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Auf den Spuren des Vaters

Russischer Botschafter in der Türkei besuchte gestern Wünsdorf-Waldstadt Auf den Spuren des Vaters

Wladimir Iwanowski, Botschafter der russischen Föderation in der Türkei, schaute gestern rein privat in der Bücher- und Bunkerstadt in Wünsdorf vorbei, um den Spuren seines Vaters Jewgeni Iwanowski noch einmal nahe zu sein.

WÜNSDORF. . Der war von 1972 bis 1980 Armeegeneral und Oberbefehlshaber der Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD). Während dieser Zeit besuchte der Sohn schon die Diplomatenschule in Moskau und sah den Vater eher selten. Wladimir Iwanowski war das letzte Mal 1979 als 31-jähriger Attaché auf dem Wünsdorfer Militärgelände.

Jetzt genoss er sichtlich, vom Mitarbeiter der Bücherstadt Hans-Albert Hoffmann sachkundig geführt zu werden. Im Museum „Roter Stern“ gewann der Diplomat, der sich oft mit Militärgeschichte beschäftigt, neue Einblicke in den Soldatenalltag gleich mehrerer Armeen. Er informierte sich über das Halbmond- und Weinbergslager von 1915 und das Leben der Muslime dort. Dass die Deutschen den größten Panzer der Welt, 180 Tonnen schwer und mit einem Verbrauch von 3100 Litern Kraftstoff auf 100 Kilometer, ausgerechnet mit dem niedlichen Namen „Maus“ versahen, entlockte Iwanowski ein Schmunzeln. Der Panzer steht heute in Russland im Panzermuseum. Vor dem Lageplan der früheren Garnison verharrte die kleine Delegation, der auch Vertreter der Botschaft der russischen Föderation aus Berlin angehörten.

Wladimir Iwanowski erinnerte sich vage an Straßen, aber deutlich an einzelne Gebäude und an die spätere Burlakow-Villa, in der zuvor sein Vater gewohnt hatte. Der war einer der Vorgänger von Generaloberst Matwej Burlakow, dem letzten Befehlshaber der sowjetischen Truppen in der DDR („Westgruppe“), der zum Schluss rund eine halbe Million Soldaten angehörten. Aus dem Umstand, dass auf dem einstigen Militärgelände die Sachzeugen deutscher und sowjetischer Geschichte dinglich erfassbar und sinnlich erfahrbar sind, ergibt sich die einzigartige Möglichkeit, über die gemeinsame Geschichte nachzudenken. „Die Menschheit darf die Fehler der Vergangenheit nicht vergessen und muss endlich aus dem Elend der Kriege lernen.“ Über seinen Vater hat Iwanowski einen größeren Artikel geschrieben, eine Kopie davon wird er dem Museum zur Verfügung stellen. (Von Gudrun Ott)

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