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Auftakt zum Filmfestival für Kinderrechte

Jüterbog Auftakt zum Filmfestival für Kinderrechte

Die Evangelische Grundschule in Jüterbog ist bislang der einzige Teilnehmer am Kinderrechte-Filmfestival im Landkreis Teltow-Fläming. Zum Auftakt des Programms war eine Klasse dort vor eine harte Wahl gestellt worden. Auf welche schönen Dinge und abstrakten Rechte würden sie lieber verzichten?

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Die Schüler der Evangelischen Grundschule in Jüterbog debattieren, was verzichtbar ist und was unbedingt zum Leben dazu gehört.

Quelle: Peter Degener

Jüterbog. Das dritte Kinderrechte-Filmfestival im Land Brandenburg hat in dieser Woche in Jüterbog seinen Anfang genommen. Die Evangelische Grundschule beteiligt sich als bislang einzige Einrichtung im Kreis an der Initiative des Landesverbands Kinder- und Jugendfilm Berlin. Mit einem Workshop ist die 6. Klasse der Jüterboger Schule in das Thema eingeführt worden. Als nächstes entsteht noch im November ein eigener Kurzfilm, der im Januar im Potsdamer Thalia-Kino seine Premiere feiern wird.

Eigene Meinung der Kinder für einen Film

„Kinderrechte sind bei uns im Fach Politische Bildung über viele Wochen ein Thema“, sagte Melanie Musiol, Fachlehrerin der Klasse. „Der Workshop bietet kompakte Informationen zum Thema und die Kinder setzen diese in eine eigene Meinung um, die sie zuletzt in einem Film für andere ausdrücken können“, erklärte Musiol, warum die Schule an dem Filmfestival teilnimmt. Bereits im Vorjahr hatte man gute Erfahrungen mit dem Programm gemacht.

UN-Kinderrechtskonvention mit 54 Artikeln

Zum Auftakt hatten der Sozialpädagoge Max Schmeiser und die Medienpädagogin Kristin Ehlert den 22 Kindern der Klasse am Montag entlockt, welche Rechte sie für sich in Anspruch nehmen. Die UN-Kinderrechtskonvention von 1989 umfasst 54 Artikel, die alles andere als kindgerecht formuliert sind. Deshalb wurden die Schüler vor eine harte Wahl gestellt. 30 Dinge oder abstrakte Rechte standen zur Auswahl. Nur die Hälfte davon sollten sie auf eine Reise in ein neues Land mitnehmen.

Bildung ist wichtiger als das Handy

Fahrräder und schicke Kleidung wurden in beiden Schülergruppen schnell aussortiert. Schwieriger war es beim Handy. „Das erfüllt viele Funktionen und dann sind wir nicht abgeschnitten von der Welt“, begründete der elfjährige Ferdinand. Doch auch das Telefon wurde am Ende ausgepackt. Stattdessen wollte man weder auf Eltern, noch auf Bildung verzichten und zog hochwertige Nahrung Süßigkeiten vor. Auch den Schutz vor Misshandlung, sauberes Wasser und medizinische Versorgung sahen die Schüler als wichtiger an, als „Ferien am Strand“.

Hintergrund zur Teilnahme

Auch spontan können Grundschulen, Willkommensklassen, Jugendeinrichtungen oder Kindergruppen in Flüchtlingsheimen noch am Kinderrechte-Filmfestival teilnehmen.

Eine alleinige Teilnahme an der Premiere der entstandenen Kurzfilme im Potsdamer Thalia-Kino am 25. oder 26. Januar 2017 ist ebenfalls möglich.

Infos zum Workshop und dem Festival gibt es im Internet unter kinderrechte-filmfestival.weebly.com sowie unter Tel.  030/60 98 86 54.

Das Verhandeln in den Gruppen führte manche Rechte, die Kindern zustehen, bereits vor Augen: Ihre Entscheidungen trafen die Schüler mit Argumenten und mit Hilfe von Abstimmungen. Die Rechte auf Mitbestimmung und faire Behandlung ließen sich die Kinder bei der strengen Auswahl dann auch nicht so einfach nehmen.

Heftig gerungen wurde vor allem um das Recht auf ein eigenes Zimmer. „Mit Bildung können wir uns in der neuen Welt solche Sachen selber machen“, sagte Ferdinand und überzeugte die Runde. In der anderen Gruppe blieb das eigene Zimmer mit Verweis auf die Privatsphäre dagegen im Gepäck. Beim Vergleich beider Gruppen zeigten sich nur wenige Unterschiede. „Es gibt Dinge, die zum Leben notwendig sind, und Sachen zum reinen Vergnügen“, fasste Zoe zusammen.

Filmidee aus dem Gefühl für Gerechtigkeit

Mit diesem Problembewusstsein begann am Nachmittag die Arbeit von Kristin Ehlert. „Die Schüler lernen jetzt, Geschichten in Bildern zu erzählen und eine Filmidee zu entwickeln“, sagt Ehlert. Auf der Grundlage eines Storyboards schreiben die Schüler im Unterricht ein Drehbuch, dass dann im Laufe eines Tages umgesetzt wird. Welches Thema sie wählen, bleibt ihnen überlassen. „Die Kinder haben in der Regel ein sehr starkes Gefühl von Gerechtigkeit und den Traum von einer perfekten Welt. Sie sehen nicht ein, wieso es Kindern in anderen Ländern schlechter gehen sollte, als ihnen“, schilderte Max Schmeiser seine Erfahrungen.

Von Peter Degener

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