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Auftakt in der einstigen Schmuckmetropole

Neuheim Auftakt in der einstigen Schmuckmetropole

Die Bewertungskommission im Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ startet ihre Besichtigungstouren in Neuheim. 16 weitere Orte versuchen in den kommenden Tagen von sich zu überzeugen.

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Ein Gang durch den Ort ist für die Bewertungskommission im Dorfwettbewerb ein Muss.

Quelle: Isabelle Richter

Neuheim. Ein wenig aufgeregt war Jacqueline Becker als sie am Donnerstagvormittag die Bewertungskommission für den neunten Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ in Neuheim empfing.

Start in Jüterbog und Niederer Fläming

Die Experten in Sachen Landwirtschaft, Denkmalschutz oder Tourismus besuchen bis zum 6. Oktober insgesamt 16 Bewerberdörfer im Landkreis, um sich einen Eindruck zu verschaffen und am Ende die Sieger zu küren.

Hintergrund

Bewerbungen von Dörfern und Initiativen im ländlichen Raum für den neunten Dorfwettbewerb hatte die Kreisverwaltung bis zum 11. September gesammelt.

Vom 27. September bis 6. Oktober werden die Bewerber von einer Kommission besucht und müssen in einem zweistündigen Auftritt von sich überzeugen.

Zu den Kriterien der Bewertung zählen Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen, soziale und kulturelle Entwicklung, Baugestaltung und -entwicklung sowie die Grüngestaltung und das Dorf in der Landschaft.

Nach Beratung mit Experten werden am Ende die Sieger gekrönt. Die Gewinnsummen reichen von 1000 Euro bis hin zu Sachpreisen.

Am ersten Tag ging es für sie neben den Jüterboger Ortsteilen Neuheim und Kloster Zinna weiter in vier Ortsteile der Gemeinde Niederer Fläming. In der nächsten Woche folgen Dörfer in Dahme, Nuthe-Urstromtal und im Kreis Norden.

Das „Neue Heim“ für tschechische Umsiedler

Beim Start in Neuheim verflog die anfängliche Angst nach kurzer Zeit, als die Ortsvorsteherin anfing, von ihrem Dorf zu schwärmen. Denn das Dorf hat viel zu bieten, mit dem die Einwohner beim Wettbewerb punkten können. Da wäre zum einen die Geschichte.

Früher noch unter dem Namen Dorf Zinna bekannt, wurde es um 1936 wegen der Erweiterung eines Artillerieschießplatzes geräumt und nach 1945 von Umsiedlern aus dem tschechischen Gablonz wiederbelebt. So erhielt das sogenannte „Neue Heim“ auch seinen späteren Namen.

„Zu DDR-Zeiten war Neuheim eine Schmuckmetropole“, erklärte Jacqueline Becker. Bis heute ist diese Tradition im Dorf geblieben – wenn auch in geringeren Maßen.

Besonders typisch für den Ort seien außerdem die Apfelbäume, die sich durchgängig vor fast jedem Haus befinden. „Wir machen jedes Jahr eine gemeinsame Apfelernte“, sagte die Ortsvorsteherin.

Freunde aus der Schweiz

Neuheim besitzt seit Jahren außerdem eine enge Bindung zu einer gleichnamigen Stadt in der Schweiz. „Inzwischen sind daraus echte Freundschaften entstanden“, berichtet Gundula Brüggemann.

Die stellvertretende Vorsitzende des Partnerschaftvereins hat ihr Haus mit einer Schweizer Fahne geschmückt, denn schon am Freitag bekommt Neuheim Gäste aus dem Nachbarland.

Hohe Auslastung im Neuheimer Skaterdorf

Auch Ralf Winter betreut das ganze Jahr über viele Gäste. Er zog vor elf Jahren nach Neuheim und errichtete dort das Skaterdorf mit fünf Blockhütten.

Der ursprünglich aus Senzig stammende Gastgeber berichtete, er habe von März bis Oktober eine Auslastung von 80 Prozent – für den Geschäftsführer des Tourismusverbands Teltow-Fläming eine verblüffende Zahl. „Das ist sehr gut. Eine aktuelle Statistik sagt, die landesweite Auslastung liegt bei 36 Prozent“, so Daniel Sebastian Menzel, „der Bereich Teltow-Fläming liegt da sogar noch ein wenig drüber mit 40 Prozent.“

Neuheim setzt auf seinen Nachwuchs

Ralf Winter empfängt neben Familien aus Tschechien und Holland jährlich den deutschen Biathlonnachwuchs. Auch für den Zugezogenen ist Neuheim etwas Besonderes. Als er sich damals in mehreren Dörfern nach einer neuen Heimat umschaute, fiel ihm besonders die Herzlichkeit auf. „Obwohl uns keiner kannte, haben die Kinder hier gleich freundlich ,Guten Tag!’ gesagt“, berichtet Winter.

Mit einer neu gegründeten Kinderfeuerwehr und dem Ausbau des Spielplatzes möchte man den Gemeinschaftsgedanke besonders beim Nachwuchs fördern. Das Preisgeld solle im Falle eines Gewinns deshalb für ihn genutzt werden, kündigte Becker an.

Von Isabelle Richter

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