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Auftakt zur 5. Jahreszeit ohne Prinzenpaar

Jüterbog Auftakt zur 5. Jahreszeit ohne Prinzenpaar

Die Tanzschritte sitzen, die Kostüme liegen parat und auch die Mundwinkel sind schon weit nach oben gezogen. Beim Karnevalsverein in Jüterbog ist man auf die inzwischen 36. Session und dessen Auftakt am Freitag gut vorbereitet. Dem Traditionsverein der Stadt fehlt allerdings noch eine ganz entscheidende Zutat.

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Die Kleinen Böckchen des CCJ beim Training.

Quelle: Victoria Barnack

Jüterbog. „Eins, zwei, drei, vier und fünf, sechs, sieben, acht“, tönt es durch den Trainingsraum des Jüterboger Carnevalsclubs. Irgendjemand von den Tänzerinnen und Tänzern des Vereins zählt immer laut mit, wenn die neuen Tanzschritte eingeübt oder die alten Choreographien wiederholt werden. „Gar nicht so einfach“, kommentiert Udo Pfau. Der Präsident des Clubs tanzt im Männerballett, das immer am Donnerstagabend probt. Zu den stets gleichen Zählzeiten erklingt im Raum lebhafte Musik. Sie ist mal lauter, mal ein wenig leiser, mal ist es ein moderner englischer Song aus den Charts, mal ein Lied aus der Zeit der Neuen Deutschen Welle oder noch deutlich älter.

Immer ein Lächeln auf den Lippen

Zwei- oder dreimal wird ein Stück komplett durchgetanzt, dann gönnen sich die neun Herren vom Männerballett eine kleine Trinkpause. Immerhin will die Kehle gut geölt sein, damit die acht Zahlen leichter über die Lippen und die Tanzschritte hoffentlich wie von selbst über Hüften und Beine gehen. Was außerdem hilft: Immer ein Lächeln auf den Lippen. Der Sinn für Humor ist neben dem Zählen bis acht sowieso die einzige Voraussetzung, um bei einer der Gruppen des CCJ egal ob Männerballett, Kleine Böckchen oder Frauentanzgruppe aufgenommen zu werden. „Wir suchen immer nach Nachwuchs“, spricht Udo Pfau nicht nur für seine Gruppe, die unter akuter Alterszunahme leidet. Einige der Männer starten am Freitag ebenso wie der gesamte Verein in die 36. Saison.

Das CCJ-Männerballett

Das CCJ-Männerballett.

Quelle: CCJ

Erst ein paar Wochen zuvor haben sie gemeinsam festgelegt, welche Tänze sie zum großen Saisonauftakt am 11.11. aufführen werden. „Da sind wir demokratisch“, erklärt Udo Pfau mit einem Augenzwinkern. Nicht alle Tänze werden dafür neu eingeübt. „Große Experimente machen wir zum Saisonauftakt eigentlich nie“, erklärt er. Die wirklichen Höhepunkte finden schließlich erst im bevorstehenden Winter statt. Vor allem bei der Abendveranstaltung, die traditionell um 20.11 Uhr beginnt, soll das Publikum staunen, lachen und viel Beifall klatschen.

Kleine Böckchen mit großem Ehrgeiz

Wesentlich konzentrierter gestaltet sich die Saisonvorbereitung am Montagnachmittag, wenn die Kleinen Böckchen im Vereinsheim trainieren. Die Mädels und ihr einziger männlicher Tänzer ersetzen die Lebenserfahrung und damit gewonnene Gelassenheit des Männerballetts durch Ehrgeiz. Da wird schon getanzt, bevor Trainerin Kerstin Strauch ihre Jacke ausgezogen hat. Immerhin will sich niemand blamieren beim großen Saisonauftakt, den die ganze Stadt vor dem Rathaus mitverfolgt – sogar die eigenen Klassenkameraden. „Das macht mich auch am meisten nervös“, erzählt die elfjährige Rosa. Für sie startet am Freitag die vierte Saison.

Kinderprinzenpaar gefunden – kein Erwachsenenpaar

Weitaus mehr Erfahrung hat ihre Trainerin Kerstin Strauch. Die braucht sie schließlich auch. Denn jede Woche zu proben, ohne zwischen Elternerlaubnissen, weißen Tanzschuhen und frühpubertärem Gequatsche ins Chaos zu fallen, gleicht einer Meisterleistung. Kerstin Strauch erfüllt sie, ähnlich wie das Männerballett, dank jahrzehntelanger Karnevalserfahrung und viel Leidenschaft. „Und nach jedem Auftritt überwiegt immer noch der Spaß“, fügt sie an.

Die Aufregung und Vorfreude auf den Saisonauftakt am Freitag überschattet beim CCJ allerdings eine schlechte Nachricht: Es gibt kein Prinzenpaar. Nur bei den Kindern hat sich ein Paar gefunden. Die Jüterboger Karnevalisten wollen sich ihre gute Laune davon nicht verderben lassen und werden trotz allem mit jemandem an ihrer Spitze am 11.11. auf dem Marktplatz erscheinen. Wer dem Bürgermeister den Rathausschlüssel in diesem Jahr abnehmen wird, soll bis Freitag ein Geheimnis bleiben.

Von Victoria Barnack

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