaufdringlich in die Landschaft – ganz so wie einst die Höhlenwohnungen des Rebellen.

Von Angela Rändel

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