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Aufwind trotz sinkender Zahlen

Tourismusregion Fläming Aufwind trotz sinkender Zahlen

Die Übernachtungszahlen der Tourismusregion Fläming sind im Vergleich zum Vorjahr um rund vier Prozent gesunken. Der Geschäftsführer des Tourismusverbandes, Daniel Sebastian Menzel, will das allerdings nicht als Abwärtstrend verstanden wissen. Das Interesse am Fläming steige, sagt er. Dass die Zahlen anderes aussagen, habe statistische Gründe.

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Touristen auf der Fläming-Skate.

Quelle: Tourismusverband

Dahmeland-Fläming. Eigentlich sehen die am Mittwoch vorgestellten Ergebnisse des Tourismusbarometers für die Region Dahmeland-Fläming gewohnt gut aus: der Spreewald verzeichnet 11,3 Prozent Zuwachs bei den Übernachtungen, das Dahme-Seenland 7,3 Prozent. Spreewald und Fläming liegen zudem bei der Zufriedenheit der Gäste ganz vorne. Ein schönes Ergebnis, genauso wie in den vergangenen Jahren. Wäre da nicht eine Zahl, die aus der Branchenanalyse des Ostdeutschen Sparkassenbarometers heraussticht und Fragen aufwirft. Der Fläming ist demnach neben dem Havelland die einzige Tourismusregion Brandenburgs, in der die Zahl der Übernachtungen im ersten Halbjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist – und zwar um 3,9 Prozent. Was ist da los?

Im Grunde nichts, sagt der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Fläming, Daniel Sebastian Menzel. „Gerade deshalb tun diese Zahlen weh.“

Viele kleine Beherbergungsbetriebe

Die Statistiker, sagt Menzel, berücksichtigen nur Beherbergungsbetriebe ab zehn Betten. Von diesen Hotels und Pensionen haben im Laufe des vergangenen Jahres offenbar einige geschlossen, sei es wegen ungeregelter Unternehmensnachfolge oder auch, weil die Häuser zu Flüchtlingsunterkünften umfunktioniert wurden. Und mit der Zahl der Betten steht und fällt statistisch die Zahl der Übernachtungen. „Es schmerzt, wenn man immer nur auf diese Zahlen reduziert wird, aber wir sind nicht Potsdam oder das Seenland Oder-Spree mit ihren großen Hotels“, sagt Menzel. Erfolg oder Misserfolg der Tourismusregion lasse sich aber nicht nur an den Übernachtungszahlen der größeren Hotels ablesen. Gerade im Fläming lebe der Tourismus von Ferienhäusern, Ferienwohnungen und anderen kleinen Unterkünften mit weniger als zehn Betten. „Das ist ein Markenzeichen von uns. Wir haben etwa 800 Betriebe, die in diesen ,grauen Markt’ fallen“, sagt Menzel. So viele kleine Beherbergungsbetriebe gibt es in kaum einer anderen Tourismusregion. Deren Gäste werden aber nicht statistisch erfasst. „Wenn wir im vergangenen Jahr offiziell 1,3 Millionen Übernachtungen hatten, kann man da sicher aus dem grauen Markt noch einmal genauso viel dazurechnen.“

Zumal auch das Interesse an der Region im Vergleich zum vergangenen Jahr noch einmal spürbar gewachsen sei. Während im vorigen Jahr monatlich im Schnitt 35 Anfragen nach Broschüren und Informationen beim Tourismusverband eingingen, seien es in diesem Jahr schon mehr als 70. Da mache sich auch das Reformationsjubiläum bemerkbar. Das wird zwar erst im kommenden Jahr begangen, im Fläming bewirbt man es aber schon seit diesem Jahr im großen Stil. Darüber hinaus gebe es im Verband auch große Anstrengungen, die Qualität der Unterkünfte zu verbessern und die digitale Vermarktung anzukurbeln.

Zur Tourismusregion Fläming gehört unter anderem der Landkreis Teltow-Fläming. Dort wurden im ersten Halbjahr rund 343 000 Übernachtungen gezählt. Zum Vergleich: Dahme-Spreewald, das mit Schönefeld, Tropical Island und dem Spreewald touristischer Marktführer bei den Landkreisen ist, verzeichnete fast eine Million Übernachtungen.

Von Oliver Fischer

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