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Aufnahmestopp in Kitas

Mellensee Aufnahmestopp in Kitas

Einen Erzieher-Engpass gibt es in den vier Kitas der Gemeinde Am Mellensee. Hier herrscht aktuell Aufnahmestopp. Hinzu kommt die verschwindend geringe Zahl von Betreuungsplätzen bei Tagesmüttern. Darauf weisen drei junge Mütter andere Eltern hin, damit die vorsorglich einen Plan B in der Tasche haben. Bürgermeister Frank Broshog bemüht sich um eine Lösung des Problems.

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Optimistisch trotz Kita-Platzproblem: Antje Schuster mit Töchterchen Ida, Kristin Weigt und ihre Tochter Annie sowie Theresa Eger mit Söhnchen Alexander (v.l.).

Quelle: Frank Pechhold

Am Mellensee. Aktuell gibt es keine freien Kita-Plätze in der Gemeinde Am Mellensee. Um alle Wünsche von Eltern auf Betreuung ihrer Kinder erfüllen zu können, braucht die Kommune dringend mehr Erzieher. Doch die sind Mangelware.

„Wir möchten andere Eltern auf diese Situation hinweisen, damit sie rechtzeitig einen Plan B entwickeln können“, sagt Antje Schuster bei einem Gesprächstermin mit Theresa Eger, Kristin Weigt und ihr. Weiter wolle man darauf hinweisen, „dass hier wirklich tolle Kinder auf tolle Erzieher warten und es sich lohnt, sich für eine Stelle zu bewerben“.

Bürgermeister: Zu wenig Erzieher auf dem Arbeitsmarkt

Während ihre Kinder Ida, Annie und Alexander vergnügt auf dem Teppich spielen und krabbeln, schildern die drei Mellenseeerinnen das Problem. Nach der Baby-Pause möchten die jungen Frauen wieder arbeiten gehen. Deshalb haben sie Kita-Plätze beim Rathaus beantragt. Doch anstelle der erhofften Zusagen gab es eine herbe Enttäuschung. „Die Kitas in allen Ortsteilen haben Aufnahmestopp, weil es zu wenig Erzieher auf dem Arbeitsmarkt gibt“, so Antje Schuster. Allein „ab April sind sechs Neuanmeldungen für die Einrichtungen vorgesehen, die mit dem vorhandenen Personal nicht abgesichert werden können“, begründet Bürgermeister Frank Broshog (parteilos) die Absagen.

Mehrfach Ausschreibungen gescheitert

In einem an Familie Schuster gerichteten Schreiben teilt Broshog mit, dass man weder in der Klausdorfer Wunschkita „Abenteuerland“ noch in einer anderen Kita einen Platz zur Verfügung stellen könne. Trotz mehrfacher Ausschreibungen von Erzieherstellen zum 1. März 2017 sei es nicht gelungen, ausreichend Personal für die Betreuung der Kinder bereitzustellen. Zurzeit seien drei Stellen zum Einstellungsdatum 1. April 2017 ausgeschrieben. Personalgespräche werden am 9. März geführt. Allerdings lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt „jedoch erkennen, dass nicht genügend ausgebildete Erzieher zur Verfügung stehen“, heißt es in dem Broshog-Brief. Sobald sich diese prekäre Situation ändere und wieder Plätze beziehungsweise Personal zur Verfügung stehen, „werden wir uns umgehend mit Ihnen in Verbindung setzen.“

Mutter hat Stelle ab Mai

Diese vage Aussage nutzt Antje Schuster wenig. Eigentlich wollte sie die Elternzeit bis September in Anspruch nehmen. „Aber ich habe die Möglichkeit, mich beruflich zu verbessern und im Nachbarort Saalow in der DRK-Seniorenbetreuungseinrichtung in der Altenpflege zu arbeiten“, sagt die studierte Sozialpädagogin. Mit drei Kindern wohnortnah arbeiten zu können sei eine Chance, die man beim Schopfe packen müsse. Allerdings muss Antje Schuster die Stelle bereits ab Mai antreten. Deshalb schaute sie sich auch auf Anraten der Gemeinde nach einer Tagesmutter um. „Es ist wirklich schwierig, einen Platz zu finden“, so Schuster.

Weniger Tagesmütter wegen verschärfter Bestimmungen

Die Verschärfung der gesetzlich zu erfüllenden Bedingungen wie neue Versicherungspflichten und bauliche Anforderungen seitens des Jugendamtes mache es für Tagesmütter schwer, ihre Betreuungsangebote aufrechtzuerhalten, so Bürgermeister Broshog. Insgesamt zehn Plätze bei Tagesmüttern seien in den vergangenen zwei Jahren entfallen. „Weitere drei Plätze stehen voraussichtlich ab September nicht mehr zur Verfügung“, so Broshog. Auch in Zossen, Mittenwalde und Baruth sehe es nicht besser aus, sagt Theresa Eger. „Da haben wir alles abtelefoniert.“ Glücklicherweise fand Eger eine Tagesmutter in Glienick. Dort wird ihr Lebensgefährte den gemeinsamen Sohn Alexander früh hinbringen und nachmittags nach Hause holen. Das ermöglicht es der Ärztin für Innere Medizin, wie vereinbart ab Mai wieder im Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen zu arbeiten.

Beide Eltern müssen arbeiten

Kristin Weigt hat trotz mündlicher Absage die Hoffnung auf einen Kita-Platz noch nicht aufgegeben. Eigentlich braucht sie den Platz ab Juni, weil dann ihre einjährige Elternzeit vorbei ist und sie wieder in Dabendorf im Auslieferungslager für die Parfümerie-Firma Douglas arbeiten möchte. „Mein Mann könnte notfalls noch im Juni und Juli Elternzeit ranhängen“, so Weigt. Was im August wird, sei offen. „Aber spätestens ab September brauchen wir dringend einen Kita-Platz.“ Sonst drohe ihrem Mann oder ihr der Verlust des Arbeitsplatzes. „Wenn einer von uns kein Geld nach Hause bringt, wäre das finanziell der absolute Horror.“

Von Frank Pechhold

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