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Aufstand gegen das Amt

Niederer Fläming wehrt sich gegen Denkmalschutz-Forderung Aufstand gegen das Amt

Die Denkmalschutzbehörde des Kreises Teltow-Fläming hat der Gemeinde Niederer Fläming die Auflage erteilt, das historisch wertvolle Gutsarbeiterhaus in Hohenahlsdorf zu sichern. Die Ruine verfällt zusehend. Der Gemeinde sind die Kosten aber zu hoch.

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Dieses Langhaus soll gegen den weiteren Verfall gesichert werden.
 

Quelle: Behrendt

Hohenahlsdorf.  Die Gemeindevertretung Niederer Fläming probt den Aufstand. Mit einer Enthaltung – die des Bürgermeisters David Kaluza (parteilos) – stimmten alle Kommunalpolitiker bei der Sitzung in dieser Woche gegen die Sicherung der Ruine des Gutsarbeiterhauses in Hohenahlsdorf, die die Denkmalbehörde des Kreises gefordert hatte.

141 140 Euro soll die Sicherung kosten, davon sind 122 700 Euro Bau- und der Rest Planungskosten. Selbst wenn es nächstes Jahr mehr Geld für den Denkmalschutz und dann eventuell eine fünfzigprozentige Förderung gäbe, „wären es immer noch 70 000 Euro“, sagte der Bürgermeister und ergänzte: „Diese Förderung gibt es zudem nur für bedeutsame Denkmale des Landes.“ Bedeutsam seien die Gebäude nach Einschätzung des Landkreises. Zurzeit gebe es jedoch kein Förderprogramm, so Kaluza, der an die Bürgerbefragung erinnerte, bei der mit großer Mehrheit für den Abriss der Häuser gestimmt worden sei.

Reinhard Siebert (Linke) sagte: „Unser Haushaltsplan war früher ausgeglichen. Für so eine Bude, die kaum als Denkmal zu bezeichnen ist, können wir uns nicht Schulden auf Jahre hinaus aufhalsen.“ Das Geld werde an anderen Ecken nötiger gebraucht. „Zumal es nur zur Sicherung und gegen den weiteren Verfall ausgegeben wird“, ergänzte Kaluza. Nutzen wolle es niemand.

Bisherige Kosten

Der Abriss des Gutsarbeiterhauses wurde bereits von Bürgermeister Ernst Werner beantragt. Nachfolger David Kaluza erneuerte den Antrag 2012.

Zur Bearbeitung des Antrags forderte die Denkmalschutzbehörde des Kreises eine Dokumentation. Die Gemeinde gab 2012 dafür 9000 Euro aus.

Für ein Sicherungskonzept zahlte die Gemeinde Ende 2014 mehr als 3000 Euro. 2015 kamen noch einmal rund 500 Euro für die Netzbespannung des letzten Hauses hinzu.

Deshalb fragte Uwe Gottwald (parteilos), was passiere, „wenn wir nein sagen? Ist es dann so, dass wir uns mit dem Kreis vor Gericht treffen? Dann können wir uns den Prozess sparen.“ Der Bürgermeister schätzt nicht, dass es so schnell zu einem Gerichtsverfahren käme. Er erläuterte, dass der Kreis die Ruine sichern lassen und die dafür nötigen Kosten der Gemeinde auferlegen könnte. „Es gibt aber eine Vielzahl von Objekten im gesamten Kreis, die zu sichern wären.“ Nun wollen es alle darauf ankommen lassen, ob der Landkreis zu Zwangsmitteln greift.

Ein Ziel, was mit der Ruine passieren soll, gibt es nicht. Aus einer Arbeit von Studenten geht hervor, dass das Langhaus, das auch Gutsarbeiterhaus genannt wird, für 1,2 Millionen Euro zu einem Gebäude mit Ferienwohnung umgebaut werden könnte. „Das ist keine kommunale Aufgabe“, sagte Kaluza. Überdies gebe es keine Verbindung zur Fläming-Skate.

Kaluza wies darauf hin, dass auch das Gutshaus mitten im Dorf verfalle. Die Bauvoranfrage der Gemeinde, ob die Feuerwehr das Denkmal nutzen und das marode Depot abreißen könne, sei abgelehnt worden. „Der Denkmalschutz kann sich den Einbau eines Tores nicht vorstellen“, ergänzte er auf MAZ-Nachfrage. Schriftlich liege diese Auskunft noch nicht vor. Hohenahlsdorfs Ortsvorsteher Thomas Grahl sagte, er sei aufgefordert worden, auf keinen Fall für die Sicherung zu stimmen. Sein Herbersdorfer Kollege Reiner Wäsche warf ein: „Das ist der Wunsch einer einzelnen Person in Luckenwalde. Die dort haben den längeren Arm.“

Von Gertraud Behrendt

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